Erfahrungen, Ideen und kollegialer Austausch – das 38. Netzwerktreffen

ZLL-Netzwerktreffen: Erfahrungen, Ideen und kollegialer Austausch!

Am 11. April 2019 fand das 38. ZLL-Netzwerktreffen statt. Das Treffen bietet den durch das ZLL geförderten Call-Projekten die Möglichkeit, sich gegenseitig ihre Lehrinnovationsideen vorzustellen. Auch bei der 38. Auflage des Treffens gab es einen regen Austausch von sieben thematisch bunt gemischten Projekten.

Drei Projekte rund um mediengestützte Lehr-/Lernformen versammelten sich an dem ersten Thementisch.

Den Präsentationsauftakt machte Herr von Bock und Polach vom Institut für Konstruktion und Festigkeit von Schiffen. In das Modul Schiffsvibrationen sind rechnergestützte Arbeiten aufgenommen worden, um Studierende an die praktische Anwendung von Simulationstools heranzuführen. Das Feedback seitens der Studierenden zu dieser aktiven Erprobung von Tools war insgesamt sehr gut.

Eine wichtige Erkenntnis bei der Einführung dieser Tools war, dass Lehrende in dieser Veranstaltung mit einer recht heterogenen Studierendenschaft konfrontiert sind. Zusätzliche Lernangebote für das Selbststudium könnten hier sinnvoll sein.

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Eine spannende Veränderung erfuhr auch das Modul Moderne Funksysteme. Prof. Dr.-Ing. habil. Rainer Grünheid vom Institut für Nachrichtentechnik stellte die neu konzipierte PBL-Veranstaltung vor, in der die Studierenden mit der Open-Source-Software GNU Radio arbeiten. Durch den Einsatz dieser Software lassen sich theoretische Konzepte durch die Simulation digitaler Signalverarbeitung praktisch erfahrbar machen.

Im vergangenen Semester haben sich die Studierendengruppen mit unterschiedlichen Fragenkomplexen rund um das Thema WLAN beschäftigt. In einer Posterpräsentation wurden die Ergebnisse dann den Peers vorgestellt. Die Veranstaltung wurde von Lehrenden und Studierenden gleichermaßen als anspruchsvoll wahrgenommen – die Evaluationsergebnisse zeigen zum einen große Zustimmung der Studierenden zu dem Lehr-Lernformat – während die Lehrenden berichten, dass insbesondere die PBL-Einheiten Spaß gemacht haben.

 

Beispielhafte Aufgabe aus Ilias-Lernmodul

Eine gute Möglichkeit, das Selbststudium zu unterstützen, sind Online-Lerneinheiten im Lernmanagementsystem Ilias. Mit der Konzeption und Entwicklung solcher Online-Lernmodule beschäftigt sich das Institut für Quantitative Unternehmensforschung und Wirtschaftsinformatik. Für das Modul Einführung in Quantitative Methoden in der Logistik entwickeln Prof. Dr. Katrin Fischer und John Micha Rüpke Lernmodule in Ilias, die die zuvor ausgegebenen Arbeitsblätter ersetzen. Durch den modularen Aufbau der Lerneinheiten lassen sich die zu bearbeitenden Aufgaben passgenau auf die jeweils in der Vorlesung behandelten Themen zuschneiden.

Dadurch haben die Studierenden nun die Möglichkeit, im eigenen Tempo quantitative Methoden anhand praxisnaher Aufgabenstellungen anzuwenden. Hierbei unterstützen Lösungshinweise und Tipps zu Formeln, beispielsweise für die Umsetzung komplexer Aufgaben in MS Excel. Zum Abschluss jedes Lernmoduls wird eine Frage gestellt bzw. eine These formuliert, die es im angedockten Forum unter Peers zu diskutieren gilt. Erste Ergebnisse zeigen, dass das Interesse der Studierenden an solchen Online-Lerneinheiten groß ist.

Im Lehrinnovationsprojekt zur “Technischen Logistik” soll der Praxisbezug gestärkt werden. Dazu werden die Studierenden ihre theoretischen Rechnungen an realen Anlangen im Institut überprüfen. Hierfür stehen Kräne, Lager, Fördertechnik und Gabelstapler zur Verfügung.

Auch in “Avionik sicherheitskritischer Systeme” steht der Praxisbezug im Fokus. Hierfür wird im Master Flugzeug-Systemtechnik gleich ein ganzes Profil im Studiengang geschaffen. Das neue Profil legt einen Schwerpunkt auf Elektro- und Informationstechnik und wird auch für Studierende mit entsprechenden Bachelor-Abschlüssen verfügbar sein. Im dem neuen Profil wird “Avionik sicherheitskritischer Systeme” die Kernveranstaltung bilden und auf zwei Module ausgeweitet. Ziel ist es, dass Studierende aus den verschiedensten Fachrichtungen in gemischten Teams zusammenarbeiten und Entwicklungsaufgaben an realen Komponenten aus der Industrie lösen.

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In “Grundlage des Technischen Zeichnens, Konstruktion und Apparatebau” standen viele Themen für sich. Das soll sich nun ändern. Außerdem werden moderne Fertigungsverfahren – wie zum Beispiel 3D-Druck – mit in den Kanon aufgenommen. Eine offene Frage ist dabei noch, wie CAD-Kenntnisse gut geprüft werden können. Der neue PC-Pool für Prüfungen schafft hier eventuell neue Möglichkeiten.

3D-Druck war auch bei “Produktionsplanung und -steuerung und das digitale Unternehmen” zu sehen. Weniger inhaltlich – stattdessen brachte das Team gleich ein gedrucktes 2:1-Modell eines Motorblocks mit, um die Lehrinnovation zu demonstrieren. In der Lehrveranstaltung haben die Studierenden nun die Möglichkeit, digitale Arbeitsmethoden wie Virtual und Augmented Reality (VR/AR) zu erproben und mithilfe von Experimenten digitale Assistenzsysteme zu testen und zu bewerten.

Das Treffen endete mit einem offenen Ausklang. Hier wurde rege über die Pflege von VR- und AR-Anwendungen diskutiert. Viele Institute arbeiten mit diesen Techniken und es ist geplant, sich hier zukünftig mehr auszutauschen und zusammenzuarbeiten.

Bei Interesse, an einem solchen Treffen teilzunehmen oder bei weiteren Fragen oder Anregungen, melden Sie sich bitte bei uns

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