Forschendes Lernen @ TUHH: Neue Workshopreihe

Neue WiMis auf Haushaltsstellen der TUHH nehmen seit kurzem an einem Lehrgang zum Forschenden Lernen teil. Begleitend zum ersten Arbeitsjahr werden sie damit in einer eigenen Workshopreihe in einem didaktischen Format geschult, das einen besonders guten Start in die Tätigkeiten an einer forschungsorientierten Universität ermöglicht. 

Der erste Termin 

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Der erste Workshop fand am 11.06.2015 mit 13 Teilnehmenden statt. Prof. Sönke Knutzen, Vizepräsident Lehre und Leiter des Instituts für Technische Bildung und Hochschuldidaktik, fragte die WiMis eingangs danach, wie sie selbst im Studium mit Forschung in Kontakt gekommen seien. Er warb dafür, den Studierenden bereits frühzeitig, flexibel und kontinuierlich einen Bezug zu Forschung und Entwicklung zu ermöglichen. Dadurch könnten sie Kompetenzen entwickeln, um Zukunftsaufgaben der Ingenieurtätigkeit gut zu bewältigen, zum Beispiel die Anforderungen der Industrie 4.0.

Mit Definitionen wurde dann der konzeptuelle Rahmen abgesteckt, in dem ganz verschiedene Varianten Forschenden Lernens angesiedelt sein können. Perspektivisch werden die WiMis in der Lage sein, eigene Lehrveranstaltungen als Forschendes Lernen zu gestalten. Damit verbunden ist die Gelegenheit, das eigene Verständnis als Forschende und als Lehrende am Praxisfall weiter zu entwickeln und zu verknüpfen.
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Beispiel_LearnISIS_FLKlaus Vosgerau und Timo Lüth vom ZLL führten zunächst in Unterschiede wie auch in die Wahlverwandtschaft  von Lernen und Forschen ein. Die Teilnehmenden stellten sodann an einer eigenen Lehrveranstaltung dar, ob und wie Aspekte Forschenden Lernens in ihrem Lehralltag bereits vorkommen. Mit einem anschaulichen Experiment übten sie u. a., die Perspektive der Studierenden beim Lernen einzunehmen und daraus eine praktische Lehrsituation zu entwickelten. Die Diskussion über Good Practices anderer Universitäten u. a. aus der Logistik und den Naturwissenschaften führte Varianten und Bandbreite des Forschenden Lernens vor Augen.

Die Idee hinter der Workshopreihe

Neben dem Forschenden Lernen liegt ein weiteres Ziel der Reihe darin, den Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Repertoire didaktischer Methoden zu 

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vermitteln und sie – wissenschaftlich fundiert – in Grundsätze guter Lehre in den Technikwissenschaften einzuführen. Bereits beim Einführungstermin lernten die 

Teilnehmenden verschiedene didaktische Instrumente kennen, die sie in der alltäglichen Arbeit anwenden können. Weitere Themenfelder werden bspw. die konkrete Lehrveranstaltungsplanung und die Gestaltung und Bewertung schriftlicher Prüfungen sein. Neben der hochschuldidaktischen Weiterqualifizierung bietet die Workshopreihe den Teilnehmenden die Chance, sich interdisziplinär zu vernetzen und über Fachgrenzen hinweg auch zu den jeweiligen Interessen in der Forschung auszutauschen – und im Idealfall neue Anregungen zu bekommen oder gar gemeinsame Projekte zu planen. Der gesamte Lehrgang wird vom ZLL organisiert und per Begleitforschung evaluiert.

 

Am Ende ein Produkt

Am Ende der Workshopreihe soll ein zweifaches Produkt stehen: Da es sich bei didaktischen Interventionen in Lehrveranstaltungen im besonderem Maße um ein multifaktorielles Geschehen handelt, werden die Teilnehmenden jeweils in Zweierteams zwischen den Workshopterminen einen intensiven Blick auf eigene Lehrveranstaltungen werfen. Dabei stehen Fragen danach im Vordergrund, wie man Probleme durch didaktische Maßnahmen beheben oder wie man den Erfolg didaktischer Veränderungen messbar machen kann. Die Erfahrungen werden abschließend verschriftlicht und präsentiert. Neben diesem “Scholarship of Teaching and Learning” genannten Ansatz werden die WiMis am Ende ein praktisches Lehrkonzept für eine eigene Veranstaltung im Format des Forschenden Lernens vorlegen. Dies alles ist nur dann möglich, wenn die Teilnehmer_innen gut zusammenarbeiten – bereits diesmal schätzten sie die gute Atmosphäre im Workshop und den Austausch in der Gruppe.

Ausblick

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Der nächste Termin der Reihe “Forschendes Lernen an der TUHH” wird im August stattfinden und sich u. a. der näheren Planung der Untersuchung einer eigenen Lehrveranstaltung widmen. Damit wird dann auch Ulrike Bulmann mit die Workshopleitung übernehmen, die seit Juni als Fachreferentin für Forschendes Lernen am ZLL arbeitet. Die nächste Lehrgangsgruppe wird voraussichtlich im Herbst starten.

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