Versteht ihr mich? Neue Feedback-Werkzeuge für Lehrende Teil 2

Ein zu leise eingestelltes Mikrophon, kaum leserliche Folien – manchmal sind es kleine technische Details, die die Kommunikation zwischen Lehrenden und Studierenden empfindlich stören können und trotzdem bis zum Semesterende nicht angesprochen werden. Auch bei inhaltlichen Neuerungen in der Lehrveranstaltung, Heterogenität der Lernenden oder Unruhe in der Zuhörerschaft kann eine Rückkopplung mit den Studierenden bereits während des laufenden Semesters für Lehrende sinnvoll sein. Das „veranstaltungsbegleitende Feedback“, welches die Lehrveranstaltungsbewertung am Semesterende nun ergänzt, bietet eine Sammlung niedrigschwelliger Feedback-Werkzeuge für den Austausch zu Lehrinhalten, Lernstand und anderen Fragen, die Lehrende stellen möchten (siehe hier Blogbeitrag vom 29. Aug 2017). Im Folgenden stellen wir einige dieser Feedbackmethoden, zu denen Sie im ZLL weitere Beratung erhalten können, vor:

Als sehr einfache aber effektive Rückkopplungswerkzeuge haben sich das Ampelfeedback und die Urne bewährt. Beim Ampelfeedback beantworten Studierende eine gestellte Frage durch Hochhalten einer farbigen Karte. Z. B. kann grün „Zustimmung“, rot „Ablehnung“ und gelb „Unentschiedenheit“ bedeuten. So kann sich der oder die Lehrende einen schnellen Überblick verschaffen und viele einzelne Rückmeldungen auf einmal einholen.

Die Urne ist ein Zettelkasten, in den anonym Fragen oder Hinweise zur Veranstaltung eingeworfen werden können, die von der Lehrperson im Anschluss ausgewertet und in der Folgeveranstaltung aufgegriffen werden können.

Das One-Minute-Paper und die Methode „Muddiest Point“ sind, ähnlich wie die Urne, eine schriftliche und anonyme Möglichkeit für Studierende Rückmeldung zur Veranstaltung zu geben. Allerdings haben hier Lehrende die Möglichkeit die beantworteten Themen etwas zu steuern. Beim One-Minute-Paper können Fragen wie „Was ist mir unklar geblieben?“ helfen, Denkprozesse zum Gesamtzusammenhang des Themas anzustoßen und Verständnisschwierigkeiten aufzuzeigen. Der „Muddiest Point“ bittet um die Verschriftlichung einer schwierigen oder unübersichtlichen Situation im eigenen Lernfortgang, welches die eigene Reflexionsfähigkeit der Studierenden ebenso schult, wie die schriftliche Ausdrucksfähigkeit.

Nicht nur geistig, sondern auch körperlich aktivierend ist die Methode „Aufstellung oder Lebende Statistik“, in der sich die Teilnehmenden z. B. entlang einer Achse zwischen zwei definierten Extrempolen aufstellen und damit die Frage der Lehrperson beantworten. Als besonders nützlich hat sich diese Methode beispielsweise für die Selbsteinschätzung des Lernstandes erwiesen.

Mit etwas mehr Ressourceneinsatz bieten standardisierte Zwischenbefragungen, Lehrhospitationen oder die Teaching Analysis Polls (TAP) transparente Rückmeldungsmöglichkeiten für Studierende, von denen die Lehre profitieren kann. „Wir haben durch TAP viel über die Wahrnehmung der Studierenden bezüglich unserer neu strukturierten Veranstaltung erfahren. Z. B. konnten wir die Lehrgeschwindigkeit der Übung optimal auf die Bedürfnisse der Studierenden anpassen. Das ZLL hat uns hervorragend unterstützt. Mein Eindruck ist, dass die Atmosphäre in der Veranstaltung durch die Befragung der Studierenden noch etwas offener geworden ist“, beschreibt Jonas Hauke, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Institut für Controlling und Simulation seine Erfahrungen mit dem Instrument Teaching Analysis Poll (TAP). Hier werden den Studierenden in Abwesenheit der Lehrperson drei vordefinierte Fragen zum Lernen gestellt. Das ZLL tritt hier auf Wunsch als Moderator auf, fasst die Ergebnisse zusammen und bespricht diese mit den Lehrenden. Im Anschluss bespricht die oder der Lehrende die Erkenntnisse und mögliche Veränderungen, die diese mit sich bringen, mit den Lernenden.

Weitere Methoden entnehmen Sie bitte der TUHH-Website.

Für eine individuelle Beratung zur Didaktik Ihrer Lehrveranstaltung stehen Ihnen die Lehrkoordinatorinnen und Lehrkoordinatoren des ZLL gern zur Verfügung. Die Ansprechpartnerinnen und -partner je Studiendekanat finden Sie hier.

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