#digitalonly Newsletter Nr. 8 Flipped Classroom & Open Educational Resources

Veröffentlicht von medienunddidaktik am

Schwerpunkt: Flipped Classroom & OER
Ausgabe 8|August 2020

 

Liebe #digitalonly-Community,

Irgendwann kehren wir zurück in Seminarräume, Hörsäle und andere Lernorte unserer Universität. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Während wir uns nach dem “old normal” sehnen, haben wir die Chance zu überdenken, was eigentlich der Zweck unseres Lehrens und Lernens vor Ort ist. Es gilt zukünftig, das Beste aus der digitalen und der analogen Welt miteinander zu kombinieren. Hierbei erfährt der sogenannte Flipped Classroom (aka Inverted Classroom) ganz neuen Zuspruch in der Lehrenden-Community. Dieses Konzept, welches die Wissensvermittlung mit Hilfe von Online-Ressourcen ins Selbststudium verlagert, wird nun von vielen Lehrenden übernommen.

Prof. Werner Maurer [@systemdynamiker]. Tweet am 10.03.20 (Twitter)
World Economic Forum [@wef]. Tweet am 29.07.20 (Twitter).

“The fact is, much of the in-person time in classrooms around the world is wasted in one-too-many lectures that might as well have been delivered on Zoom. Instead, we need massive adoption of the flipped classroom….This is not a new idea; many fields…such as mine, MIT – understand that students need to marinate in the content….” (siehe Artikel von Sanjay E. Sarma – MIT)

Flipped Classroom rein virtuell?

Das Konzept kann auch das #digitalonly-Semester inspirieren: Stellen Sie Ihren Studierenden Lernmaterialien in moodle oder Stud.ip/Ilias zur Verfügung. Diese müssen nicht zwangsläufig aufwändig produzierte (Erklär-)Videos ein. Es kann auch ein spannender Fachartikel oder ähnliche Ressource sein. 

Lehr- und Lerntechnologien TU Graz [llt.tugraz]. Post am 03.06.20 (Instagram)

Sie können auch einen kleinen Rechercheauftrag geben: Schicken Sie Ihre Studierenden zum Beispiel los, um in ihrer Umgebung nach realen Anwendungen ihres Studiums Ausschau zu halten (Architekturstil, Verkehrsführungen, Bauschäden u.v.m.) Studierende fotografieren ihre Entdeckungen, beschreiben den Kontext und laden es beispielsweise im Forum des Lernmanagementsystems hoch.

In der anschließenden Live-Session in Zoom bieten sich über die Funktionalitäten “Abstimmungen”, “Breakout-Sessions” oder “Frage-Antwort”-Runden im Chat vielfältige Möglichkeiten für Interaktion und Diskussion. Binden Sie Ihre Studierenden gern auch in die Gestaltung der synchronen Sitzung ein, indem Sie im Vorhinein Wünsche und Ideen der Studierenden einsammeln. Weitere Denkanstöße finden Sie unten im Beitrag Flipped Classroom.

Wie läuft das in der Praxis ab?

Wir haben Annette Scheider, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studienprogramm Geodäsie und Geoinformatik (HCU), gefragt, wie sie in ihren synchronen Live-Sessions Zeit für Diskussion und Vertiefung schafft:

"Die Lerninhalte der Veranstaltungen wurden in Form von 10- bis 15-minütigen Video-Einheiten vermittelt, mit denen die Studierenden flexibel und selbständig lernen konnten. Dadurch konnten wir uns in den wöchentlich stattfindenden Live-Sessions auf die Kernpunkte der behandelten Themen konzentrieren. Ebenso haben wir Zeit dafür gewonnen, die praktische Relevanz anhand von Beispielen und Anwendungsfällen zu zeigen (wie z. B. die Vermessung auf einer Tunnelbaustelle). Durch ein schrittweises Vorgehen konnten die Studierenden ihre Fragen direkt am Beispiel einbringen und alternative Ansätze und Vorgehensweisen diskutieren."
Annette Scheider
Wissenschaftliche Mitarbeiterin - Geodäsie und Geoinformatik (HCU)

Der Flipped-Classroom ist aber kein Selbstläufer: Häufig berichten Lehrende, dass sie viel Energie in die Umsetzung des Flipped-Classroom-Konzeptes stecken, Studierende jedoch unvorbereitet in die Präsenzveranstaltung kommen. Marco Klein, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institute for Ship Structural Design and Analysis (TUHH), berichtet von seinen Erfahrungen:

"Unsere Übung im Modul „Grundlagen der Konstruktion und Strukturanalyse von Schiffen“ (5. Semester, Bachelor) war dadurch geprägt, dass am Anfang der Übung eine zeitintensive rezeptive Wiederholung der für die Übung relevanten Grundlagen stattfand. Als Konsequenz daraus ergab sich, dass für die eigentlichen Übungsaufgaben meist nicht genug Zeit war. Der Flipped Classroom hat sich hier als sehr gutes Werkzeug erwiesen. Es zeigte sich, dass das Konzept unterschiedlich schnell von den Studierenden als wichtig bzw. hilfreich erachtet und somit angewandt wird. Aus Sicht des Dozenten empfiehlt es sich, dass man das Konzept konsequent fortführt und die Vorteile für die Studierenden immer wieder kommuniziert.
Marco Klein
Wissenschaftlicher Mitarbeiter - Institute for Ship Structural Design and Analysis (TUHH)
Open Educational Resources

Da die Produktion von Vorlesungsaufzeichnungen und Lehrvideos für den Flipped Classroom recht aufwändig sein kann, haben Sie sicherlich schon erlebt. Vielleicht lohnt es sich, Open Educational Resources (OER) in Ihre Lernmaterialien einzubeziehen. Dies können Video, Bilder oder Texte sein, die Sie frei nutzen, verändern und wiederveröffentlichen werden können.

Was beim Einsatz zu beachten ist, erfahren Sie im Beitrag Open Educational Resources

Im Rahmen eines HOOU-Projektes entstanden: OER-Videos zu Laborversuchen und Prüfverfahren in der Baustofftechnologie

Lesenswerte Beiträge

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