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Mediendidaktik

Ersetzen digitale Medien die Präsenzlehre? – keineswegs.

Vielmehr ergänzt der Einsatz digitaler Tools die universitären Lehr- und Lernangebote. Mit digitalen Werkzeugen und Anwendungen lassen sich Inhalte bereitstellen, visualisieren, strukturieren und gemeinsam bearbeiten.

Ebenso helfen sie, den eigenen Lernstand einzuschätzen. Auf diese Weise lassen sich Lehrangebote flexibilisieren und individualisieren sowie Studienbedingungen optimieren.

Wir beraten Sie gern bei der Gestaltung und Umsetzung mediengestützter, didaktisch stimmiger Lehr- und Lernszenarien.

IHRE ANSPRECH-PARTNERIN (z. Zt.)

Dr. Sara Bornhöft Telefon 040 42878 4820
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Präsenzlehre digital unterstützen

Herausforderungen im Hörsaal?

Eine hohe Komplexität von Lerninhalten, geringe Motivation oder Passivität von Studierenden, eine heterogene Studierendenschaft oder wenig vorbereitete Studierende – Lehrende treffen in einigen Präsenzveranstaltungen auf eine Reihe von Herausforderungen. Digitale Medien können Lehrende darin unterstützen, diesen und anderen Herausforderungen zu begegnen.

So sind digitale Werkzeuge ein geeignetes Hilfsmittel, um in Präsenzveranstaltungen die tiefe Auseinandersetzung mit Lerninhalten zu unterstützen. Multimediale Präsentationen und Simulationen tragen beispielsweise dazu bei, Lernstoff anschaulich und strukturiert darzubieten und zu visualisieren.

Hörsaal
Flipped Classroom

Der Einsatz digitaler Werkzeuge macht aber auch über Hörsaalgrenzen hinweg Sinn, zum Beispiel in Form eines Flipped-Classroom-Szenarios. Flipped Classroom (oder Inverted Classroom) bezeichnet ein Szenario, bei dem klassische Elemente der Präsenzzeit (Vorlesung) in die Selbststudienzeit verlagert werden. 

Dies geschieht meist durch das Bereitstellen von Online-Ressourcen, z.B. zur Vorbereitung auf die Lehrveranstaltung durch das Lesen von Texten, das Bearbeiten von Aufgaben und Quizfragen oder das Anschauen bestehender Vorlesungsaufzeichnungen. Durch die vorangestelle Inhaltsvermittlung schaffen Lehrende in der Präsenzzeit Raum für das gemeinsame  kritische, vertiefende, anwendungsbezogene und forschende Lernen. Das folgende Beispiel illustriert den Flipped Classroom am exemplarischen Ablauf einer Großveranstaltung in der Form des sogenannten „Just-in-Time-Teaching“ (JiTT):

Voriger
Nächster
Gute Gründe für den Flipped Classroom?
    • Stofffülle und Zeitknappheit: Durch das Auslagern von Inhalten wird Zeit geschaffen, um sich in der Präsenzzeit aktiv mit den neuen Inhalten zu beschäftigen und Fragen zu klären.
    • Wenig motivierte Studierende lassen sich durch aktivierene Methoden wie Think Pair Share, Gruppenarbeit, den Einsatz von Clickern oder PBL-Elemente stärker in die Veranstaltung einbinden.
    • Individualisierte und flexible Lernangebote können im Rahmen der Online-Phase geschaffen werden. Studierende können in eigenem Tempo und je nach Vorwissen unterschiedlich intensiv lernen.

Natürlich gibt es einige Punkte bei der Konzeption und Umsetzung eines Flipped-Classroom-Szenarios zu beachten. Wie gehen Lehrende zum Beispiel damit um, wenn Studierende unvorbereitet in die Präsenzveranstaltung kommen?

Vorschläge hierzu und weiterführende Tipps und Tricks finden Sie zum Beispiel bei unserem Digitalen Freischwimmer. Natürlich stehen wir auch jederzeit für eine persönliche Beratung zur Verfügung.

Audience-Response-Systeme

Audience Response-Systeme (ARS) eignen sich gut dazu, frontale Veranstaltungsformate aufzubrechen. Mit ARS lässt sich unmittelbar Feedback von Studierenden einholen oder ein Brainstorming initiieren. An der TUHH stehen hierfür Clicker zur Verfügung, die Sie für Ihre Veranstaltung leihen können.

Ebenso können Studierende mit ihren Smartphones, Tablets und Co. an Abstimmungen teilnehmen. Hierfür gibt es an der TUHH besondere Lizenzen. 

Hierzu und zu allen weiteren didaktischen und technischen Aspekten des Clickereinsatzes berät Sie Frau Caroline Thon-Gairola vom ZLL.

Alternativ können zu diesem Zweck auch frei zugängliche, browsergestützte Online-Feedback-Systeme wie Pingo eingesetzt werden. Mit diesen Tools lassen sich Online-Abstimmungen ganz einfach per Smartphone durchführen. 

Screenshot der Pingo-Website http://trypingo.com/de/tour/
Vorlesungsaufzeichnungen

Zu guter Letzt werden an der TUHH natürlich auch klassische Vorlesungsaufzeichnungen erstellt. Hierbei wird der Ton, ein Videobild und die Präsentation der Lehrenden aufgenommen. Per Link sind die Vorlesungsaufzeichnungen dann über die jeweilige Stud.IP-Veranstaltung abrufbar. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen Ideen für die digitale Unterstützung Ihrer Lehrveranstaltung zu entwickeln! Bei technischen Fragen rund um Vorlesungsaufzeichnungen unterstützt das Team von der Medientechnik (medientechnik@tuhh.de).

SELBSTSTUDIUM DIGITAL UNTERSTÜTZEN

Wie wichtig das Selbststudium ist!

Lehrende stellen oft fest, dass Studierende wenig oder gar nicht vorbereitet Präsenzveranstaltungen besuchen. Gerade in der Studieneingangsphase ist die Fähigkeit zur Selbstorganisation und Strukturierung des Studiums bei vielen Studierenden nicht ausreichend ausgeprägt. Überdies kommen Lernende mit sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen zusammen. Diese Erfahrungen unterstreichen, wie wichtig es ist, die Selbststudienzeit zu strukturieren, um das selbstständige und kontinuierliche Lernen zu fördern und mögliche Wissensstände zu nivellieren.

Selbststudium
Online-Ressourcen für das Selbststudium

Digitale Lernangebote können die Selbststudienzeit wertvoll anreichern. Für die Bereitstellung von Online-Lernressourcen bietet sich zum Beispiel das Lernmanagement ILIAS an, in dem Sie komplette Online-Lernmodule, aber auch Tests, Umfragen und Übungen gestalten können.

Darüber hinaus bieten sich Videoformate an: Vorlesungsaufzeichnungen, einzelne begleitende Lehrvideos, Tutorials oder Screencasts, um die Lernenden im Selbststudium maßgeblich unterstützen – sowohl in der Vorbereitung als auch in der Nachbereitung. Hier einige Beispiele:

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Screencast

Screencasts sind Videoaufzeichnungen von Aktivitäten auf einem Computerbildschirm. Die Aufnahme erfolgt über eine Software, die entweder auf dem Computer installiert oder online verfügbar ist. Besonders verbreitet sind Screencasts, um in die Verwendung einer Software einzuführen.

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Online-Quiz

Ein Online-Quiz kann zwei Ziele verfolgen: Zum einen dient es als Mittel zur Lernstandskontrolle der Studierenden. Wird auf Freitextfragen verzichtet, wird das Quiz automatich ausgewertet. So bleibt der Aufwand für Lehrende relativ gering. Andererseits kann ein Quiz Feedback-Element für Lehrende darstellen.

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Brückenkurs

Online-Brückenkurse (z.B. der OMB+ oder ViaMint für Mathematik und Physik) unterstützen Studierende dabei, noch vor Aufnahme des Studiums über Diagnostiktests Wissenslücken in Grundlagenfächern zu schließen.

Studierende als Produzenten

Ebenso können Studierende mit digitalen Medien kollaborative Lern- und Arbeitsprozesse gestalten, die zeit- und ortsunabhängig ablaufen. Dies können gemeinsam erarbeitete Textprodukte mit Hilfe browserbasierter Anwendungen (wie Wikis, Etherpads oder Blogs) sein. Studierende können im Selbststudium aber auch zu Produzenten umfangreicherer digitaler Formate, wie Videos und Podcasts, werden.

Denkbar ist es beispielsweise, dass Versuche bzw. Experimente filmisch dokumentiert und die Inhalte später per Peer Instruction dem Plenum vermittelt werden. Ebenso können Medienprodukte auch als innovatives Prüfungsformat eingeführt werden.

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Beispiel: HOOU-Online-Projekt Ruvival mit studentisch erarbeiten OER

Wir beraten Sie gern bei der Konzeption und Entwicklung von Lernmaterialien für das Selbststudium und bei der sinnvollen Einbettung in die Struktur Ihrer Lehrveranstaltung.

LERNSTANDskontrolle und Feedback digital unterstützen

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Screenshot aus ILIAS Lernmodul
Kontinuierliches Lernen

Um das kontinuierliche Lernen im Laufe des Semesters zu unterstützen, bieten sich verschiedene digitale Tools an. In Form von Online-Lernmodulen (z.B. in ILIAS lassen sich Lernstandskontrollen und Feedbackverfahren initiieren.

Zur Reflexion des Lernprozesses und für kontinuierliches Feedback zu Arbeitsergebnissen wiederum lassen sich e-Portfolios einbinden, zum Beispiel mit der Software mahara.

 
 
 
Online-Peer-feedback

Beim Online Peer-Feedback geben sich Studierende mit Hilfe elektronischer Werkzeuge untereinander Rückmeldungen zu ihren Arbeiten. Je nach Tool können die Rückmeldungen

  • in Form eines vorgefertigten Formulars hochgeladen werden (z.B. zum Ankreuzen von Kriterien)
  • anhand von Leitfragen direkt online verfasst werden (z.B.: „Was hat mir besonders gut gefallen? Was habe ich nicht verstanden?“)
  • als Kommentare online eingefügt werden.
Tipps zum Thema Online-Peer-Feedback finden SIe auch beim Digitalen Freischwimmer
E-Klausuren

Für die Realisierung von E-Klausuren steht an der TUHH die Software EvaExam zur Verfügung. Lehrende können ihre Prüfungsbögen direkt in der Software anlegen. Die Auswertung der Antworten erfolgt überwiegend automatisiert, sodass der Korrekturaufwand erheblich sinkt. Das ZLL (vor allem unsere Fachreferentin für Prüfen, Katrin Billerbeck) berät gerne bei der Konstruktion der Fragen hinsichtlich Verständlichkeit und Komplexität der Multiple-Choice-Aufgaben. Experte für EvaExam ist bei uns Timo Kamph.

"Wir unterstützen Sie gerne dabei, Lerneinheiten zur Lernstandskontrolle didaktisch sinnvoll zu planen und geeignete (Open Source) Tools für deren Umsetzung auszuwählen."
Stephanie Wichmann
Telefon: 040 42878 4208

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sTUD.IP und ILIAS

Kommunikation und Kooperation in Stud.IP

Die Lernplattform Stud.IP bietet an der TUHH weitaus mehr als die Verwaltung von Lehrveranstaltungen und Studierenden. Sie dient der Kommunikation und Kooperation unter Studierenden und Lehrenden, stellt aber auch eine Vielzahl didaktischer Möglichkeiten bereit, wie Foren, Wikis, Vorlesungsaufzeichnungen und Übungen.

Lernressourcen in ILIAS

Ergänzt wird Stud.IP durch das Content-Management-System ILIAS, mit dessen integriertem Autorentool sich komplette Online-Lernmodule mit Infotexten, Abbildungen, Lehrvideos und Übungen erstellen lassen. Ebenso leicht realisierbar sind in Ilias verschiedene Testformate zur Lernstandsmessung, Umfragen, Peer-Feedback-Übungen oder Glossare.

Neuerdings bietet das Plugin H5P in ILIAS die Möglichkeit, interaktive Videos (siehe H5P-Video links) einzubinden. Aufgrund dieser vielfältigen Möglichkeiten lassen sich mit Stud.IP/ILIAS zum Beispiel Flipped-Classroom-Szenarien initiieren.

Mit H5P erstelltes Video des "Institute of Bioprocess and Biosystems Engineering"

Gern konzipieren wir gemeinsam mit Ihnen Lernszenarien und -materialien in Stud.IP und Ilias, um Ihre Lehrveranstaltung möglichst effizient zu unterstützen. Nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf!

DIGITALER fREISCHWIMMER: EIN ONLINE-LERNANGEBOT FÜR LEHRENDE

Digitaler Freischwimmer

Das ZLL hat ein Online-Angebot zu digitalen Werkzeugen in der Lehre entwickelt. Es liefert Ideen und ganz konkrete Tipps, wie Sie digitale Tools in Ihrer Lehre einsetzen können.

Seien es Weblogs, Wikis, Screencasts, Online-Quiz, E-Klausuren, Vorlesungsaufzeichnungen oder Online-Whiteboards – finden Sie heraus, wie Sie diese Tools sinnvoll nutzen können und welche Stolpersteine es gibt.

Hier geht’s zum Digitalen Freischwimmer!

LINKS und LITERATUR

Interessante Online-Angebote

e.teaching.org – Ein Online-Angebot des Leibnizinstituts für Wissensmedien mit praxisorientierten Informationen zu digitaler Hochschullehre.

Einfach gute Lehre – Der Lehre-Blog der Christian-Albrechts-Universität Kiel

Lehre A-Z – Online-Angebot der Technischen Hochschule Köln – Steckbriefe, Videos, Interviews und Links rund um das Thema Gute Lehre.

Lehre laden – Online-Angebot der Ruhruniversität Bochung mit Tipps, Downloads und Literatur zu digitaler Lehre

Hochschulforum Digitalisierung – Diskurs, Strategien, Themendossiers und Netzwerken rund um digitale Hochschulbildung

Digitaler Freischwimmer – Online-Lernangebot des ZLL (TUHH) zu digitalen Tools in der Lehre

Hamburg Open Online University –  Sammlung von Online-Lernangeboten auf Grundlage von Open Educational Resources

Insights – Lehre und Forschung im digitalen Experimentierfeld der TUHH

Spannende Literatur

Die gesamte Bandbreite nutzen – Mit digitalen Medien in MINT-Fächern lernen – Schriften zur Didaktik in den Ingenieurwissenschaften Nr. 5 – Zentrum für Lehre und Lernen, 2017.

Online-Whiteboards zur Unterstützung kollaborativer Schreibprozesse  –  Schermeier, S., Podleschny, N., Stahlberg, N., Schröder, C., & Burkhardt, C. (2018).  In: Journal der Schreibberatung. Ausgabe 15 (Juni 2018): Digitales Schreiben – Schreiben in digitalen Umgebungen.

L3T Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien Ein übersichtlicher Einstieg in das Thema E-Learning. 

 
 
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