Wie sorge ich dafür, dass die Studierenden mitdenken?

Fragen aktivieren Studierende zum Mitdenken. Es ist sinnvoll, einen Lehrvortrag durch offene Fragen, die z. B. mit „was“, „wie“, „inwiefern“ beginnen, aufzulockern.
In der aktuellen Tutorenschulung lernten die TutorInnen didaktisch sinnvolle Fragen zu formulieren und Bedenkzeit einzuräumen. In ihren Übungen stellten sie fest, dass das anfänglich teils unangenehme Warten auf eine Antwort bei ausreichend Geduld mit Beiträgen der Studierenden belohnt wird.
Allerdings sprechen nicht alle Studierenden gerne vor einer (Groß-)Gruppe. Eine effektive und einfache Möglichkeit, um trotzdem alle zu aktivieren, ist die Methode Think – Pair – Share:

Ablauf
1.    Think

Think2Nach einer kleinen Einführung erhalten die Studierenden eine Problemstellung (Lösungsweg für eine mathematische Aufgabe finden, Beweis herleiten, Grafik deuten etc.) zu dem entsprechenden Thema. Die Lehrperson stellt sicher, dass alle die Aufgabenstellung verstanden haben und gibt eine knapp bemessene Zeit vor. Anschließend ist jedeR Einzelne dazu aufgefordert, sich dazu Gedanken zu machen und diese stichwortartig festzuhalten.

2.    Pair
Pair2Die Lehrperson fordert die Studierenden dazu auf, sich für eine bestimmte ebenfalls knapp bemessene Zeit mit ihrem/ihrer SitznachbarIn über die Problemstellung auszutauschen. Durch diesen Gedankenaustausch wird den Studierenden vieles klarer oder sie stellen fest, wo sie noch offene Fragen haben. Die Lehrperson beobachtet während dieser Phase genau, geht rum, hört zu und erfährt so, was bereits verstanden wurde und was nicht.

3.    Share
Share2Zum Abschluss stellen einige Studierende ihre Ergebnisse im Plenum vor. Nachdem sie sich in Kleingruppen bereits „warmsprechen“ und sich rückversichern konnten, fällt es vielen Studierenden leichter vor der gesamten Gruppe zu sprechen.
Darüber hinaus werden mögliche offene Fragen geklärt. Auf diese Weise waren in kompakter Form alle Anwesenden aktiv mit dem Thema beschäftigt und haben von- und miteinandergelernt. Die Lehrperson bindet das Wissen der Studierenden aktiv in die Gestaltung der Übung ein.

Diese Methode kann abgewandelt werden. Einige TutorInnen bitten ihre Teilnehmenden bevor sie die Tafeln abwischen, sich bereits zu zweit über die nächste Übungsaufgabe auszutauschen. Auch Wartezeiten, die z. B. durch Technikprobleme, fehlende Unterlagen etc. entstehen, können durch einen Austausch mit dem/der SitznachbarIn spontan sinnvoll genutzt werden.
Elektronische Unterstützung bieten Ihnen z. B. Clicker. Mithilfe dieser elektronischen Abstimmungsgeräte können die Studierenden auf Ihre Fragen antworten.

Ein Gedanke zu „Wie sorge ich dafür, dass die Studierenden mitdenken?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.