Ideen, Erkenntnisse und Feedback von der dghd-Jahrestagung 2018 in Karlsruhe

Vom 28.2. bis 2.3. fand die Jahrestagung 2018 der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd) unter dem Titel „Hochschuldidaktik als professionelle Verbindung von Forschung, Politik und Praxis“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Neben drei Keynotes und einem Streitgespräch wurden diverse Impulsforen, Diskurswerkstätten und Workshops durchgeführt, an denen das ZLL zahlreich beteiligt war.

Besonders spannende Impulse erhielten wir zum Beispiel aus…

… dem Vortrag zu „Kooperativem Lernen in Remote-Labs“ von Dr. Anja Hawlitschek (Hochschule Magdeburg-Stendal) und Till Krenz (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg). Vorgestellt wurde ein schlüssiges Konzept zum terminunabhängigen Üben durch Versuche: Studierende programmieren einen Roboter, dessen Bewegungen just-in-time auf dem eigenen Bildschirm beobachtet werden können. Remote-Labs sind besonders gut in der Informatik und Elektrotechnik umsetzbar, da Versuchsaufbauten hier in der Regel nicht mit Vibrationen oder Verschmutzungen einhergehen. Das technisch-didaktische Arrangement kann sehr gut funktionieren, erfordert aber eine aktive Betreuung durch Dozierende.

… dem Workshop „Lehr- und Lernerfolge sind planbar!“. Können die Studierenden in meiner Lehrveranstaltung die gesetzten Lernziele erreichen? Stimmen die Lernziele mit den Lehrmethoden und der Prüfung überein? Diese Fragen sollen mit dem Einsatz des Elektronischen Lehrveranstaltungsplaners leichter zu beantworten sein. Die frei zugängliche Planungssoftware, die von Dr. Heike Seehagen-Marx (Bergische Universität Wuppertal) entwickelt wurde, ermöglicht eine umfassende Planung der eigenen Lehrveranstaltung. Das Besondere ist, dass vor der Eingabe der Inhalte und Methoden ein Taxonomie-Modell gewählt werden kann, dem die Lehr-/ Lernaktivitäten zugeordnet werden können (z. B. nach Bloom[1]: Wissen, Verstehen, Analysieren, Anwenden, Analyse, Synthese, Evaluation). Dies erleichtert die Prüfungsplanung und gibt Lehrenden einen Überblick darüber, ob Studierende die avisierten Lernziele in den einzelnen Sitzungen ihrer Lehrveranstaltung auch tatsächlich erreichen können.

Zu unseren eigenen Vorträgen erhielten wir viel positives Feedback, zum Beispiel…

Auszug aus der Präsentation von Ulrike Bulmann und N.A.

… im Impulsform „Perspektiven forschenden Lernens in Lehr-/Lernzusammenhängen“, in dem das ZLL gleich zwei Beiträge platzieren konnte. Dr. Ulrike Bulmann und N.A. stellten erste Forschungsergebnisse zum Einsatz der Social Networking Software HumHub im Qualifizierungsprogramm „Forschendes Lernen an der TUHH“ vor. Seit Dezember wird dieses Tool eingesetzt, um die Kollaboration und Vernetzung der Lehrenden zum Thema Forschendes Lernen zu fördern. Im Anschluss an den Vortrag fand eine rege Diskussion zu Chancen und Hürden begleitender Online-Tools statt, wobei die Verzahnung von Präsenz- und Onlinelernphasen unterstrichen wurde. Im zweiten Beitrag präsentierten Dr. Ulrike Bulmann und Dr. Sara Braun Forschungsergebnisse aus Online-Befragungen und Leitfaden-Interviews zum Thema „Forschendes Lernen an einer Technischen Universität fördern. Errungenschaften, Grenzen und Bedarfe einer didaktischen Qualifizierung wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“. Spannend war vor allem der anschließende Austausch zu unterstützenden Faktoren für die Umsetzung von Forschendem Lernen durch Lehrende zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere.

… im Workshop „Schreibaufgaben in der Fachlehre – Über ihren Nutzen und wie man sie konkret stellt“ von Dr. Nadine Stahlberg, den sie gemeinsam mit Kolleginnen der Universitäten Mainz, Bielefeld und Bochum anbot. An vier Stationen konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Hochschuldidaktik bei der Gestaltung von Schreibaufgaben austauschen, Beispielschreibaufgaben aus verschiedenen Fächern kennen lernen, beispielhafte Lehrveranstaltungen mit eingebundenen Schreibaufgaben diskutieren und schließlich eigene Schreibaufgaben für ihre Fachlehre unter Anleitung entwickeln.

Auszug aus der Präsentation von Jenny A. Rohde und Miriam Block

… im Impulsforum „Übergang Schule – Hochschule: innovative Lehrmodelle aus den Natur-/ Ingenieurwissenschaften“, in dem Jenny Alice Rohde und Miriam Block einen Vortrag zu den Herausforderungen von Tutoren und Tutorinnen hielten. Erste Ergebnisse aus ihrem Forschungsprojekt zeigen, dass über die Hälfte der Tutorinnen und Tutoren die eingeschränkte Mitwirkung (mangelnde Konzentration, Vorbereitung, Motivation) von Studierenden als herausfordernd erleben – ein Thema, das in den Tutoren-Schulungen des ZLL gezielt adressiert wird. Allerdings gefährdet der eingeschränkte Gestaltungsspielraum von Tutorinnen und Tutoren (fest vorgegebene Rahmen, Zeitknappheit) die Umsetzung von Schulungsinhalten in die tutorielle Praxis. Hier gilt es gemeinsam mit den zuständigen Instituten Lösungen zu erarbeiten. Es zeigte sich, dass sich die Ergebnisse mit den Erfahrungen an vielen anderen Universitäten decken. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Impulsforum zeigten daher ein großes Interesse an der Beforschung von Herausforderungen und Bewältigungsansätzen von Tutorinnen und Tutoren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Jahrestagung der dghd auch in diesem Jahr wieder viele Impulse für unsere Arbeit geboten hat und eine spannende Austausch-Plattform im Bereich der Hochschuldidaktik darstellt.

[1] Bloom, B. (1976): Taxonomie von Lernzielen im kognitiven Bereich. Weinheim: Beltz.

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