#digitalonly-Newsletter Nr. 7 Alternative Prüfungsformate

Veröffentlicht von nicolep am

Schwerpunkt: Alternative Prüfungsformate
Ausgabe 7|Juli 2020

Liebe #digitalonly-Community,

die vorlesungsfreie Zeit nähert sich und damit auch die Prüfungsphase. Jedes Prüfungsformat birgt im Online-Semester besondere Herausforderungen.

Photo by Robert Bye on Unsplash

Mündliche Prüfungen, Referate und Präsentationen finden im Online-Semester nun über ZOOM statt, Hausarbeiten und schriftliche Ausarbeitungen werden online betreut und über das Lernmanagementsystem eingereicht. Und Gruppen fertigen ihre Arbeiten und Projekte (manchmal mühsam) über Chats, Webmeetings und Kollaborationsplattformen gemeinsam an. 

Ausgerechnet für die häufigste Prüfungsform, die Klausur, bieten sich an den meisten Hochschulstandorten noch keine adäquaten Alternativen zu der Prüfung vor Ort. Denn die Klausur muss formal unter Aufsicht, vor Ort und in einem vorgegebenen Zeitrahmen stattfinden. Längst nicht jede Hochschule verfügt über eine eigens aufgesetzte Prüfungsumgebung für ihre Lernplattform, die Sicherheit gewährleistet. Ebenso müssen die Online-Prüfungsformen zur jeweiligen Prüfungsordnung passen. Und natürlich gilt es, Chancengleichheit zu wahren: Langsamer Computer, zu kleiner Bildschirm, schwaches Internet, laute WG-MitbewohnerInnen – ein faires Prüfungsverfahren kann eine Hochschule nicht gewährleisten, wenn Studierende die Klausur zu Hause schreiben.

Einige Hochschulen ermöglichen bereits Online-Klausuren, bei denen Studierenden sich vorab eine Prüfungssoftware auf den eigenen Rechnern installieren und die Prüfung mit dem sogenannten Online-Proctoring durchgeführt wird (siehe Interview mit Dr. Matthias Baume, Technische Universität München). Bis zur Einführung dieses Formats vergehen oftmals Jahre, da die organisatorischen, technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen meist erst geschaffen werden müssen.

E-Klausuren als Präsenzprüfung

Gerade bei großen Kohorten sind E-Klausuren dennoch eine gute Wahl. Denn sie bieten Vorteile bei der Korrektur: eine bessere Lesbarkeit und je nach Aufgabenstellung eine automatisierte Auswertung.

E-Klausuren können auf verschiedene Arten gestaltet werden: als Prüfung im Antwort-Wahl-Verfahren oder mittels fachspezifischer Software für  authentische Aufgabenstellungen. Lesen Sie mehr im Beitrag. E-Klausuren.

Einige alternative Prüfungsformate

Wir wissen nicht, was das nächste Semester an Einschränkungen mit sich bringt. Aber eine gute Prüfung am Ende oder sogar begleitend zum Semester braucht es in jedem Fall. Vielleicht ist deshalb schon jetzt ein guter Zeitpunkt zu resümieren, was mit der aktuellen Prüfung gut läuft und ob ein alternatives Prüfungsformat passen könnte.

Prüfungsidee Nr. 1: Die Projektarbeit

Im Master-Modul Location Based Services (LBS) an der HCU wird als Prüfungsformat bereits länger eine Projektarbeit genutzt, die die Studierenden in einer Präsentation und mit einem Prüfungsgespräch verteidigen. Projektziele sind z.B. das Entwickeln einer Software, die die verschiedenen Smartphone-Sensoren für die Navigation nutzt oder das Verschneiden von semantischen und geodätischen Daten zur Beantwortung von standortabhängigen Fragen, z.B. „Wann fährt der nächste Bus nach…?“

„Die Projekte in diesem Modul werden aus den aktuellen Forschungsfragen der HCU-Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ausgewählt, so dass das Forschende Lernen im Fokus steht und nicht zwingend das Entwickeln eines praxistauglichen Produktes. Dieses Format konnten wir gut mit Hilfe regelmäßiger Online-Besprechungen und einem regen E-Mailverkehr in das "Coronasemester" übertragen werden. Wir konnten ein sehr fokussiertes Arbeiten beobachten und sind sehr gespannt auf die Abschlussberichte.“
Eike Barnefske
Wissenschaftlicher Mitarbeiter Ingenieurgeodäsie und Messtechnik (HCU)
Prüfungsidee Nr. 2: Medienerstellung durch Studierende

Ebenso können Sie Ihre Studierenden ihre fachliche Ausarbeitung in anderen Medienformaten als einem Wordfile oder PDF präsentieren lassen, beispielsweise mit Hilfe einer Webseite, einem Podcast, einem Video, einer Simulation oder Animation – oder einem Mix. Lesen Sie mehr in unserem Beitrag Medienerstellung durch Studierende unten.

Prüfungsidee Nr. 3: Jupyter Notebooks

Mit Jupyter Notebook kann man interaktive „Arbeitsblätter“ erstellen. Diese werden in einem Browser geöffnet. Jupyter Notebooks können Text und Medien, z.B. Bilder, Grafiken und Videos sowie Quellcode, enthalten. Der Quellcode kann direkt ausgeführt werden.

Screenshot eines Jupyter Notebooks

Jupyter Notebooks sind vor allem im Bereich der Data Science hochaktuell. Sie werden aber auch in den Geisteswissenschaften erfolgreich eingesetzt, z.B. um die Erstellung eines Referenzdatensatzes mit allen Schritten der Daten-Akquise und Selektion sowie Bereinigung zu dokumentieren (vgl. Malte Vogl (2018). Mehr im Beitrag Jupyter Notebook.

Lesenswerte Beiträge

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und schöne Sommertage. Bleiben Sie bitte weiterhin gesund und kommen Sie gut durch die Prüfungsphase!

Ihr Team Medien & Didaktik der HafenCity Universität Hamburg sowie
Ihr Zentrum für Lehre und Lernen der Technischen Universität Hamburg

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Coverphoto by Matt & Chris Pua on Unsplash


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