Wissen vertiefen und kritisches Denken fördern: Publikation zum Einsatz informeller Reflexionstexte in der TU-Lehrpraxis erschienen

In einer gemeinsamen Studie des ZLL und dem Dekanat Management-Wissenschaften und Technologie untersuchten Dr. Daniel Ehls, Dr. Nadine Stahlberg und Dr. Nicole Podleschny (ehem. ZLL) den Einsatz informeller Reflexionstexte in der Lehrpraxis. Die Studie begleitete eine Lehrinnovation in der Lehrveranstaltung Innovation Debates, in der One Minute-Paper eingeführt wurden, um bei den Studierenden eine größere Aktivität und Reflexion der Seminarinhalte anzuregen. Die Studie ist nun in dem Sammelband „Schreiblehrkonzepte an Hochschulen. Fallstudien und Reflexionen zum fachspezifischen Schreibenlehren und -lernen“ hrsgg. von Swantje Lahm, Frank Meyhöfer und Friederike Neumann erschienen. Ein kostenloser Download ist hier möglich.

Beschreibung der Innovation

Um der Herausforderung fehlender Aufmerksamkeit und Lerntiefe zu begegnen, wurden in der Lehrveranstaltung Innovation Debates kurze reflexive Texte im Format des One-Minute-Papers eingeführt. Einer der Vorteile von One-Minute-Paper besteht darin, dass sie sich sowohl für fortlaufende kurze Schreibaufgaben als auch für die Anregung zu einer tieferen Reflexion von Argumenten eignen. Die One-Minute-Paper wurden jedoch nicht, wie sonst üblich, in der Präsenzveranstaltung, sondern in der Zeit des Selbststudiums eingesetzt. Nach jeder Sitzung stellte der Dozent eine spezifische Reflexionsfrage, zu der die Studierenden in der Selbststudienzeit einen kurzen Text (150-250 Wörter) in einem Online-Kursforum schrieben. Die wöchentliche Reflexionsfrage wechselte stets.

Studie

Die Studie untersucht, wie die Studierenden Kursinhalte aufnehmen und zusammenfassen. Konkret geht sie der Frage nach, welche Reflexionsebenen Studierende mit One-Minute-Papern, die in der Zeit des Selbststudiums verfasst werden, erreichen. Hierzu wurde eine qualitative Analyse der One-Minute-Paper durchgeführt. Diese zeigt, dass die Studierenden alle Ebenen des reflektierenden Denkens erreichen und auf der Grundlage des Lehrmaterials neue Verbindungen herstellen. Die Ergebnisse stützen die eingesetzten Maßnahmen zur Förderung der kritischen Denkfähigkeit und der Wissensaufnahme der Studierenden. Außerdem zeigen die Ergebnisse der studentischen Evaluation, dass die Studierenden das One-Minute-Paper als wenig aufwendige Aktivität empfinden, die daher kaum die Workload belastet.

Wenn Sie an Impulsen dazu interessiert sind, wie sich Studierende mit niedrigschwelligen Schreibaktivitäten zum kontinuierlichen und vertiefenden Lernen anregen lassen und wie das reflexive Denken gefördert werden kann, lesen Sie gern den vollständigen Text unter oben stehendem Link.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.