“Visionen und Versionen einer digitalen Qualifizierung” – Workshop auf dem OERcamp 2016

Am 28. und 29. Februar fand das OERcamp 2016 statt, ein seit 2012 regelmäßiges Barcamp rund um freie Bildungsmaterialien (OER), das dieses Jahr im Rahmen des ersten OER-Festivals durchgeführt wurde.

Barcamps sind offene Tagungen, deren Inhalt zentral von den Teilnehmenden (mit)bestimmt wird. Steht ein praxisorientierter Austausch zu OER im Fokus, deren Essenz in der Offenheit, in der Partizipation und im Teilen liegt, wird schnell klar, warum sich das Barcamp-Format ausgezeichnet für eine Tagung zu diesem Thema eignet und in der wachsenden OER-Gemeinschaft gern angenommen wird. Die Gemeinschaft besteht aus OER-Interessierten und unterschiedlichen Akteuren, die bereits an und mit OER arbeiten.

Dieses Jahr gab es auf dem OER(Bar)camp neben diversen Vorträgen und Diskussionsrunden auch zwei fest geplante Zeitstränge für Workshops, um längere Arbeitsphasen zu ermöglichen. Auch das Team “Digitale Qualifizierung” der Hamburger Open Online University war auf dem OERcamp dabei und hat einen Workshop zum Thema „Visionen und Versionen einer digitalen Qualifizierung“ durchgeführt. Gemeinsam mit 19 Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen Bildungsbereichen (Schule, Hochschule und Weiterbildung) wurden Implikationen und Inhalte von Qualifizierung für den produzierenden Umgang mit OER erörtert.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde startete der Workshop in der ersten Arbeitsphase mit einem Brainstorming, bei dem Stichpunkte zu den folgenden Leitfragen gesammelt wurden:
• Was zeichnet OER im Kern aus?
• Was könnte eine Qualifizierung zur Erstellung eigener OER auszeichnen?
• (Wie) Lässt sich überhaupt für die Erstellung offener Lehr-Lernmaterialien qualifizieren?

Im Anschluss wurden gemeinsam die Ergebnisse mit Blick auf mögliche Kategorien sortiert und inhaltliche Dopplungen gefiltert. Die grob geclusterten Stichpunkte bildeten den Grundstock für den weiteren Verlauf.

In der zweiten Arbeitsphase überlegten sich die Teilnehmer*innen in insgesamt drei Kleingruppen jeweils eine archetypische Person – genannt Kim – anhand der sie der Frage nachgingen “Was muss Kim wissen, können, lernen, tun, haben, zur Verfügung gestellt bekommen, … um OER zu produzieren?” In den anschließenden Präsentationen spiegelten sich die verschiedenen Herausforderungen der unterschiedlichen Bildungsbereiche wieder. Es wurden vielfältige Punkte zusammengetragen, die im workshopbegleitenden Etherpad unter dem folgenden Link festgehalten wurden: http://pad.o-e-r.de/p/oercamp16-Saal_1515h
Blick auf eine Bühne, die von gelblichem Licht beleuchtet wird. Links im Bild zwei Frauen. In der Mitte stehen zwei Pinnwände mit mehrenen Post-Its drauf nebeneinander. Rechts davon ein Mann der mit dem Finger auf ein Post-It zeigt.
Bei aller Vielfalt gab es auch bedeutsame Übereinstimmungen bei den Gruppenergebnissen. So stellten zum Beispiel alle Gruppen bei ihrer Präsentation heraus, dass es für Kim zur Erstellung eigener OER einen Anlass (intrinsische oder extrinsische Motivation) geben müsse. Darüber hinaus sei die Produktion von OER nur dann möglich, wenn es ausreichend (Frei)Raum in der Institution gebe, der erst die Voraussetzung für das freie Schaffen von Bildungsmaterialien sei.

Auch wenn der Workshop “nur” Visionen und Versionen einer OER-Qualifizierung der Teilnehmenden aufzeigte, wurde eines dennoch deutlich: In unterschiedlichen Bildungsbereichen gibt es grundlegende gemeinsame Herausforderungen, die man durch bewusste Qualifizierungsansätze in Zukunft besser bewältigen könnte.

Schön wäre es, wenn auch in Zukunft bei anderen Anlässen Akteure aus den einzelnen Bildungsbereichen zu einem Austausch zusammenkommen könnten, um Lösungsansätze zur selbstverständlichen Implementierung von OER in der Bildungslandschaft zu finden.

Autor: Christian-Maximilan Steier

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