Nutzung kommerzieller Apps und Datenschutz

Veröffentlicht von Lennart Osterhus am

Nutzung kommerzieller Apps und Datenschutz

Einführung

Wer sich entscheidet, soziale Medien, wie Wikis, Blogs, Foren oder soziale Netzwerke in der Lehre einzusetzen, findet im Internet ein vielfältiges Angebot kostenloser Tools vor, zu denen in der Regel passende Smartphone-Apps bereitgestellt werden.

Die Nutzungsbedingungen für diese Angebote sind allerdings oftmals sehr komplex. Daher ist im Einzelfall ihre Kompatibilität mit dem deutschen Datenschutz zu prüfen, da häufig das Nutzungsverhalten für kommerzielle Zwecke ausgewertet wird und Daten außerhalb des europäischen Rechtsraums gespeichert werden.

Häufig fallen auch für die Nutzung der Basisversion keine Kosten an, für essentielle Zusatzfunktionen und größeren Speicherplatz wird jedoch schnell ein monatlicher oder jährlicher Betrag fällig.

datenschutz

Tipps zur Umsetzung

Open Source

Die bessere Wahl in dieser Hinsicht stellen Systeme auf Basis freier und quelloffener Software dar, die ebenfalls kostenfrei sind und von der Hochschule bereitgestellt werden können. Durch eine hauseigene Installation behält das Rechenzentrum bzw. die Hochschule die Kontrolle über die Daten und kann den Teilnehmenden zusichern, diese nicht an Dritte weiterzugeben. Auch ist die Zukunft des Angebots nicht an die Rentabilität eines dahinter liegenden Geschäftsmodells geknüpft, sondern vielmehr an eine aktive und offene Entwicklungsgemeinschaft.

Kommerzielle Programme

Dennoch kann zumindest aus praktischer Sicht nicht eindeutig gegen kommerzielle Angebote votiert werden, da gerade offene webgestützte Lernszenarien teilweise an großen Anbietern hängen. So lässt sich ein Connected-Learning-Szenario, in dem nutzergenerierte Inhalte über einen Hashtag zusammengeführt werden, nur sinnvoll mit Twitter umsetzen. Hochschulinterne Installationen quelloffener Microblogging-Dienste entfalten hier nicht die notwendige Reichweite.

Hochschulinterne Installationen

Geht es hingegen primär darum, mit Studierenden den forschungs- und lehrbezogenen Austausch über soziale Medien zu üben und in einem partizipativen Rahmen zu untersuchen, welche Mehrwerte diese für das eigene Lernen im Studium haben, bieten hochschulinterne Installationen auf Basis freier Software zahlreiche Vorteile. Gerade Blog- und ePortfolio-Systeme bieten Lernenden die Möglichkeit, selbst über die Reichweite ihrer Beiträge zu entscheiden.

Die TUHH nutzt und evaluiert in einigen Projekten und Veranstaltungen die Social-Networking-Software HumHub sowie das Chat-Tool Mattermost, das ebenfalls für einen transparenten Austausch in Forschung und Lehre großes Potenzial entfalten kann (Perkel 2016). Zudem wurde die Forumssoftware Discourse zum Aufbau einer offenen Lerngemeinschaft in Betrieb genommen.

Literatur

Perkel, Jeffrey M. (2016): How scientists use slack. In: Nature. International weekly journal of science. Online unter: nature.com/news/how-scientists-use-slack-1.21228. Zugriff am 16.03.2017.

Heidrich, J., Bauer, P., Krupka, D. (2018). Future Skills: Ansätze zur Vermittlung von Data Literacy in der Hochschulbildung. Arbeitspapier 37.Hochschulforum Digitalisierung. https://hochschulforumdigitalisierung.de/sites/default/files/dateien/HFD_AP_Nr37_DALI_Studie.pdf


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