SEFI 2018 inspiriert!


Ihrem Motto “Creativity, Innovation and Entepreneurship for Engineering Education Excellence” wurde die 46. SEFI vom 17.-21.09.2018 an der Denmark Technical University in Kopenhagen mehr als gerecht. Inspiration müsste man noch ergänzen, denn damit kamen die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen des ZLL, Dr. Sara Bornhöft und Dr. Ulrike Bulmann definitiv zurück an die TUHH. Von ihren Eindrücken und ihrem eigenen Beitrag berichten sie hier:

  • Charlotte Mark, Microsoft Denmark (Member of the Board), hielt eine Keynote mit dem Titel How can we build the right competencies for the future when 65% of students will have jobs that don’t even exist yet? Nach einer beeindruckenden Präsentation darüber, wie und welche “neuen Köpfe” Microsoft rekrutiert, um dem immensen Personalbedarf in einer digitalisierten Welt zu begegnen, fasste sie zusammen: Entscheidend sind diverse fundierte Programmierfähigkeiten seitens der “hard skills” und ein open mind set seitens der “soft skills”. Beide Kompetenzen seien notwendig, um komplexe Probleme kreativ zu lösen.
  • Im Workshop von Klara Kövesi von der ENSTA Bretagne arbeiteten Konferenzteilnehmende am Thema Skills and competencies for the engineer of 2030. Im Ergebnis wurde festgehalten, dass kreative Problemlösefähigkeit, Kommunikations- und Kollaborationskompetenz sowie Fachkompetenz von hoher Priorität seien und zukünftig Handlungskompetenzen in Bezug auf Ethik und Nachhaltigkeit verstärkt von Bedeutung wären.
  • Danielle Ceulemans und Renate Klaassen von der TU Delft stellten in ihrem Poster das Thema Impact of engineering roles in a design process for solving complex problems vor. Im Fokus stehen vier Ingenieur/-innenrollen, die sie in Design-Thinking Workshops identifizierten. Diese sind: specialist, front-end innovator, system integrator und contextual engineer. Spannend sei es zum Beispiel in studentische Projekten, diese Rollen zu nutzen, um mit der Diversität der Studierenden zu arbeiten.
  • Yuki Kaneko von der Sabanci Universität hob in ihrem Vortrag zu Active Learning in university. An approach to Freshman Science Course das studentische Lernen an realen Problemen im Studieneingang hervor. Dort setzen sich ca. 1000 Studierende mit Inhalten einer naturwissenschaftlichen Vorlesung mittels peer instruction auseinander und arbeiten alle im ersten und zweiten Semester in Projekten an vier großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie den menschlichen Einflüssen auf den Klimawandel.
  • Von Diana Bairaktarova und Michele Eodice von der Virginia Tech and der University of Oklahoma erfuhren Konferenzteilnehmende eindrücklich, wie sie das Thema Creative ways of knowing in engineering verstehen. Zudem erlebten die Teilnehmenden, wie sich Studierende inklusiv und kreativ mittels Design-Thinking Gesetzen der Thermodynamik nähern und ihre Kompetenz anschaulich in ebenso kreativen Produkten präsentieren. Deutlich wird dies in einem Video zu Maxwell’s Demon und in ihrem Konferenzbeitrag.
  • Esat Alpay von der University of Surrey stellte Augmented Reality und Virtual Reality zur Vorbereitung von Studierenden auf ein Laborpraktikum im Bereich Verfahrenstechnik vor. Er fasste zusammen, dass aktives Lernen außerhalb der Präsenz durch VR technisch möglich und leistbar ist, derartige attraktive Lernformate ein hohes Potential hat, traditionelle Lernerfahrungen im Labor zu ergänzen und “digital engineering skills” teil der Curricula sein sollten. Zukünftig sieht er den Bedarf, Lernziele spezifisch für VR-Anwendungen zu formulieren.

Ihren Beitrag zum Thema “Combining research and teaching in engineering. Creating a pedagogical qualification programme on research-based learning for early stage researchers” platzierten Ulrike Bulmann und Sara Bornhöft in einem flipped conference talk. Im Fokus stand die Evaluation des Qualifizierungsprogramms “Forschendes Lernen an der TUHH”. Diese wurde mittels Befragungungen mit teilnehmenden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ersten vier Kohorten durchgeführt. Vorab beschäftigten sich die Konferenzteilnehmenden in ca. 15 min mit dem Beitrag anhand eines extended abstracts, einer Kurzbefragung und eines Videos. Beide Autorinnen holten dann in einem Elevator Pitch die Teilnehmenden ab und diskutierten drei Fragen intensiv. Resultierend kann beispielsweise dem Thema Change Management noch mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden, wenn es um die Weiterentwicklung des Qualifizierungsprogramms “Forschendes Lernen an der TUHH” geht. Der Beitrag ist in den Proceedings verfügbar (S. 97-105).

Autorinnen: Ulrike Bulmann und Sara Bornhöft

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