Murmelgruppen (Buzz Groups)

Veröffentlicht von nicolep am

Murmelgruppen (Buzz Groups)

Einführung

Murmelgruppen, auch “Buzz Groups” genannt, ist eine niederschwellige Methode, um Studierende in Vorlesungen zu aktivieren. Murmelgruppen nehmen nicht viel Zeit in Anspruch und können unabhängig von der Gruppengröße in Präsenzveranstaltungen oder in Web-Meetings eingesetzt werden. 

Einsatzszenario

In der Präsenzveranstaltung: Nach einem kurzen Input der Lehrperson bekommen die Studierenden eine Frage gestellt. Sie haben dann – je nach Schwierigkeitsgrad der Frage – 3-10 Minuten Zeit, sich mit den Nachbarn oder Nachbarinnen auszutauschen. Nach Ablauf der Zeit wird um Ruhe gebeten und die Lehrperson fragt die Ergebnisse der Gruppen ab. Dies geschieht, indem beispielsweise einzelne Gruppen gefragt werden oder mit Hilfe von Abfragen, z.B. über ein Audience Response System oder per Handzeichen. 

Im Web-Meeting: Nach einem kurzen Input bekommen die Studierenden eine Frage gestellt. Die Lehrperson startet Breakout-Rooms für zwei bis drei Teilnehmende mit automatischer Zuweisung. Studierende haben je nach Schwierigkeitsgrad der Frage 3-10 Minuten Zeit, sich mit den Peers auszutauschen. Nach Ablauf der Zeit werden die Breakout-Sessions beendet und die Studierenden kehren in den Hauptraum zurück. Die Lehrperson kann die Studierenden auffordern, von ihren Ergebnissen zu berichten. Eine Alternative, insbesondere für große Gruppen, ist eine Umfrage, z.B. Single- oder Multiple-Choice-Frage, die vorab in der Webmeeting-Anwendung angelegt wurde. 

Vorteile von Murmelgruppen

+ Die Hemmschwelle für Wortmeldungen sinkt.

+ Studierende setzen sich aktiv mit den Inhalten auseinander statt passiv zu rezipieren.

+ Die Diskussion wird gefördert.

+ Monotone Frontalvorlesungen werden aufgebrochen.

+ Lehrende bekommen Feedback über das Verständnis der Studierenden

Im folgenden Video wird anhand von Beispielen erklärt, wie die Komplexität der Fragen gesteigert werden kann .

Stephen Brookfield – Buzz Groups (2019). Association of College and University Educators – 1.15 min. URL: https://www.youtube.com/watch?v=_71ClQsQ8Iw&ab_channel=AssociationofCollegeandUniversityEducators

Tipps zur Umsetzung

Leitfragen erstellen

Der Fantasie sind bei der Erstellung der Fragen keine Grenzen gesetzt. Leitfragen ergeben sich aus der Disziplin und dem Zeitpunkt der Frage. Beispiele:

  • Ein neues Thema startet. Die Frage könnte lauten: “Was wissen Sie bereits über … ?”
  • Die Lehrperson rechnet etwas vor. Mögliche Fragen: “Wie sieht der nächste Schritt aus?”, “Für welchen Lösungsansatz würden Sie sich entscheiden?”.
  • Die Lehrperson stellt ein theoretisches Konzept vor. Die Studierenden diskutieren dann: “Ist das Konzept auf Fall x zu übertragen oder nicht? Warum?”

Je nach Leitfrage entscheidet die Lehrperson, welche Art des Feedbacks (Wortmeldungen oder Abfragen) sinnvoll ist.

Zeitpunkt des Einsatzes

Murmelgruppen nehmen nicht viel Zeit in Anspruch und können flexibel eingesetzt werden um

  • Studierende auf ein neues Thema einzustimmen,
  • Vorwissen zu aktivieren,
  • zuvor gehörtes theoretisches Wissen anzuwenden und
  • Rückmeldung über das Verständnis zu erhalten.
Tools an der TUHH

Für die Präsenzveranstaltung: Die TUHH verwendet Turning Point 8 (mehr Infos hier). Hier gibt es zurzeit zwei technische Lösungen, um Clicker-Abfragen durchzuführen: Es gibt Hardware-Clicker-Sets, die aus einem USB-Empfänger und einer bestimmten Anzahl an Handsendern bestehen, die die Antworten der Studierenden per Funksignal übertragen.

Daneben gibt es Lizenzen für die sogenannte “mobile response”-Option, bei der die Studierenden ihre privaten Smartphones, Tablets oder Laptops als Abstimmgeräte benutzen. Bei dieser Lösung wird die Verbindung zwischen dem Computer der Lehrperson und den Geräten der Studierenden über das Internet hergestellt.

Für das Webmeeting: Die TUHH nutzt die Software ZOOM, um in Lehrveranstaltungen mit bis zu 300 Teilnehmenden live mit den Studierenden zu kommunizieren, diese in Breakout-Rooms zu schicken oder Abstimmungen durchzuführen. Hilfreiche Zoom-Tutorials finden Sie hier.

Tools an der HCU

Für die Präsenzveranstaltung: Die HCU empfiehlt den Einsatz von “mobile response”-Systeme, bei der die Studierenden ihre privaten Smartphones, Tablets oder Laptops als Abstimmgeräte benutzen, z. B. E-Voting (moodle), Formulare in Nextcloud (HCU-Cloud).

Für das Webmeeting: Die HCU nutzt die Software ZOOM, um in Lehrveranstaltungen mit bis zu 300 Teilnehmenden live mit den Studierenden zu kommunizieren, diese in Breakout-Rooms zu schicken oder Abstimmungen durchzuführen. Hilfreiche Zoom-Tutorials finden Sie hier sowie in dem ZOOM-Tutorial auf moodle (nur für HCU-Angehörige)

Literatur

Murmelgruppe (Buzz Group). Methodenpool. Technische Universität Dresdnen. URL: https://tu-dresden.de/karriere/weiterbildung/ressourcen/dateien/lit/Methode_Aktivierung_Murmelgruppe_BuzzGroup.pdf?lang=de (zuletzt besucht am 18.11.2020)

Buß, Imke (o.J.). Buzz Group / Murmelgruppe. Stabstelle Studium und Lehre Hoschuldidaktik Ludwigshafen-Worms. URL: https://www.hwg-lu.de/fileadmin/user_upload/service/studium-und-lehre/hochschuldidaktik/Murmelgruppe_03.09.pdf (zuletzt besucht am 18.11.2020)

Header-Bild von Bruno /Germany auf Pixabay