„Die Studierenden unterstützen sehr mit ihrer Kommunikation“

Digitalisierung am Institut für Entwerfen von Schiffen und Schiffssicherheit

Die Umstellung von Präsenzveranstaltungen auf Online-Lehre ist das Thema der Stunde an der TUHH. Vor welchen Herausforderungen stehen die Institute aktuell und welche Lösungen sind bereits erprobt? Im siebten Teil unserer kleinen Interview-Serie berichtet Larissa Jannsen über ihre Erfahrungen und Herausforderungen am Institut für Entwerfen von Schiffen und Schiffssicherheit der TUHH.

Welche Lehrveranstaltungen müssen jetzt bei Ihnen umgestellt werden und vor welche Herausforderungen stellt Sie das?

Unser Institut betreut dieses Semester zwei Bachelor- und zwei Masterveranstaltungen. Die Fächer werden jeweils von etwa 10-20 Studierenden besucht und sollen trotz Online-Lehre bestmöglich weitergeführt werden. Ich selbst betreue die Übung zu Hydrostatik und Linienriss. Es war uns relativ schnell klar, dass die Übungen in Echtzeit durchgeführt werden sollten, da diese von der Interaktivität leben. Für mich persönlich ist eine Online-Übung ungewohnt, weil ich gerne direkten Kontakt mit den Menschen habe und so besser Feedback kriegen kann. Trotz der verschiedenen Möglichkeiten in Zoom fällt es mir schwerer einzuschätzen, wann die Teilnehmer mit Rechenaufgaben fertig sind.

Die Studierenden unterstützen mich aber sehr mit ihrer Kommunikation und teilweise auch durch Freigabe ihrer Kamera. Eine weitere Herausforderung ist die Digitalisierung – ich habe sehr viel mit der Tafel gearbeitet und muss jetzt PowerPoint-Folien erstellen. Durch die Arbeit mit der Tafel hatten die Studierenden naturgemäß immer die Zeit, mitzudenken, abzuschreiben und sich weitere Notizen zu machen.

Das ist mit den Folien jetzt ganz anders: Da darf man nicht zu schnell auf die nächste wechseln. Da ich denke, dass man viel lernt, während man sich Notizen macht, gebe ich meine Foliensätze auch nicht raus. Gerade in Hydrostatik erschließen sich einem Sachverhalte durch die eigene Anfertigung von Skizzen und Zeichnungen. Die genaue Auseinandersetzung mit einer Zeichnung geht bei direkter Herausgabe verloren und ist bereits durch Skripte und Lehrbücher als Lernform vorhanden.

Welche Tools nutzen Sie um mit Ihren Studierenden in Kontakt zu bleiben und wie sind Ihre Erfahrungen mit diesen Tools bisher?

In der Lehre nutzen wir für alle Übungen das von der TU bereitgestellte Zoom und kommunizieren außerhalb der Übungen klassisch über Mail. Die Studierenden sind bei Zoom immer pünktlich eingewählt und hatten ebenfalls keine Probleme. Für die Vorlesungen hat mein Kollege unserem Professor alles für die Aufnahme vorbereitet (Webcam, Nachbearbeitung, Hochladen via Mediasite), die Vorlesungen sind dann immer mindestens eine Woche online. Die Kommunikation läuft auch hier über bewährte Art – Website und Mail. Fast jede Woche wird den Studierenden im Rahmen der Vorlesung eine Frage gestellt, die sie per Mail beantworten sollen und auf deren Antwort in der nächsten Vorlesung eingegangen wird. Das wird auch genutzt, aber leider noch zu wenig. Ich würde mich freuen, wenn hier mehr Studierende ihre Überlegungen einreichen würden. Es fließt ja in keiner Weise in die Benotung der Klausur ein, aber die Kommunikation zwischen Lehrenden und Teilnehmern kann so auch bei Aufzeichnungen etwas aufrecht erhalten werden. Des Weiteren werden die Studierenden ermuntert, sich per Mail zu melden, wenn Sachverhalte unklar erscheinen sollten.


Für die interne Kommunikation haben wir uns einen digitalen Workspace bei Slack eingerichtet. Dort kann man über verschiedene Themen (Channel) mit allen schreiben, Direktnachrichten austauschen und schnelle Videoanrufe tätigen. Für uns funktioniert das sehr gut, unsere wöchentlichen Meetings laufen dort immer zur selben Zeit und für Fragen zwischendurch schreibt man – irgendwer antwortet immer – oder nutzt das Telefon.

Für unsere Studierenden, die als Hilfskraft bei uns angestellt sind oder eine Abschlussarbeit schreiben, haben wir auch einen Workspace eingerichtet und können dort unkompliziert mit denen kommunizieren. Per Videoanruf und Bildschirmfreigabe geht das auch fast so gut wie vor Ort. Damit von den Studierenden unser internes Schiffsentwurfsprogramm genutzt werden kann, arbeiten wir an einer Terminalserver-Lösung. Im kleinen Rahmen funktioniert das sehr gut und für die Weiterentwicklung, Anleitungen und Verbesserungen wird uns in Zukunft eine durch das ZLL finanzierte Hilfskraft unterstützen.

Gibt es Positives, das Sie der aktuellen Umstellung auf digitale Lehre abgewinnen können?

Ein Pluspunkt ist meiner Meinung nach, dass die Studierenden die Vorlesungen zu jeder Tag- und Nachtzeit anschauen und auch pausieren können. Ansonsten ist mein Eindruck bisher eher, dass zwar alle zentralen Bestandteile der Lehre auch in digitaler Form durchgeführt werden können, es sich aber keine wesentlichen zusätzlichen Möglichkeiten ergeben.

Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.

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Bildquelle: Institut für Entwerfen von Schiffen und Schiffssicherheit, TUHH

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