Wie lassen sich abbruchgefährdete Studierende identifizieren?

Die Abbruchquote unter den Studierenden zu verringern ist eines der Hauptziele des LearnING Projekts, aus dem auch das ZLL entstanden ist. Auch das EU-Projekt readySTEMgo, an dem die TUHH durch die Abteilung für Fachdidaktik der Ingenieurwissenschaften beteiligt ist, hat sich die Frage gestellt, welche Schlüsselkompetenzen Studierende der Ingenieurwissenschaften mitbringen müssen, um schon allein die Studieneingangsphase erfolgreich zu meistern. Anhand dieser Schlüsselkompetenzen wurden Diagnostiktests identifiziert, mithilfe derer abbruchgefährdete Studierende frühzeitig identifiziert werden sollen.

Maarten Pinxten von der KU Leuven, die das Projekt zwischen den europäischen Partnern koordiniert, hat in seinem Vortrag “Challenges in identifying at-risk students in engineering” (Aufzeichnung vom 15.02.17 aus dem TU Netz abrufbar) Ergebnisse des Projekts an der TUHH präsentiert.

Abbruchgefährdete Studierende lassen sich am besten durch eine Kombination aus sogenannten kognitiven und nicht-kognitiven Faktoren identifizieren. Entscheidend unter den kognitiven Faktoren sind Mathematik-Vorkenntnisse, die hier mittels Schulnoten und eines Diagnostiktests erfasst wurden. Nicht-kognitive Faktoren, wie z. B. Zeitmanagement, Konzentrationsfähigkeit und Motivation, können mangelnde Mathematik-Kenntnisse allerdings zum Teil kompensieren.

Die europaweite Datenerhebung war durch teils strenge Datenschutzrichtlinien erschwert. Dennoch konnten Daten von drei der sechs Partneruniversitäten verwertet werden. Die anschließende Datenanalyse war u. a. aufgrund unterschiedlicher Zulassungskriterien nicht trivial.

An der KU Leuven sollen die Ergebnisse keinesfalls dazu genutzt werden Studierenden den Zugang zur Universität zu verweigern. Das wäre sogar illegal. Stattdessen sollen Studieninteressierte befähigt werden, eine besser informierte Entscheidung bzgl. ihrer Studiengangswahl zu treffen, um schlussendlich weniger Studienabbrecher zu haben.

 

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