Im Gespräch: Fallbasiertes Lernen mit Casemaker

Was unterscheidet eigentlich Problembasiertes Lernen von Fallbasiertem Lernen? Wie kann man PBL Fälle/Probleme oder Fallstudien für Lehrende in einer Datenbank aufbereiten und gemeinsam weiterentwickeln? Diese spannenden Fragen stellt sich das Projekt „Casemaker“, das durch das Erasmus Lifelong Learning Programm gefördert wird.

Wir haben uns sehr gefreut, dass zwei ZLL Mitarbeiterinnen vom 20.-21. August im Rahmen eines „Engineering Case“ Workshops am Institut für Lerndienstleistungen der FH Lübeck als externe Referentinnen eingeladen worden waren. Siska Simon (Projekt-basiertes Lernen) und N/A (Mediengestütztes Lehren und Lernen) stellten der internationalen Projektgruppe die Aktivitäten der TUHH rund um PBL/PjBL vor.

Der Workshop war Bestandteil des Projektpartnertreffens „Casemaker“, an dem die Hochschulen Copenhagen Business School (DK), Lund University (S), Birmingham City University (UK), Cass Business School (UK), FH Lübeck (D) und das Technological Educational Institute of Epirus (GR) beteiligt sind.
Fallbasiertes Lernen oder Case-based Learning (CBL) ist integraler Bestandteil in den Disziplinen Medizin, Jura und Sozialwissenschaften. In den Ingenieurwissenschaften, insbesondere an der TUHH, sammeln wir seit Jahren Erfahrungen mit Problembasiertem Lernen (PBL) oder Projektbasiertem Lernen (PjBL).

cc by walknboston
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Ziel des durch Erasmus geförderten Projektes ist die open-source Webanwendung „Casemaker“ zur Erstellung, Bearbeitung und Teilen von Fallstudien aus unterschiedlichen Disziplinen. Diese Plattform unterstützt Lehrende bei der kollaborativen Entwicklung von Fallstudien. Wenn der Fall fertiggestellt ist, kann er den Studierenden mit Arbeitsaufträgen zur Verfügung gestellt werden. Fälle können in einzelne Arbeitsschritte unterteilt oder unterschiedliche Inhalte für verschiedene Gruppen zur Verfügung gestellt werden. Außerdem haben Lehrende über Nutzungsstatistiken Einsicht über den jeweiligen Arbeitsstand der Studierenden.

Der Workshop war gekennzeichnet durch einen regen Austausch über Erfahrungen mit CBL und PBL sowie PjBL, insbesondere in den Ingenieurswissenschaften. Sowohl in der Präsenzlehre als auch online fördern beide Lernformen das selbstgesteuerte Lernen und unterstützen die Entwicklung jene Kompetenzen der Studierenden, die notwendig für Kollaboration, kritisches Denken und Reflexion sind.
Das fallbasierte Lernen (CBL) basiert meist auf authentischen Fällen mit realem Hintergrund, bei dem das Outcome oftmals schon bekannt ist. Die Fakten sind gegeben und stehen nicht zur Debatte; die Rückschlüsse, die man aus den Fakten zieht, können jedoch variieren (guided inquiry).
Das Problem- bzw. Projektbasierte Lernen hingegen hat ein offenes Outcome (open inquiry). Viel Information oder Fakten werden nicht gegeben. Studierende müssen das Problem erst analysieren, bevor Lösungsansätze und Ressourcen definiert werden, die man zur Lösung des Problems braucht.

Ob jetzt PBL oder CBL als Methode verwendet wird, hängt von den jeweiligen Lernzielen ab – und oftmals sind die Übergänge fließend. Spannend sind die Methoden allemal!
Testen Sie doch einmal „Casemaker“ hier .

AutorInnen: Siska Simon und N/A

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