POL – Lernformate mit (Basis-) Gruppen

POL - Lernformate mit (Basis-) Gruppen

WAS ist eigentlich...

Es kursieren viele Begriffe rund um PBL. Damit Sie eine grobe Idee bekommen, was sich dahinter verbirgt, stellen wir hier einige Varianten kurz vor. An der TUHH nutzen wir im Rahmen von Problemorientiertem Lernen (POL) vorwiegend zwei Formate: Problembasiertes Lernen (PBL) und Projektbasiertes Lernen (PjBL). Daher werden wir auf diese beiden Methoden im Folgenden näher eingehen. Tipps und Tricks zur Arbeit mit Studierendengruppen erhalten Sie hier auch.

Jenny Rohde Fotografin (3) kleiner zugeschnitten

POL - Problemorientiertes lernen

Studierende erhalten als Ausgangslage eine herausfordernde Situation. Sie arbeiten keine Aufgaben ab sondern müssen sich selbst Ansätze zur Lösung erarbeiten. Dies entspricht der Arbeitswelt der Ingenieure, die in der Regel mit der Lösung von Problemen beauftragt werden, für die sie eigenständig Lösungswege entwickeln, diese bewerten und zwischen Alternativen und Varianten abwägen müssen.

Betonboot WS 2018/19

PjBL - Projektbasiertes Lernen

Projekte können gut an bestehende Lehrveranstaltungen angepasst werden. Als gängige Arbeitsform für Ingeneiuere, sind die Lernziele in der Regel sowohl im fachlichen alsauch im überfachlichen Bereich angesiedelt. Projekte folgen einer klaren Struktur, sind in sich geschlossen und gut geeignet auch praktische Aspekte zu beinhalten. Arbeitsteilung, Projektmanagement und (interdisziplinäre) Teamarbeit lassen sich u.a. hier trainieren und reflektieren.

Fotografin: Conny Schneider

PBL - Problembasiertes Lernen

In sieben Schritten werden die Studierenden hin zu den Lernzielen bewegt. Die Studierenden arbeiten im Teams an herausfordernden Situationen. Ziel ist eine individuelle und kollektive Vertiefung von Themen. Dabei soll es nicht um die Erreichung eines vorgegebenen, konkreten Zieles sondern um ein tieferes Verständnisses des Problems und der Erweiterung des Basiswissens der Studierenden gehen.

Foto: Siska Simon

EOL - Erfahrungsbasiertes Lernen

Die Studierenden machen in einem geschützten Rahmen Erfahrungen in unterschiedlichen Kontexten. Dabei kann es sich um ein Forschungssetting, ein Projekt oder ein anderes Lehrformat handeln, das den Studierenden die Möglichkeit bietet, Erfahrungen zu sammeln ohne das etwas Gravierendes passieren kann.

Unbenannt

TBL - Team basiertes Lernen

Aufgrund der strukturierten Abfolge von vier Phasen eignet sich TBL besonders für Gruppenarbeit in großen Veranstaltungen. Die Basisgruppen -also konstante Gruppen- durchlaufen eine Abfolge von Selbstlern- und Gruppenphasen mit Feedbackschleifen, die dem Lehrenden dienen, gezielt auf Wissenslücken einzugehen.

Photobioreaktoren auf der ACHEMA 2015

Challenge based Learning

Drei wesentliche Phasen prägen Challenge based Learning: Gesellschaftlich relevantes Thema aufgreifen und in eine konkrete, praktikable Fragestellung bringen, Recherchephase und Aktionsphase. Dabei sollen die Studierenden sich der neusten Technologien und Techniken bedienen und ihre durchgeführte Aktion präsentieren (ggf. auch öffentlich).

wie mache ich eigentlich...

PjBL - Projektbasiertes Lernen

Sie haben Interesse mehr über projektbasierte Lehre zu erfahren?
Sie machen Projektarbeit und suchen nach einer bestimmten Idee?
Sie möchten sich im Interdisziplinären Bachelor-Projekt engagieren?

Das didaktisch Sinnvolle mit dem organisatorisch und personell Möglichen zusammenzubringen, Sie dabei auf bestehende Angebote aufmerksam zu machen und Ihnen hilfreiche Methoden aufzuzeigen, ist dabei das Ziel unserer Beratung. Gemeinsam passgenau für Ihre Lehrsituation zugeschnittene Lösungsansätze zu finden, das ist unser Ziel.

Dabei kann es richtig sein, in kleinen überschaubaren Schritten vorzugehen, deren Wirkung man entsprechend gut evaluieren kann. Vielleicht ist es für Sie aber auch an der Zeit eine Veranstaltung ganz neu zu denken und auf diese Weise neue Motivation für die Lehre zu entwickeln?

gondel3

Folgende Fragen sind vor dem Start eines Projekts in der Lehre zu klären:

  • Welches Lernziel(e) verfolge ich (vorwiegend) mit dem Projekt? Gibt es weitere Lehrveranstaltungen, die ggf. den Inhalt des Projekts nutzen möchten/könnten?
  • Wird das Projekt von andere Lehrformaten (Übung, Vorlesung…) begleitet?
  • Handelt es sich um ein Mini-Projekt als Einschub in eine Vorlesungsreihe?
  • Welchen Freiheitsgrad (bzw. welches Maß an Steuerung) braucht mein Projekt?
  • Welche Rahmenbedingungen gilt es zu beachten? Kann ich z. B. mit Tutoren/innen arbeiten?
  • Wie teile ich die Gruppen ein? Zufallsprinzip oder Zusammenstellung anhand von Kriterien?
  • Welche Gruppengröße ist sinnvoll? Ist eine Arbeitsteilung wichtig? Möchte ich Rollen vergeben?
  • Woraus setze ich die Bewertung zusammen? Wie gebe ich den Studierenden Feedback?
  • Welcher Ablauf bietet sich vor diesem Hintergrund für mein Projekt an?
"Teamorientierte Projekte in der Lehre sind für Lehrende und Studierende herausfordernd. Es gibt jedoch kein anderes Lehrformat, das den Alltag von Ingenieuren besser abbildet.
In Lehrprojekten trainieren die Studierenden wichtige fachliche und überfachliche Kompetenzen. Das erleichtert ihnen den Übergang in das Berufsleben wesentlich."
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Algenreaktor im ersten Semester (IDP)

Sie möchten Theorie und Praxis verknüpfen?
Sie möchten, dass Ihre Studierenden Erfahrungen mit Materialien sammeln?
Sie möchten, dass Ihre Studierenden Forschendes Lernen auch praktisch umsetzen?

Wenn Sie praktische Einheiten in Ihr Lehrprojekt einbinden möchten, ist es in erster Linie wichtig, sich über die Rahmenbedingungen zu informieren: Welches Material wird genutzt? Wo wird es verarbeitet? Wer muss dabei die Studierenden unterstützen? Welche Räumlichkeiten stehen zur Verfügung? Wie wird die Beschaffung organisiert?

Stehen Ihnen nicht genügend eigene Werkstätten, Räumlichkeiten und Werkzeuge zur Verfügung steht Ihnen die  Studierendenwerkstatt offen. Auch das FabLab kann für 3D-Druck ggf. genutzt werden.

Wenn Sie die Studierendenwerkstatt mit Gruppen nutzen wollen, ist eine Schulung Ihrer Tutor_innen sinnvoll, um den reibungslosen Ablauf vor Ort zu gewährleisten.

Wenn Sie ausschließlich schriftliche, grafische Endergebnisse planen z. B. in Form eines Projektberichts oder eines Posters, sollten Sie auch diese Aspekte mit den eingebundenen Tutor_innen ausführlich thematisieren und zusätzlich ggf. auf WritingFellows zurückgreifen. Bei der Erstellung von Berichten und Protokollen können wir ggf. mit Handreichungen helfen.

Mehr Praxis in die Lehre – wir begleiten Sie dabei – Schritt für Schritt.

Klassischer Projektablauf aus Lehrendensicht

  • Zusammenarbeit mit anderen Instituten, Firmen oder Fachexperten (Beteiligung der Stakeholder)
  • Definition der Aufgabenstellung passend zu den angestrebten Lernzielen (Aufgabendefinition;grober Zeitplan; Milestones; Prüfungsleistung)
  • Betrachtung der Ressourcen und Modellierung der Betreuung ggf. durch Tutoren (Arbeitsaufwand und Zeitbedarf; Schulung der Tutoren vgl. “Angebote”)
  • ggf. Bereitsstellung von Materialien und Quellen (Analyse der IST-Situation)
  • ggf. Bereitstellung von “Kunden”-Anforderungen/Vorstellungen (Analyse der SOLL-Situation)
  • Überlegungen zur Zusammenstellung der Studierendengruppen (Bildung eines Teams vgl. auch “Tipps und Tricks”)
  • Erläuterung des geplanten Projektablaufes
  • ggf. Einteilung in Gruppen
  • Erläuterung der Fragestellung
  • Vorstellung der beteiligten Lehrenden und Tutor_innen
  • Darstellung der gewünschten Zusammenarbeit (z. B. Sprechstunden, Regeln für den Mailverkehr, StudIP…)
  • Überblick über nutzbare weitere Ressourcen (z. B. Studierendenwerkstatt, Gruppenräume…)
  • Begleitung anhand von einer klarer Struktur z. B. Milestones, Sprechzeiten, Fachexperten, Quellen und Ansprechpartner
  • Liste der notwendigen Ressourcen aufstellen (vorhandenen und fehlende)
  • Fragetechnik und das “Prinzip der minimalen Hilfe” anwenden
  • “Teufelskreis” und unterschiedliche Arbeitsweisen beachten
  • konstruktives Feedback geben
  • ggf. Unterstützung durch Werkstattleiter oder geschulte Tutor_innen bei der praktischen Realisierung
  • Optimierungsschleifen einfordern (und einplanen!)
  • ggf. Herrstellung eines Prototypen

Präsentation der Ergebnisse, Feedback und Lessons learned

Sie sind interessiert, andere Projekte an der TUHH kennenzulernen?
Sie möchten Ihr Projekt auch anderen Lehrenden vorstellen?
Sie möchten sich gern mit anderen Lehrenden zu konkreten Herausforderungen austauschen?

Hier finden Sie bereits den Beginn einer Sammlung einiger Projekte, die an der TUHH bereits durchgeführt wurden. Gern nehmen wir Ihr Projekt auch in diese Sammlung mit auf. 

Es sind Erfahrungen gemacht worden, die wir gern an Sie weitergeben wollen.

Wenn Sie weitere Rückfragen haben oder ein passendes Beispiel-Projekt suchen, sprechen Sie uns gern an.

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Netzwerktreffen

Beispiele aus der TUHH - Projektbasiertes Lernen

Studentischer Wettbewerb "Elektrisiere den Floh"
Teamprojekt Maschinenbau
Interdisziplinäres Bachelor-Projekt
Projekt Verkehrsplanung und Verkehrstechnik
Projekt im Bereich Communication networks
Projekt Bauingenieurwesen
Abschlussveranstaltung (Siska Simon)
Abschlussveranstaltung cityWind (Projekt des IDP)

Innovative Projektformate im Master – Beispiel “A-Z Projekt” von Prof. Fiedler

Dieses Lehrformat orientiert sich an den für die TUHH charakteristischen Merkmalen der Interdisziplinarität, der Internationalität und der Innovation.

Es spiegelt damit das I3 Konzept, welches die TUHH im Zuge der Weiterentwicklung voranbringen will. Das freiwillige Interdisziplinäre Bachelor-Projekt (IDP) spricht mit ähnlichem Design zu Beginn des Studiums die wesentlichen Kompetenzen ebenfalls an. Das curricular eingebundene Pilotprojekt im Master soll als Kooperation von mehreren Dekanaten starten und den bisherigen Freiheitsgrad der Studierenden in der curricularen Lehre deutlich erweitern.

Das Format soll unterschiedliche Ideen der Teilnehmenden aufgreifen und eine Umsetzung ermöglichen. Die Ideen können auch aus der Arbeit der bestehenden Arbeitsgemeinschaften der TUHH stammen (RuderING, e-gnition, PowerFarmING etc.).

Sie möchten mehr darüber erfahren oder selbst mitwirken? Melden Sie sich gern.

Beispiel “SEP – Projekt” von Prof. Thielecke

Dieses Masterprojekt bietet vielfältige Themen rund um das Thema Flugzeugsystemtechnik, die den Studierenden zu Beginn auf eine Art Marktplatz präsentiert werden. Sie können sich im Anschluss auf die Mitarbeit bewerben.

Die zusammengestellten Teams behandeln dann ein Thema und nutzen dabei alle das V-Modell zur Projektbearbeitung. Die genaue Ausgestaltung obliegt den Studierenden. Die Unterstützung erfolgt engmaschig durch die beteiligten Institute.

Es werden innovative Methoden eingesetzt und Kreativitätstechniken eingesetzt. Wenn Sie mehr über dieses erfolgreiche Projektformat erfahren wollen, melden Sie sich gern.
Test einer virtuellen Arbeitsumgebung

PBL - Problembasiertes Lernen

Sie haben Interesse mehr über PBL zu erfahren?
Sie nutzen bereits PBL und suchen nach einer bestimmten Idee?
Das didaktisch Sinnvolle mit dem organisatorisch und personell Möglichen zusammenzubringen, Sie dabei auf bestehende Angebote aufmerksam zu machen und Ihnen hilfreiche Methoden aufzuzeigen, ist dabei das Ziel unserer Beratung. Gemeinsam passgenau für Ihre Lehrsituation zugeschnittene Lösungsansätze zu finden, das ist unser Ziel.
Es kann es richtig sein, in kleinen überschaubaren Schritten vorzugehen, deren Wirkung man entsprechend gut evaluieren kann. Vielleicht ist es für Sie aber auch an der Zeit eine Veranstaltung ganz neu zu denken und auf diese Weise neue Motivation für die Lehre zu entwickeln?

blog pbl

Folgende Fragen sind vor dem Start von Problembasiertem Lernen zu klären:

  • Wie wird in dem Modul PBL von den anderen Lehrformaten (Übung, Vorlesung, Projekt…) begleitet?
  • Welches Lernziel(e) verfolge ich (vorwiegend) mit den einzelnen PBLs?
  • PBL ist eine komplexe Methode: Fühle ich mich als Lehrende/r gut vorbereitet? Bin ich mit dem Siebensprung vertraut? Sind alle Beteiligten über diese Methode im Bilde?
  • Welche Rahmenbedingungen gilt es zu beachten? Kann ich z. B. mit Tutoren/innen arbeiten?
  • Sind meine Tutoren gut auf ihre Rolle vorbereitet?
  • Was mache ich, wenn es mehr oder weniger Studierende sind als erwartet?
  • Kann ich die Materialien des ZLL nutzen? (PBL-Handbuch für Studierende)?
  • Woraus setze ich die Bewertung zusammen? Wie gebe ich den Studierenden Feedback?

Klassischer Ablauf von PBL - Siebensprung

Leitfrage: Was heißt das?

Analyse der vom Lehrenden gegebenen Herausforderung (Bild, Story, Formel, Film…)

Leitfrage: Worum geht es?

Schlüsselworte, Oberbegriffe und besondere Aspekte werden gesammelt.

Leitfrage: Was denkst du?

Jedes Teammitglied sammelt seine eigenen Ideen für Lösungsansätze und mögliche Zusammenhänge. Diese werden gesammelt und so ergänzt, dass jede/r sie auch später noch verstehen kann.

Leitfrage: Was denken wir gemeinsam?

Alle Erklärungen und Ansätze werden geclustert und nach Wahrscheinlichkeit oder anderen Kriterien geordnet.

Leitfrage: Was sind unsere Lernfragen?

Angesichts der Hypothesen werden Wissenslücken definiert und daraus Fragen in vollständigen Sätzen formuliert.

Leitfrage: Welche Antworten erhalte ich?

Alle Gruppenmitglieder versuchen die Lernfragen zu beantworten, indem sie eine Literaturrecherche durchführen und ggf. auch Fachleute befragen oder weitere Quellen nutzen.

Leitfragen: Was ist neu? Was hat sich verändert?

Das Team tauscht die gewonnenen Erkenntnisse aus, hält sie in geeigneter Form für alle verständlich fest und notiert ggf. noch offenen Fragen.

Beispiele aus der TUHH - Problembasiertes Lernen

Grundprinzipien der Mikrobiologie
Communication networks
Technische Dynamik
"Ingenieure müssen komplexe Probleme lösen. Wir wollen die Studierenden in unseren Vorlesungen dafür vorbereiten. Problem Based Learning bietet einen strukturierten Ansatz, in sieben formalisierten Schritten und in einer Gruppe sich eine Lösung eines Problems, eine technische Fragestellung zu erarbeiten. Die Zusammenarbeit im Team und an selbstdefinierten Problemen fördert die Motivation des Studierenden wesentlich, Methoden, wie eigene Recherche, werden angewandt, das Lernen ist nachhaltiger und die Studieren sind besser für die Abschlussarbeit und das Berufsleben vorbereitet. Dabei macht es den Studierenden und uns viel Spaß."

tipps und tricks

Arbeit mit Gruppen an der TUHH

Viele Lehrende arbeiten mit Gruppen. Es tauchen dabei immer Fragen auf, die tlw. auch ineinandergreifen. Daher haben wir hier lediglich grob die FAQs und unsere Antworten gesammelt. In einer individuellen Beratung empfehlen wir die Details dann gemeinsam weiter auszuarbeiten.

Ziel ist es, dass eine Gruppe von Studierenden zu einem Team wird, das an einem Strang zieht und sich gegenseitig unterstützt. Um das Kennenlernen zu fördern, genügt es i.d.R. Studierende zusammenzusetzen, sie eine Miniaufgabe gemeinsam lösen zu lassen und darüber ins Gespräch über Regeln und Vorgehensweisen zu kommen.
Da es ist sehr wichtig gerade in interkulturellen und interdisziplinären Zusammenhängen zu klären, welche Erwartungen bestehen.

  • Wer bringt welches Vorwissen mit?
  • Wie wollen wir die Zusammenarbeit gestalten?
  • Wie soll die gewünschte Kommunikationsform aussehen?
  • Was bieten und wünschen sich die Betreuenden?

Leider wird i.d.R. keine Zeit zur Reflexion eingeplant. Dabei findet erst in der Reflexion die entscheidende Weiterentwicklung statt. Hier sollte der/die Lehrende Zeit für Feedback einplanen. Nur so gelingt es, positive Erlebnisse und Erfolge wahrzunehmen und Schwierigkeiten zu adressieren, um Lösungen anzubieten. 

Die angemessene Gruppengröße bestimmt sich zum einen aus den Rahmenbedingungen (die Begleitung muss angemessen gewährleistet sein; je weniger Erfahrung desto enger die Betreuung) und zum anderen aus der Aufgabenstellung an sich (dem Niveau der Lernziele, den adressierten Kompetenzen u.s.w.).

Sollen die Studierenden z. B. lernen arbeitsteilig zu arbeiten, vom Austausch profitieren oder Rollen erlernen, empfhielt sich eine Größe von mind. fünf Gruppenmitgliedern. Eine ungerade Zahl ist hilfreich, wenn die Gruppe viele Entscheidungen treffen soll 😉

Ich kann als Lehrende/r auch Möglichkeiten des Peer-Feedbacks nutzen. Dies hat sich zum Beispiel bei Team Based Learning (TBL) sehr bewährt.

Soll zusammen am Bildschirm gearbeitet werden, empfiehlt es sich Paare zu bilden und mit gerader Gruppengröße zu arbeiten.

Es ist sinnvoll (gerade im Bachelor) immer mitzudenken, was man bei dem Weggang einzelner Teammitglieder während des Semesters machen kann. Je kleiner die Gruppengröße desto schwerwiegender die Auswirkung auf die Gruppenleistung. Dennoch ist auf eine ideale Gruppengröße zu achten, bei der jedes Teammitglied Verantwortung trägt, da sonst das Phänomen des Trittbrettfahrens gefördert wird.

Möglichkeiten sind:

  • Man passt die Aufgabenstellung an und lässt ggf. Aufgabenteile weg.
  • Man verteilt die übrigen Teilnehmer auf andere Gruppen.
  • Man hat für den Notfall auch eine alternative Einzelarbeit in der Hinterhand.
  • Achtung: Welche Auswirkung hat das dann auf das Erreichen der Lernziele und die abschließende Prüfung? Hier muss ein gerechter Ausgleich erfolgen.

Diese Gedanken sollte sich jede/r Lehrende machen bevor das Semester startet.

Die Gruppengröße sollte nicht unter fünf Personen liegen und das Problem angemessen komplex sein damit es sich für die Studierenden sinnvoll anfühlt, den Aufwand einer Arbeitsteilung zu bewerkstelligen.

Arbeitsteilung bedeutet auch, dass nicht jeder Studierende sich mit denselben Themen beschäftigt. Daher ist es wichtig zu prüfen, ob das zu den anvisierten Lernzielen passt oder wie ein guter Austausch gesichert werden kann (z. B. indem die einzelnen Teilgruppen vortragen und alle anderen deren Vortrag schriftlich dokumentieren müssen etc.).

Entweder man gibt die Arbeitspakete vor und lässt die Studierenden entscheiden, wer was macht (dann lernen sie aber keine eigenständige Aufteilung) oder man überlässt es den Studierenden sich die Arbeit einzuteilen, dann hat es sich bewährt diese Struktur zeitnah dokumentieren zu lassen.
Vielleicht gibt es ja auch didaktische Gründe die Studierenden schon von vornherein mit bestimmten Aufgabenpaketen zu betrauen (z. B. bei Interdisziplinarität oder fachübergreifenden Projekten als Expertengruppen). Dann ist das Zusammenfügen und das gemeinsame Gesamtkonzept besonders zu fokussieren.

Studierende sollen die Möglichkeit erhalten, sich während des Studiums in unterschiedlichen Perspektiven in einem Team zu erleben. Auf diese Weise können sie feststellen, ob ihnen eine bestimmte Rolle liegt. Sie erhalten wertvolles Feedback, das ihnen hilft, ihre Kompetenz realistisch einzuschätzen und zu verbessern.

Auch fördert es den Lernprozess eine lebendige Sitzung schriftlich festhalten zu müssen oder als Moderator/in für eine produktive Arbeitsathmosphäre und Ordnung zu sorgen.

Die Rollen im Team können willkürlich verteilt werden (durch das Ziehenlassen von Karten, Aufkleber unter dem Stuhl, StudIP etc.) oder man lässt die Studierenden selbst entscheiden. Im zweiten Fall sollten die Rollen (sofern es sich um ein Lernziel handelt) rotieren, falls am Ende der Veranstaltung jede/r seinen/ihren Erfahrungsschatz bereichern konnte.


Plant man mit Gruppen ab acht Personen empfehlen wir mindestens die Rollen der Teamleitung und der Schriftführung zu benutzen. Es empfiehlt sich beide Funktionen als “Doppelspitze” zu besetzen. So verhindert man eine Orientierungslosigkeit in Fall von Krankheit, Weggang und beide Personen können sich unterstützen.

Die Analyse meiner Studierendenschaft hilft mir als Lehrende*r, erfolgreiche Teams zusammenstellen. Je nach Aufgabenstellung kann ich mir vor dem Hintergrund folgende Fragen stellen:

  • Macht es Sinn die Teams nach bestimmten Kriterien einzuteilen?
  • Macht es Sinn die Teams homogen (z. B. nach Studiengängen sortiert) oder heterogen (z. B. interfachlich) zusammenzustellen?
  • Ist ein bestimmtes Vorwissen von Vorteil (z. B. wäre es hilfreich, wenn jedes Team ein CAD-Experten dabei hätte)?
  • Wie kann ich die Informationen niedrigschwellig erfassen?

Machen Sie transparent, aus welchen Gründen sie die Einteilung der Teams eingerichtet haben.

Es gibt kein Rezept gegen Trittbrettfahrer*innen. Aber es hilft, die Verantwortung im Team so zu verteilen, dass die Einzelleistungen erkennbar sind.

  • Wie gebe ich den Einzelnen und dem Team Feedback?
    (fachlich und bzgl. der gewünschten Skills und Sozialkompetenzen)

  • Sollte ich Peer-Feedback-Methoden einplanen?
    (Studierende geben einander Feedback)

  • Wie kann ich die Reflexion der Arbeit als Teams unterstützen?
    (z. B. mit Beobachtungsbögen oder anderen Tools)

  • Welche Kriterien sind beobachtbar oder prüfbar, um zu erkennen, ob die unterschiedlichen Lernziele erreicht wurden?

  • Wie setzt sich die Note am Ende der Veranstaltung zusammen?

Es gibt unglaublich vielfältige Wege eine Feedbackkultur aufzubauen. Hier empfhielt sich eine persönliche Beratung durch das ZLL, da man gemeinsam die Verzahnungen und Rückkopplungen in einer Veranstaltung besser aufbereiten und berücksichtigen kann.

Studierende, die die Rolle eines Tutors einnehmen, müssen auf diese Aufgabe von Seiten der TUHH vorbereitet werden. So ist hier bereits ein vorbildliches Netz aus Schulungen und Angeboten entstanden, die Tutor*innen auf ihre anspruchsvolle Aufgabe vorbereiten.

Auch während der Lehrveranstaltung ist es wichtig als Verantwortliche*r den Kontakt und Austausch mit den Studierenden zu pflegen. Die Qualität der Betreuung kann auf diese Weise gesteigert werden und sich ggf. anbahnende Konflikte können besser erkannt und gelöst werden.

Angebote

P(j)BL - Tutor_innen vorbereiten

Sie planen Tutor*innen in der Projektlehre oder PBL einzusetzen?
Sie schulen Ihre Tutor*innen selbst und suchen nach neuen Ideen?
Sie möchten Ihre Tutor*innen gern durch das ZLL schulen lassen?

Wir bieten Ihnen an, Sie bei der Vorbereitung Ihrer Tutor*innen zu unterstützen. Das könnte so aussehen, dass wir Ihre Tutor*innen – falls es inhaltlich und zeitlich passt – in eine bestehende Schulung integrieren oder dass wir speziell für Ihr Projekt einen kurzen interaktiven Input vorbereiten, den wir dann gemeinsam gestalten.

In jedem Fall ist unser Ziel, Tutor*innen bestmöglich auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Denn gerade bei großen Veranstaltungen, steht und fällt ein Projekt mit dem Engagement der Tutor*innen.

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3 Stunden – Kennenlernen der Tutor*innen

Wir bieten Ihnen an Sie bei der Information Ihrer Tutor*innen zu unterstützen. Wir suchen einen gemeinsamen Termin  und behandeln folgende Bausteine:

Fachliche Einführung: Was passiert in der zu betreuenden Veranstaltung?

Kennenlernen der Tutor*innen: Wie können wir uns gegenseitig unterstützen?

Einführung in die Rolle: Welche Rolle habe ich in diesem Setting? Was sind meine Aufgaben und wo endet meine Verantwortung?

Die Schulung findet in der Arbeitszeit der Tutor*innen statt.

1 Tag – Tutor*innen auf Ihr Projekt einstimmen

Wir bieten Ihnen an, gemeinsam mit Ihnen einen Einführungstag für Ihre Tutor*innen zu gestalten.

Vormittag: Neue Tutor*innen werden inhaltlich abgeholt. Der Vormittag kann die Themen des 3 Stundentreffens abbilden.

Nachmittag: Diese Zeit können wir nutzen, um die Neuen mit ggf. bereits erfahrenen Tutor*innen zusammenzubringen und deren Erfahrungen im Umgang mit herausfordernden Situationen zu nutzen. Gemeinsam werden konkrete Ideen für diese herausfordernden Situationen entwickelt und auf Wunsch erprobt.

Die Schulung findet in der Arbeitszeit der Tutor*innen statt.

3,5 Tage – Tutor*innenschulung

Geleitet wird die Schulung durch Expertinnen aus dem Zentrum für Lehre und Lernen. Die Schulung umfasst vier Termine.

Die ersten drei Termine sind i. d. R. ganztägig um praktische Übungen zu ermöglichen und der letzte Termin halbtägig.

Zu Beginn der Schulung setzen sich die Tutoren*innen mit ihrer Rolle als Tutor*in, den Grundlagen gruppendynamischer Prozesse und den damit verbundenen Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten auseinander. Für die Tutoren*innen der verschiedenen Lehrveranstaltungsformate wird auf die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Methode eingegangen.

Im NTA-Katalog ist jeweils eine Schulung für Bachlor*-  sowie eine für Masterstudierende** mit zwei ECTS eingepflegt. Beide Schulungen sind sowohl auf englisch als auch auf deutsch möglich.

*Team, Lerngruppe oder heitere Runde? Grundlagen der Begleitung von Gruppen

**Begleitung von Gruppen in problemorientierten Lehrveranstaltungen

Praktische Gruppenübung zu Teamrollen (Foto: Michelle Schulze)

werkzeuge und ressourcen

Wie kann ich die Arbeit in den Teams unterstützen?
Welche Tools unterstützen mich bei der Planung?
Worauf muss ich bei der Auswahl von Tools achten?

Jeder Einsatz einer Methode oder eines Tools bedeutet Mehraufwand und sollte daher zielgerichtet und abgestimmt mit dem Lernziel sein. Aufwand und Nutzen sollten in einem vertretbarem Verhältnis stehen, will man eine neue Methode oder ein neues Tool ausprobieren. Ob offline oder online wir finden das Passende.
 
Profitieren Sie von unseren langjährigen Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Projekt- und PBL-Typen und Gruppengrößen. Nutzen Sie als P(j)BL-Lehrende die Vorteile bei der Raumbuchung des K1520 oder der Räume im Channel 4 (ideal für Lehre mit kurzen Inputs in Kombination mit Präsenzgruppenarbeit). Wir sind bestens vertraut mit allen Räumlichkeiten und deren Vor- und Nachteilen. 
 
Wir unterstützen Sie gern. Sprechen Sie uns an!
 

LINKS und LITERATUR

Die Literaturliste wird derzeit überarbeitet.

Wir verteilen zudem bei Interesse zwei Broschüren/Hefte zum Thema PBL. Wenn Sie Empfehlungen und Links kennen, die hier wünschenswert sein könnten, melden Sie sich gern.

Siska Simon – über mich

Als an der TUHH diplomierte Stadtplanerin interessiert mich die interdisziplinäre Zusammenarbeit sehr.
Kein Wunder also, dass ich das Interdisziplinäre Bachelor-Projekt (2012) mit aus der Taufe gehoben habe.

Als gelernte Fotografin gucke ich genau hin und beleuchte Ihr Projekt aus unterschiedlichen Perspektiven. Viele Jahre Selbstständigkeit im Handwerk parallel zur Abteilungsleitung in einem Ingenieurbüro hat mich zudem gelehrt, was Projektmanagement praktisch bedeutet.

Während meine Tätigkeit als Gutachterin für Immobilienbewertung hat mir das Verfassen von gerichtsfesten Sachverhalten Spaß gemacht. An einer dualen Hochschule sammelte ich erste Lehrerfahrung und begleitete ich u. a. den Aufbau eines neuen Studiengangs.

Ihre Ansprechpartnerin:
Siska Simon
Telefon:
040 42878 4628

E-Mail senden
Ihre Ansprechpartnerin:
Marisa Hammer (in Elternzeit bis Mitte Juli 2020)
Telefon:
040 42878 4628

E-Mail senden

Marisa Hammer – über mich

Schon in meiner ersten Tätigkeit nach dem Studium der Gebärdensprachen, Erziehungswissenschaften und der Ethnologie schaute ich über den Tellerrand meines Faches. Ich arbeitete zusammen mit Ingenieuren und Fachkräften in Projekten an der Verbesserung der Abseits- und Produktionsprozesse. Direkt mit denen, die sich im Thema auskennen zu arbeiten – dieses Lernen am Alltagsproblem hat mich begeistert.
 
Mit der PBL-Methode kam ich in Berührung als ich Führungskräfte durch PBL-Fälle direkt vor Ort in der Produktion mit dem theoretischen Hintergrund des Leanmanagements vertraut gemacht habe. 
 
Diese Erfahrung, gepaart mit meinem Studium des Weiterbildungsmasters für Hochschuldidaktik, nutze ich seit 2012 um Lehrende, Modulverantwortliche und Studiengangleitungen hier an der TUHH zum Thema zu beraten.