Online-Quiz

Veröffentlicht von Lennart Osterhus am

Online-Quiz

Einführung

Online-Quiz sind webbasierte Test- und Aufgabenformate. Sie können zwei Ziele verfolgen: Zum einen dienen sie als Mittel zur Lernstandskontrolle der Studierenden. Andererseits kann ein Quiz auch ein Feedback-Element für Lehrende darstellen. So können sich Lehrende mit Hilfe von Online-Tests einen Überblick über den Lernstand der Studierenden verschaffen und ihre Lehrveranstaltungsinhalte entsprechend anpassen.

Einsatzszenario

Lernstandskontrolle

Ein Problem vieler Studierender ist, dass sie ihren eigenen Lernstand schlecht einschätzen können. In der Veranstaltung klingt alles sehr nachvollziehbar, aber bei der Klausurvorbereitung stellt man fest, dass man die Lerninhalte noch nie angewendet hat. Kontinuierliches formatives Assessment in Form von Online-Quiz kann hier helfen. Durch Online-Tests können Studierende unabhängig von festen Veranstaltungsterminen mögliche Wissenslücken identifizieren und gezielt schließen. 

In einem Online-Quiz kann zum Einen faktisches Wissen abgefragt werden: z.B. über die Auswahlmöglichkeit zwischen einer richtigen und mehreren irreführenden falschen Antworten oder aber Zuordnungs- und Lückentextaufgaben.

Ob erworbenes Wissen tatsächlich angewendet werden kann, scheint erstmal schwieriger online zu prüfen zu sein. Eine Möglichkeit, diese Anwendungsfähigkeit zu prüfen ist, Studierenden eine Aufgabe auf Papier ausrechnen zu lassen und lediglich Zwischenergebnisse und das Endergebnis abzufragen.

Feedback-Element

Ebenso können Lehrende sich mit Hilfe von Online-Quiz einen Überblick über den Lernstand ihrer Studierenden verschaffen. Das geht so: Vor der Veranstaltung bearbeiten die Studierenden online Fragen zum aktuellen Lernstoff. Dabei kann es sich um Multiple-Choice-Fragen handeln oder auch um Fragen mit der Möglichkeit zur Freitextantwort (z.B. “Welches Thema bereitet Ihnen noch Schwierigkeiten?”).

Die Ergebnisse dieser Fragen wertet der/die Lehrende aus und gestaltet die folgende Präsenzveranstaltung entlang der ermittelten Bedarfe bzw. Wissenslücken (Konzept Just-in-Time-Teaching).

Tipps zur Umsetzung

Passende Online-Quiz erstellen

Gerade bei großen Studierendengruppen empfiehlt es sich, Online-Quiz zu erstellen, die automatisch ausgewertet werden. Denn dies verringert den Arbeitsaufwand bei der Auswertung. Studierende erhalten unmittelbar nach der Bearbeitung eine Rückmeldung mit Ergebnissen. Zudem ist es möglich, für falsch beantwortete Fragen Hinweise einblenden zu lassen, die auf typische Fehler aufmerksam machen oder auf entsprechende Literatur verweisen können.

Das Formulieren von Fragen und Antworten ist nicht trivial. In unserem Beitrag Digitale Aufgaben konstruieren finden Sie weitere Tipps dazu.

Zur Teilnahme an Online-Quiz motivieren

Um Studierende zur Teilnahme an einem Online-Quiz zu motivieren, ist es hilfreich, die Quiz-Antworten ausdrücklich in die Lehrveranstaltung zu integrieren und in der Vorlesung explizit die Stellen zu nennen, die durch studentische Antworten beeinflusst wurden. Aber auch Bonuspunkte für die Klausur können hier motivierend wirken.

Sinnvoll Punkte vergeben

Gerade bei Online-Aufgaben fällt auf, dass Studierende Musterlösungen oftmals in Gruppen sozialer Netzwerke verbreiten. Gute Erfahrungen wurden dabei gemacht, nicht nur richtige Antworten mit Punkten zu versehen, sondern vielmehr die ernsthafte Beantwortung. Darunter fallen z.B. nachvollziehbare, zur Frage passende, aber nicht notwendigerweise richtige Antworten. Ebenso bieten sich Fragen an, die einen größeren inhaltlichen Spielraum geben, sodass es nicht die eine richtige Antwort gibt (z.B.: “Was macht eine gute Präsentation aus?”).

Tools an der TUHH

An der TUHH steht zur Realisierung von Online-Quiz die Lernplattform ILIAS zur Verfügung. Hierin kann man Test mit verschiedenen Fragetypen erstellen: Drag-and-Drop, Lückentexte, numerische Antworten, Freitextaufgaben etc.. Weitere Infos finden Sie in diesem Beitrag zu ILIAS.

Tools an der HCU

An der HCU steht zur Realisierung von Online-Quiz die Lernplattform moodle zur Verfügung. Hierin kann man Tests mit verschiedenen Fragetypen erstellen: Drag-and-Drop, Lückentexte, numerische Antworten, Freitextaufgaben etc.. Weitere Infos finden Sie in diesem Beitrag zu moodle.

Für formatives Assessment in der Mathematik wird überdies das E-Assessmentsystem möbius courseware genutzt (weitere Infos zu möbius). Mit diesem System lassen sich randomisierte Fragen erstellen, auf die automatisiert oder individuell Feedback gegeben werden kann.

Literatur

ELAN e.V.: E-Assessments & E-Klausuren: E-Prüfungen an Hochschulen. (zuletzt besucht am 08.06.2020)

ZMML (Zentrum für Multimedia in der Lehre): Tipps zur Erstellung von MC-Fragen. E-Assessment. Universität Bremen (zuletzt besucht am 08.06.2020)

Lindner, M. A., Strobel, B., Köller, O. (2015). Multiple-Choice-Prüfungen an Hochschulen? Ein Literaturüberblick und Plädoyer für mehr praxisorientierte Forschung. In: Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 133-149. https://doi.org/10.1024/1010-0652/a000156 (zuletzt besucht am 08.06.2020)