Stoff reorganisieren

Die Stoffauswahl ist auch für Profis keineswegs immer einfach. Bildlich gesprochen kann man sich vorstellen, dass der Stoff gesiebt wird. Dabei handelt es sich um ein einfaches Gedankenspiel: Mit unterschiedlich feinen Sieben lassen sich Steine (also die Inhalte) verschiedener Körnung trennen (Lehner 2011). Zweck dieser Reorganisation ist es, das Wesentliche auszuwählen und Inhalte zeitabhängig zu konzentrieren, um der sogenannten Vollständigkeitsfalle zu entgehen.

Zuerst legt man dazu die Feinheitsgrade der Siebe fest. Dabei stellt man sich vor:

  • das gröbste Sieb hält nur die wesentlichen Inhalte auf, z.B. für einen 15-minütigen Kurzvortrag
  • das mittlere Sieb ist grobmaschiger und entspricht also z.B. einer Stunde
  • das feinste Sieb entspricht der üblichen Gesamtdauer der Lehrveranstaltung.

Am einfachsten ist es, zunächst mit dem gröbsten Sieb zu beginnen: Welche Inhalte sind unerlässlich? Diese Inhalte werden dann systematisch in kleine, aufeinander folgende Einheiten organisiert. Dabei wird viel Stoff übrigbleiben und dem Lehrenden geholfen, eine konsequente Auswahl zu treffen. Diese Auswahl muss sich an den Lernzielen der Veranstaltung orientieren: Was müssen die Studierenden vor allem anderen aus dieser Veranstaltung mitnehmen?
Um die „großen Brocken“ lassen sich die feineren „Steine“, wie etwa Praxisbeispiele, sinnvoll herum gruppieren und methodisch abwechslungsreich gestalten.Gemeinsam mit dem Raster lassen sich so sehr gut Freiräume für aktives Lernen in eine Vorlesung integrieren (Infobox: Think-Pair-Share).

Einige Inhalte, die die Lehrenden vielleicht immer für besonders interessant gehalten haben, fallen selbst durch das feinste Sieb hindurch und damit auch aus der Veranstaltung heraus.

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