ZLL auf dem XI. Prowitec-Symposium in Köln

Schreiben am Übergang ins ingenieurwissenschaftliche Studium

Der Übergang von der Schule zur Universität stellt viele Studierende nicht nur in fachlicher Hinsicht vor Herausforderungen. Auch überfachliche Kompetenzen wie das Schreiben sind von unterschiedlichen Einsatzweisen und Anforderungen betroffen. Denn meist ist der Übergang durch unvertraute Textsorten, Schreibaufträge und Schreibanlässe geprägt. Da Studierende sich mit den neuartigen Anforderungen des akademischen Schreibens im Laufe des Studiums erst vertraut machen müssen, verlaufen die ersten Schreibversuche an der Universität oft mühsam. Die Frage danach, wie sich im Schreiben Übergänge von einer zur anderen Bildungsinstitution besser abfangen und gestalten lassen, ist daher ein zentraler Punkt, der auch auf dem diesjährigen Prowitec-Symposium diskutiert wurde.

Foto: Lina P. A. Nguyen
Foto: Lina P. A. Nguyen

Unter dem Titel „Schreiben im Übergang – Übergänge gestalten“ fand am 28. + 29. Mai 2015 an der Universität zu Köln das XI. Prowitec-Symposium statt. Das ZLL war mit einem Beitrag zum Schreiben in der Studieneingangsphase vertreten. Gerade in den ersten Semestern ist es wichtig, die Weichen zu stellen und Schreib- und Lernstrategien langsam und kontinuierlich aufzubauen. Daher integriert der alternative Studienweg mytrack auf verschiedenen Ebenen die Entwicklung von Schreib-, Lern- und Reflexionsstrategien, die sowohl für das ingenieurwissenschaftliche Studium als auch für den Ingenieursberuf wichtig sind. Beispielsweise werden im mytrack durch den Einsatz eines E-Portfolios metakognitive Selbstorganisationsstrategien entwickelt, die auf die Steuerung des Lern- und Arbeitsprozesses abzielen. Weiterhin wird das Schreiben eingesetzt, um Inhalte und Gedanken von Gruppenarbeit zu strukturieren und zu präzisieren. Zudem wird eigenständiges Denken und Problemlösen in der Gruppe durch das Formulieren von Hypothesen angeregt; Lern- und Arbeitsstrategien werden durch das schriftliche Festhalten von Lernfragen entwickelt. Auf diese Weise entwickeln Studierende nicht nur die Fähigkeit zum präzisen Formulieren, sondern auch ein Bewusstsein dafür, dass Schreiben eine heuristische Funktion hat.

Schreiben im Chemiepraktikum

Foto: Roman Jupitz
Foto: Roman Jupitz

Unter vielen interessanten Vorträgen auf der Prowitec ist das von Ines Lammertz vorgestellte Projekt „Learn-to-Write“ der RWTH Aachen für den TUHH-Kontext besonders interessant. Um die Studierenden beim Aufbau akademischer Schreibkompetenz zu unterstützen, wurde an der RWTH ein Chemiepraktikum umstrukturiert und um das Verfassen von Kurzveröffentlichungen ergänzt. Das „Learn-to-Write“-Projekt setzt ähnlich wie das ZLL auf den kontinuierlichen Aufbau von Schreibfähigkeit. Die Studierenden müssen über das ganze Semester verteilt mehrere Kurzveröffentlichungen schreiben sowie die Kurzveröffentlichungen ihrer Kommilitonen kritisch beurteilen.

Wenn Sie ebenfalls daran interessiert sind, Studierende bei der Entwicklung von Schreibkompetenzen durch den gezielten Einsatz sinnvoller Schreibaufträge zu unterstützen, sprechen Sie mich gern an: nadine.stahlberg@tuhh.de

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