“Open Topic” – der Abschluss eines spannenden Projekts

SPANNEND!
Am 06.07.2016 fand die Abschlussveranstaltung des neuen Teilprojekts “Open Topic” des Interdisziplinären Bachelor-Projekts (IDP) statt.

Die Projektteilnehmer/innen stellten dem interessierten Publikum die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Arbeiten vor. So entstand im Team “Blaubeere” eine inklusive Variante des Strategiespiels “Siedler von Catan”, das nun erstmalig von Blinden, Sehbehinderten und Sehenden gemeinsam gespielt werden kann. Team “Enable3DMap” erstellte ein taktiles Modell von Teilbereichen des Hamburger Hauptbahnhofs. Beide Teams schilderten in ihren Präsentationen die spannende Entwicklung der Projektarbeiten.

IMG_3523_bearbeitet_k15
Modell eines Bahnhof-Treppenaufgangs mit Rolltreppe (Foto: Hauke Diers)

Bei der Bearbeitung der Aufgabenstellungen wurden von den Studierenden in einem sehr kreativen Prozess viele Ideen entwickelt und getestet: Wie muss eine Treppe gestaltet sein, damit sie als solche ertastbar ist? Aus welchem Material sollten Spielsteine geschaffen werden, so dass sie allein durch Tasten schnell voneinander zu unterscheiden sind? Wie gestaltet man ein Spiel kontrastreich, so dass es auch für Menschen mit Sehbehinderung gut spielbar wird? Die Studierenden haben hier wie wir alle Neuland betreten und die Herausforderungen mit Bravour gelöst. Wer weiß schon, dass der Hamburger Hauptbahnhof drei verschiedenen Akteuren gehört und dass es daher nahezu unmöglich ist, Baupläne und Übersichtskarten zu bekommen? Wir alle haben ungemein dazugelernt!

Ziel des neuen Projektformats “Open Topic” ist es, das Erarbeiten fachlicher Inhalte mit gesellschaftlichem Engagement zu verbinden und ein Produkt zu entwickeln, für das ein tatsächlicher Bedarf besteht. Im Pilotprojekt haben wir dazu mit dem Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V. (BSVH) einen kompetenten und engagierten Kooperationspartner aus dem sozialen Bereich gefunden.

Den Studierenden wurde als Rahmenaufgabe vorgegeben, ein Hilfsmittel für den Alltag von blinden und sehbehinderten Menschen zu entwerfen und praktisch zu realisieren. Die konkrete Aufgabenstellung erarbeiteten sie sich selbst – in Abstimmung mit einer Projektgruppe des BSVH. Dafür erhielten die Studierenden durch Mitarbeiterinnen des BSVH zunächst eine Einführung in die Lebenswirklichkeit von blinden und sehbehinderten Menschen. Anschließend entwickelten sie in einem Brainstorming, angeleitet durch Olga Sankowski vom Institut für Produktentwicklung und Konstruktionstechnik (PKT), eigene Ideen für potentielle Produkte. Aus dieser Ideensammlung gingen nach einer Diskussion mit der fünfköpfigen Projektgruppe des BSVH letztlich die beiden genannten Teilprojekte (Modell des Hamburger Bahnhofs und Gestaltung eines inklusiven Spiels) hervor. Wir freuen uns sehr über diese gelungene Zusammenarbeit. Unser herzlicher Dank geht an alle Beteiligten im Projekt – Hartmut Gieseler aus der Studierendenwerkstatt, unsere Tutor/innen Jeannine Schmacka und Volker Rudat sowie Melanie Wölwer und die Projektgruppe des BSVH. Am ZLL wurde das Projekt betreut von Uta Riedel, Siska Simon und Anne Bunde.

IMG_6514_k15
Prof. Dr. Sönke Knutzen, Vizepräsident Lehre der TUHH, überreicht die Abschlusszertifikate (Foto: Hartmut Gieseler)

Zum Abschluss des freiwilligen Projekts überreichte der Vizepräsident Lehre der TUHH, Prof. Dr. Sönke Knutzen, den Studierenden ihre Zertifikate. Der Geschäftsführer des BSVH, Heiko Kunert, brachte eindrucksvoll seine Begeisterung über das Zustandekommen und die Resultate dieses Projekts zum Ausdruck und hob hervor, dass er sich eine erneute Zusammenarbeit sehr gut vorstellen kann.

Übrigens haben wir uns sehr gefreut, dass unsere Kooperationspartner vom BSVH anlässlich der Abschlussveranstaltung mit öffentlichen Verkehrsmitteln den Weg an die TUHH wagten. Anne Bunde hat sie von der S-Bahn-Station begleitet, damit sie sich auch auf der letzten Etappe, in den Gebäuden der TUHH, zurechtfanden. Da könnte an der TUHH noch einiges getan werden!

Relevante Links

Pressemitteilung auf der Homepage der TUHH
WebSite des Interdisziplinären Bachelor-Projekts

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.