GML^2 2014 – Grundfragen Medialen Lehrens und Lernens

Wer sich dieser Tage über den Einsatz digitaler Medien in BMBF-geförderten Projekten des Qualitätspakt Lehre informieren und austauschen wollte, ging vermutlich auf die Tagung GML^2. An zwei Tagen wird jährlich in Berlin ein buntes Programm aus Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden rund um E-Learning geboten. In diesem Jahr war das ZLL gleich mit zwei Beiträgen vertreten: Bei dem Pre-Conference Workshop Praktischer/praktizierter Audio- und Videoeinsatz in der Lehre” haben Gregor Beckmann, Mitarbeiter im Institut für Produktentwicklung und Konstruktionstechnik, und ich die Vorlesungsaufzeichnung an der TUHH vorgestellt. Darüber hinaus haben wir interessante Beiträge zur erfolgreichen Verwendung von Videos in der Lehre gesehen, u. a. in der Studieneingangsphase an der HAW (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg) und als Unterstützung des Flipped Classroom in einer juristischen Vorlesung an der Georg-August-Universität in Göttingen. In der anschließenden Diskussion dominierte der Austausch über Vorlesungsaufzeichnungen, insbesondere darüber, wie man Lehrende dazu motiviert, ihre Veranstaltungen aufzuzeichnen und den Studierenden zur Verfügung zu stellen. Dass die Studierenden die Vorlesungsaufzeichnungen als Mehrwert empfinden, zeigen nämlich nicht nur die Umfrageergebnisse zur Vorlesungsaufzeichnung an der TUHH.

Beim zweiten Vortrag des ZLL, gehalten von Peter Salden, ging es um das Thema “Learning Analytics” aus hochschuldidaktischer Perspektive. Technisch ist es inzwischen möglich, Daten aus Lernprozessen auf bestimmte Muster hin zu analysieren – also z.B., ob sich bei der Nutzung von Lernplattformen Nutzermuster erkennen lassen, die mit dem Erfolg in Klausuren in Verbindung stehen. Aber ist dies auch didaktisch sinnvoll? Dies scheint an einigen Stellen durchaus so zu sein, beispielsweise wenn aus den Nutzermustern bei der Bearbeitung von Aufgaben darauf geschlossen wird, ob die Aufgaben eine angemessene Schwierigkeit haben. Falls nicht, kann die Datenauswertung Ausgangspunkt für eine Veränderung im Unterricht sein, z.B. indem bestimmte Schwierigkeiten noch einmal neu in den Mittelpunkt gestellt werden. Allerdings stellen sich bei derartigen Verfahren auch wichtige datenschutzrechliche Fragen, die geklärt werden müssen, bevor sie in großem Stil umgesetzt werden.

Über die ZLL-Vorträge hinaus zeigte die Tagung verbreitetes Interesse an großen Online-Lehrveranstaltungen, u.a. den so genannten MOOCs. Allerdings zeichnete sich hier auch eine Tendenz ab, solche Kurse nicht grundsätzlich offen anzubieten, sondern eher für die eigenen Studierenden didaktisch und technisch anspruchsvoll zu entwickeln.

 

 

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