Lehrpraxis konkret: Forschendes Lernen

Rollenbildung im Labor durch Einführung von Fragebögen

Wie lässt sich bei steigenden Zahlen von StudentInnen eine begrenzte Anzahl von Versuchsaufbauten im Labor effektiver nutzen? Und wie kann der Wissensaustausch der StudentInnen dabei gesteigert werden?  Diesen Fragen widmeten wir uns im letzten Vor-Corona Semester im Rahmen des Qualifizierungsprogramms „Forschendes Lernen an der TUHH“.

Dazu haben wir begleitende Fragebögen in ein mechatronisches Labor eingearbeitet. Durch Rollenbildung innerhalb der Kleingruppen sollte die aktive Teilnahme gefördert und durch gegenseitiges Erklären das Wissen vertieft werden.

Das Labor wurde in Kleingruppen von bis zu fünf Personen durchgeführt. Während hierdurch einerseits die Gruppenarbeit ermöglicht wird, kann andererseits eine zu große Gruppengröße die Kommunikation erschweren. Hierzu trägt der Umstand bei, dass der Versuch über eine Software angesteuert wird und somit eine gleichzeitige Interaktion aller Studierenden mit dem mechatronischen System nicht möglich ist. Daher wäre eine Anzahl von zwei StudentInnen pro Aufbau ideal, ist jedoch durch die begrenzte Anzahl an Versuchsaufbauten nicht möglich

Als Begleitmaterial erhielten die Gruppen jeweils Aufgabenzettel, die einen Leitpfaden der konkreten Labordurchführung darstellen, und Fragebögen, an Hand derer die Aufgaben hinterfragt werden sollten. Durch diese Aufteilung sollte eine Rollenverteilung innerhalb der Kleingruppen begünstigt werden. Die „Praktiker“ beschäftigen sich mit der Durchführung der Aufgaben, während die „Theoretiker“ die Fragebögen bearbeiten. Eine Reflektion der Fragebögen findet durch anschließende Besprechung der Lehrenden statt.

Zur Evaluation des Projekts beantworteten die StudentInnen am Ende des Labors Fragen in Form eines Ampelbarometers. Aus den Erfahrungen bei der Durchführung und der Evaluation ging hervor, dass die Fragebögen zum Verständnis der StudentInnen beitragen konnten. Der Austausch zwischen den Rollen sollte noch weiter gesteigert werden. Interessant ist, dass auch ein Wissensaustausch zwischen den unterschiedlichen Gruppen stattfand, was durch gezielte Methoden noch weiter gefördert werden sollte.

Literatur: [1] M. Gleßmer, S. Knutzen, P. Salden: „Die Spannung steigern: Laborpraktika didaktisch gestalten“; Schriften zur Didaktik in den Ingenieurwissenschaften Nr. 3 (ZLL)

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