Zusammenarbeit von Schülern, Schülerinnen und Studierenden in OER-Projekten

Die Vision der Hamburg Open Online University, sich neuen Zielgruppen gegenüber zu öffnen, wird tatsächlich gleich in zwei HOOU-Projekten Wirklichkeit. Vor Kurzem berichteten wir bereits über das Online-Lernrojekt Mikie – Mikroben im Einsatz, in dem Studierende gemeinsam mit Oberstufenschülern und -schülerinnen der Goethe-Schule-Harburg Prozesspläne zum Einsatz extremophiler Mikroorganismen entwickelten. Im Rahmen von MikiE hat das Institut für Technische Mikrobiologie vielfältige Open Educational Resources zur Vermittlung der komplexen mikrobiologischen Lerninhalte geschaffen, wie zum Beispiel ein Wiki mit Infotexten, Videos und Quiz-Elementen. Der Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern der Goethe-Schule-Harburg war über Olaf Zeiske zustande gekommen, der als Referent im MINT- und im Medienreferat der Behörde für Schule und Berufsbildung ein besonderes Interesse an naturwissenschaftlichen OER besitzt.

Über die Zusammenarbeit rund um MikiE wurde Olaf Zeiske auf ein zweites, vom ZLL betreutes HOOU-Projekt aufmerksam, das das Institut für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz entwickelt hat. In dem Projekt RUVIVAL ist eine Vielfalt von offenen Lernressourcen, wie interaktive Vorlesungen, Quizelemente und Legetrickfilme, zu Themen wie Erosionsbekämpfung, Grundwasseranreicherung und Bodenverbesserung entstanden. Die RUVIVAL-Website wird wöchentlich um neue Lerneinheiten und Elemente ergänzt.

Von Schülerinnen und Schülern entwickeltes OER im Projekt RUVIVAL

Im Rahmen einer Kooperation mit dem Oberstufenprofil Ökosystemforschung an der Goethe-Schule-Harburg und einem von der Geografielehrerin Christine Geppert angeleiteten Geografiekurs an der Stadtteilschule Oldenfelde bekamen Schülerinnen und Schüler nun die Möglichkeit, unter Betreuung des RUVIVAL-Teams eigene kleine OER-Einheiten zu konzipieren und zu produzieren, die dann in das öffentlich zugängliche Lernarrangement eingebunden werden. Für die Schülerinnen und Schüler war dies eine tolle Gelegenheit, theoretische und praktische Kenntnisse im Hochschulumfeld zum Einsatz zu bringen.

Nach einigen Wochen eifriger Kreativarbeit kamen die drei Schülerteams Anfang Juli an der Technischen Universität Hamburg zusammen, um dem RUVIVAL-Team ihre eigens erstellten Lerneinheiten und OER-Elemente zu präsentieren. Entstanden sind vielfältige Lerneinheiten, zum Beispiel zu den Themen Wasserknappheit, Nassreisanbau und Aquaponik, die nach und nach auf der RUVIVAL-Seite veröffentlicht werden.

Olaf Zeiske über seine Erfahrungen mit den beiden OER-Projekten:
“MikiE und Ruvival zeigen sehr interessante Ansätze, wie sich universitäre OER-Angebote zur Bereicherung des Schulunterrichts nutzen lassen können. Hier entstehen neue Spielräume für das schulische Lernen. Überdies werden neue Schnittstellen zur Studienorientierung erkennbar. Geprägt ist das Ganze von einer hohen fachlichen Qualität und vielschichtigen Anforderungen an das fachliche Reflektieren, Produzieren und Kommunizieren in einer digital gestalteten Lernumgebung. Im Grunde entsteht hier gerade ein faszinierendes Experiment, das an fachlichen Inhalten orientiert phasenweise die Grenzen zwischen Schulunterricht und Studium auflösen lässt – mit vielseitigen Vorteilen für alle Beteiligten.”

Auch Ruth Schaldach und Tina Carmesin aus dem RUVIVAL-Team zeigen sich begeistert:
„Durch die eigenständige Themenwahl und die anschließende Entwicklung der OER in Kleingruppen können die Schüler und Schülerinnen ihre Kenntnisse über nachhaltige ländliche Entwicklung vertiefen. Auf ein gewisses Grundwissen können sie hierbei bereits zurückgreifen, denn die RUVIVAL-Themen entsprechen in großen Teilen den Geografieinhalten der Oberstufe. Bei der Erstellung der OER mit Open-Source-Software (H5P und WordPress) bauen die Teilnehmenden ihre Medienkompetenz aus. Gleichzeitig lernen sie Publikationsprozesse kennen. Wir halten den Austausch zwischen Universität und Schule für sehr wertvoll und freuen uns sehr, diese Kooperationen zukünftig weiter auszubauen.“

Die beiden HOOU-Projekte RUVIVAL und MikiE schaffen auf diese Weise attraktive Lernangebote für Oberstufenschüler und -schülerinnen, die für die TUHH als potenzielle Studierende von morgen eine sehr wichtige Zielgruppe darstellen. Überdies geben die beiden Projekte bedeutende Impulse für die Weiterentwicklung digitaler Lehr- und Lernszenarien an der TUHH.

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