Zeitlast-Erhebung

In einer Zeitlast-Erhebung wird erhoben, wie viel Zeit Studierende tatsächlich für ihr Studium aufwenden. Hintergrund: Für jeden Studiengang wird eine bestimmte Stundenzahl angenommen, die er Studierende an Aufwand „kostet“. Ob dieser Zeitaufwand allerdings richtig kalkuliert ist, lässt sich häufig nicht sicher sagen.
Eine Zeitlast-Erhebung klärt die Frage: Ist der Zeitaufwand für einen Studiengang richtig eingeschätzt?

FAQs

Was ist die Zeitlast-Erhebung?
Die Zeitlast-Studie war ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes wissenschaftliches Forschungsprojekt, das 2009-2012 an mehreren deutschen Universitäten durchgeführt wurde. Es wurde von der Universität Hamburg aus koordiniert (Prof. Dr. Rolf Schulmeister, Dr. Christiane Metzger).
Im Rahmen des Projekts wurde mit Hilfe einer Software und durch Befragungen erhoben, womit Bachelor-Studierende ihre Zeit verbringen und wie ihr Lernverhalten in zeitlicher Hinsicht gekennzeichnet ist. Die Ergebnisse wurden genutzt, um Vorschläge für eine veränderte Lehrorganisation und Didaktik zu erarbeiten.
Das Projekt hatte erheblichen Einfluss auf Fragen nach Workload und Studienorganisation an deutschen Hochschulen. Die Ergebnisse wurden in dem Buch „Die Workload im Bachelor: Zeitbudget und Studierverhalten“ (Schulmeister/Metzger, 2011) veröffentlicht. Weitere Informationen gibt es hier. Im Wintersemester 2015/2016 wurde eine Zeitlasterhebung im Masterstudiengang Internationales Wirtschaftsingenieurwesen (IWI) des Studiendekanats Management-Wissenschaften und Technologie der TUHH durchgeführt. Im Wintersemester 2017/2018 und im Sommersemester 2018 werden Zeitlasterhebungen im Bachelor-Studiengang Verfahrenstechnik durchgeführt.
Wie kann ich eine Zeitlast-Erhebung durchführen?
Die Zeitlast-Erhebung wird vom Zentrum für Lehre und Lernen (ZLL) in Kooperation mit der jeweiligen Studiengangsleitung durchgeführt. Bei Interesse können Sie sich mit Ihrem Lehrkoordinator bzw. Ihrer Lehrkoordinatorin in Verbindung setzen.
Wieso sollte ich eine Zeitlast-Erhebung an der TUHH durchführen?
Die Ergebnisse der Zeitlast-Studie sind kontrovers diskutiert worden. U.a. wurde argumentiert, dass die Ergebnisse für die TUHH-Studiengänge aufgrund ihrer Spezifik (z. B. Lernintensität) keine Gültigkeit hätten. Erhebungen mit der Zeitlast-Software an der TUHH können klären, ob Studierende hier ähnliche bzw. gleiche Verhaltensmuster in Bezug auf ihr Zeitmanagement haben wie an anderen Universitäten. Die TUHH hat deshalb die Zeitlast-Software für ihre lehrbezogene Qualitätssicherung angeschafft.
Wie funktioniert die Zeitlast-Erhebung?
Die Teilnahme an der Zeitlast-Erhebung ist freiwillig. Studierende, die mitmachen möchten, erhalten Zugang zur Zeitlast-Software. Sie tragen dort täglich ein, wie viel Zeit sie für ihr Studium aufgewendet haben. Hier wird u. a. unterschieden, welche Veranstaltungen besucht oder für welche Veranstaltungen gelernt wurde. Die Erhebung dauert ein Semester.
Was motiviert Studierende, an der Zeitlast-Erhebung teilzunehmen?
Die Beteiligung möglichst vieler Studierender ist wichtig, um möglichst repräsentative Daten zu erhalten und auf ihrer Grundlage den Studiengang weiter verbessern zu können. Alle Studierenden können vom ZLL am Ende der Erhebung eine individuelle Auswertung ihrer Daten erhalten, sofern sie dies wünschen. Sie erhalten dann Auskunft über ihr Lernverhalten und können Rückschlüsse darauf ziehen, wie sie es optimieren können. Auf Wunsch können die individuellen Daten Gegenstand einer Beratung des ZLL oder der Studienberatung sein, wie das Lernverhalten verbessert werden kann.
Studierenden, die an der Erhebung teilgenommen haben, wird zudem ein Platz in einem speziellen Kurs im Nichttechnischen Angebot-Bereich zugesichert. Der Kurs führt ausgehend von den (aggregierten/anonymisierten) Daten in das Lehren und Lernen an Hochschulen ein und reflektiert dieses Thema wissenschaftlich. Für den Kurs werden 2 LP vergeben, die im Pflichtmodul „Nichttechnische Ergänzungskurse im Bachelor“ angerechnet werden können.
Welchen Zugriff haben die Lehrenden auf die Daten?
Weder die Lehrenden noch die Studiengangsleitung des untersuchten Studiengangs haben Zugriff auf die individuellen Daten der Studierenden. Die Daten werden im ZLL erhoben und dort anonymisiert. Sie werden dann den am Studiengang beteiligten Lehrenden und Studierenden in einer Form zur Verfügung gestellt, die keine Rückschlüsse auf Personen erlaubt, aber detaillierten Einblick in die typische Lernaktivität gewährt.
Wie wird der Datenschutz sichergestellt?
Um den Schutz der persönlichen Daten zu sichern, wurde in Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten der Hamburger Hochschulen und dem Rechenzentrum der TUHH ein entsprechendes Konzept mit technischen und organisatorischen Maßnahmen entwickelt. Keiner der beteiligten Lehrenden hat Zugang zu persönlichen Daten. Personen, die Zugriff auf personenbezogene Daten haben, sind zum vertraulichen Umgang mit den Daten verpflichtet. Die Herausgabe der Ergebnisse erfolgt nur in aggregierter oder anonymisierter Form. Studierende, die ihre eigenen Daten einsehen möchten, können dies auf Anfrage tun, müssen dies aber zuvor schriftlich beantragen.
Welchen Aufwand bedeutet eine Zeitlast-Erhebung für mich als Studiengangsleiter/in?
Der überwiegende Teil der Arbeit wird vom ZLL übernommen. Als Studiengangsleiter/in brauchen wir Sie besonders zu Beginn der Befragung, um den Studiengang in der Erhebungssoftware bestmöglich abzubilden. Außerdem brauchen wir Ihre Unterstützung, wenn es darum geht, die Studierenden für die Erhebung zu begeistern. Insgesamt ist Ihr Aufwand aber sehr überschaubar.

Ihre Ansprechpartnerin

   Dr. Sara Bornhöft
Tel: 040 42878-4820
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Administration
zeitlast@tuhh.de