Wie viel Zeit kostet studieren?

Wie viel Zeit wenden Studierende für ihr Studium auf? Wir wollen es genau wissen: In diesem Semester findet an der TUHH erstmals eine so genannte Zeitbudget-Erfassung statt.

Viele Evaluationen am Semesterende erfragen von Studierenden, wie viel Zeit sie im Laufe des Semester für ihr Studium aufgewendet haben. Das Problem: Im Nachhinein fällt es schwer, dies korrekt einzuschätzen. Im Rahmen eines Forschungsprojekts (“Zeitlast”-Projekt), das an mehreren deutschen Hochschulen durchgeführt worden ist, wurde ein genaueres Erhebungsinstrument entworfen und eingesetzt. Im Rahmen so genannter “Zeitbudget”-Erhebungen tragen Studierende hier über ein Semester hinweg täglich in einer Software ein, wie viel Zeit sie für welche Studienzwecke verwendet haben – also z. B., wie lange sie in Lehrveranstaltungen anwesend waren oder Selbststudium betrieben haben.

Im größten TUHH-Masterstudiengang, “Internationales Wirtschaftsingenieurwesen”, wird dieses Verfahren nun erstmals auch an der TUHH eingesetzt. In Abstimmung mit der Studiengangsleiterin Prof. Dr. Kathrin Fischer und gemeinsam mit Ines Wölbling, Mitarbeiterin des Studiendekanats MWT, wird das Vorhaben von Katrin Billerbeck und Miriam Barnat aus dem ZLL umgesetzt. Knapp ein Drittel der IWI-Erstsemester haben sich zu Semesterbeginn freiwillig bereit erklärt, ihre “Zeitinvestitionen” ins Studium für ein Semester zu dokumentieren. Etwa fünf Minuten ihrer Zeit wenden sie dafür täglich auf, um die nötigen Eintragungen zu machen. Dankenswerter Weise bis jetzt mit großer Zuverlässigkeit – umso größer ist die Hoffnung, verlässliche Daten über die sog. “Workload” im IWI-Studiengang zu erhalten.

In der ursprünglichen Zeitlast-Studie waren die Ergebnisse durchaus überraschend. Die von den Studierenden investierte Zeit war deutlich geringer als gedacht, was Journalisten zu der zugespitzten Formulierung veranlasste, die Studierenden seien “erschöpft vom bummeln“. Dass das Ergebnis an der TUHH genauso ausfällt, ist aber keineswegs ausgemacht. Gerade technisch orientierte Studiengänge gelten nach wie vor als besonders anspruchsvoll und zeitaufwändig. Zudem ist der IWI ein Studiengang, der u. a. durch die Integration von PBL-Einheiten die Studierenden zu semesterbegleitendem Lernen motiviert. Studierende schätzen den Studiengang momentan als recht arbeitsintensiv ein.

Die Ergebnisse der Zeitbudget-Analyse werden im nächsten Frühjahr vorliegen. Sie werden dann die Möglichkeit eröffnen, den tatsächlichen Zeitaufwand für das IWI-Studium noch besser als bisher einzuschätzen und nötigenfalls Belastungsspitzen für die Studierenden abzubauen. Verläuft dieses Pilotprojekt an der TUHH erfolgreich, ist die Ausweitung auf andere Studiengänge denkbar, sofern weitere Studiengangsleiter/innen Interesse daran haben.

Übrigens: Dr. Christiane Metzger, gemeinsam mit Prof. Dr. Rolf Schulmeister maßgebliche Akteurin der wissenschaftlichen “Zeitlast”-Studie, ist Mitglied im Projektbeirat des ZLL und unterstützt die Durchführung an der TUHH mit ihrer Erfahrung und Expertise.

 

Ansprechpartnerin: Katrin Billerbeck (katrin.billerbeck@tuhh.de)

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