Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! – Aktuelle Innovationen in der Lehre der TUHH

Wer ist der beste Lernpartner für Bachelor-Studierende? Selbst gewählte Kommilitoninnen und Kommilitonen in der Lerngruppe, von den Lehrenden zusammengestellte Gruppen oder gar eine Software als Sparringspartner für individuelles Lernen? Reger Meinungsaustausch zu diesen und anderen Themen begleitete das Netzwerktreffen des ZLL vergangene Woche. Lehrende der TUHH stellten ihre aktuellen Projekte zur didaktischen Überarbeitung ihrer Lehrveranstaltung vor und tauschten Lehrerfahrungen aus. Dabei ist nicht  nur die Bandbreite der eingesetzten Methoden zur Vermittlung von Inhalten interessant. Auch der interdisziplinäre Erfahrungsaustausch der Lehrpersonen aus unterschiedlichen Dekanaten mit ihren diversen Veranstaltungsformaten und unterschiedlichen Zielgruppen wird von den Teilnehmenden als gewinnbringend beurteilt.

EMPIRIENAHE Lehre am Institut für Wasserbau

Am Institut für Wasserbau von Prof. Peter Fröhle ermöglicht die Einbindung von Versuchen in die Bachelor-Module Wasserbau I und II den Studierenden mehr empirienahes Lernen und Praxisbezug. Das Verständnis für grundlegende Fachkonzepte wird gestärkt, indem einzelne Gruppen zuerst Hypothesen zu hydromechanischen Problemen bilden. Die anschließenden Versuche führen sie selbständig durch und dokumentieren sie. Dies bereits im 3. Semester und damit frühzeitig im Bachelorstudium zu ermöglichen bringt für beide Seiten besondere Herausforderungen, aber auch viel Befriedigung mit sich. Jeder Versuch wird dann in der nächsten Hörsaalübung oder Vorlesung durch neue, 5-10 minütige Peer-to-Peer-Phasen abgerundet, um die Erfahrungen, die eine Gruppe mit einem Versuch gemacht hat, mit allen über hundert Studierenden des Moduls zu teilen. Rückblickend konnte das Verstehen der Fachinhalte deutlich gefördert werden, so Tobias Teich bei der Vorstellung der Lehrinnovation. Die größte Belohnung für die Lehrenden für den hohen Arbeitsaufwand gaben die Studierenden selbst: durch die konstante Anwesenheit im Laufe des Semesters, was gegenüber vorherigen Kohorten keine Selbstverständlichkeit ist!

Online-Tutorials am Institut für Maritime Logistik

Mit Hilfe interaktiver Online-Tutorials stärken Prof. Jahn, Ann-Kathrin Lange und Nicole Nellen am Institut für Maritime Logistik die selbständige Auseinandersetzung der Studierenden mit der eingesetzten Simulationssoftware und der dazugehörigen Programmiersprache. Im vergangenen Wintersemester wurden bereits erste Elemente umgesetzt, im nächsten Wintersemester sollen dann weitere Maßnahmen folgen, wie früheres Feedback zu abgegebenen Aufgaben und Entwicklung konkreter Beispiele. Des Weiteren sind Gastvorträge aus Wissenschaft und Praxis geplant, um den Studierenden mögliche Anwendungsfelder der Software vor Augen zu führen.

Mehr eigene Daten generieren am Institut für Energiewirtschaft und Umwelttechnik

Das Institut für Energiewirtschaft und Umwelttechnik verändert aktuell Laborpraktikum und Übung durch die Ergänzung von Versuchen. Studierende generieren so mehr eigene Daten anstatt, wie bisher, auf Versuchsergebnisse aus der Literatur zurück zu greifen. Prof. Kaltschmitt, Dr. Anne Rödl und Alexander Beckendorff zielen darauf ab, die Module Umwelttechnik und Umweltbewertung besser zu verknüpfen und gleichzeitig der angewandten Laborarbeit und deren Auswertung einen höheren Stellenwert beizumessen.

flipped classroom am institut für mathematik

Studierende sollen künftig in der Linearen Algebra vermehrt selbst die Hörsaalübungen mitgestalten. Am Institut für Mathematik planen Prof. Lindner, Dr. Großmann und Jan Meichsner die Umsetzung des „flipped classroom“. Moderiert von den jeweiligen WiMis, soll die Präsenszeit mehr für Feedback und Rückfragen genutzt werden. Für zu Hause stehen Videos aus den Vorsemestern sowie ein umfangreiches, adaptives  Aufgabenarchiv zur Verfügung. Ziel ist es u. a. durch das höhere Engagement der Studierenden die Bestehensquote der Abschlussklausur zu steigern und neue soziale Bindungen aufzubauen.

Kollaboratives Lernen und E-Prüfungen am Institut für Mathematik

Für ca. 100 Studierende des Moduls Stochastik werden zurzeit Vorlesung und Übung didaktisch überarbeitet. Der Herausforderung des heterogenen Lernstandes der Teilnehmenden begegnen Dr. Seifert und Fabian Gabel vom Institut für Mathematik mit einem ganzen Paket an Maßnahmen. So sollen Elemente des kollaborativen Lernens, Just-in-time Teaching, praktische Programmieraufgaben in R und die Motivation und Selbstbestimmtheit der Studierenden steigern und die Vorkenntnisse auffrischen. Weiterhin ist geplant, die Klausur als E-Prüfung durchzuführen.

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