Erste Masterarbeit in der Fachdidaktik der Ingenieurwissenschaften absolviert!

Geforscht wird an der TUHH nicht nur in den reinen Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften, sondern auch in der Fachdidaktik, genauer gesagt in der Abteilung Fachdidaktik der Ingenieurwissenschaften unter der Leitung von Prof. Christian Kautz. In seiner Arbeitsgruppe spielen die Untersuchung des Verständnisses zentraler Begriffe und Konzepte in den ingenieurwissenschaftlichen Grundlagenfächern eine zentrale Rolle.

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Der Gleichstrommotor des Motorexperiments

Die erste Masterarbeit in der Fachdidaktik der Ingenieurwissenschaften an der TUHH wurde nun von Ferdinand Kieckhäfer geschrieben. Er beschäftigte sich darin mit der Analyse der Wirksamkeit von Motorexperimenten bezüglich der Lernziele einer Lehrveranstaltung zur Regelungstechnik. Das Motorexperiment stellt den praktischen Part der Einführungsvorlesung in die Regelungstechnik dar.
Im Rahmen seiner Arbeit führte Kieckhäfer semi-strukturierte Interviews mit Studierenden der Lehrveranstaltung “Grundlagen der Regelungstechnik” hinsichtlich des Motorexperiments durch. Durch eine mehrstufige Analyse der Interviews entwickelte er sogenannte concept maps zu dem Thema, also netzwerkartige Strukturen, die sich aus dem Verständnis der Studierenden ableiten lassen. Aus den concept maps arbeitete Kieckhäfer Auffälligkeiten und Muster heraus. Die Erkenntnisse die Kieckhäfer aus seiner Arbeit zieht sind, dass die Interviewten durch das Motorexperiment generell einen Lernzuwachs zeigen, vor allem bei den Fähigkeiten zur Reglereinstellung. Die Werte, die sie dem Reglerparameter gaben, waren grundsätzlich richtig. Allerdings zeigte sich, dass die Interviewten nicht in der Lage waren, zu erklären warum sie diese Einstellung wählen. Auch waren den Studierenden grundlegende Zusammenhänge klar, komplexere Zusammenhängen bereiteten ihnen jedoch Schwierigkeiten.
Im Anschluss an die Masterarbeit wäre nun denkbar, das Motorexperiment didaktisch so zu überarbeiten, dass das Verständnis und somit auch das Erklärungsvermögen zur Einstellung des Reglers und der komplexen Zusammenhänge bei den Studierenden steigt.

Ferdinand Kieckhäfer ging an der TUHH über viele Semester verschiedenen Tutortätigkeiten nach, u.a. in Mechanik 1-3 und Regelungstechnik 2 sowie beim Betreuten Lernen in Physik, Mechanik 1-3, Systemtheorie und Mathematik. Sein daraus erwecktes Interesse an der Lehre führte ihn schließlich in das Seminar für Fachdidaktik der Ingenieurwissenschaften bei Prof. Kautz und zu einer einjährigen Tätigkeit als studentische Hilfskraft in dessen Arbeitsgruppe. Für Kieckhäfer war schnell klar, dass er auch seine Masterarbeit in der Arbeitsgruppe schreibt. Da er im Studium bei der Bearbeitung des Motorexperiments das Gefühl hatte, dass es bezüglich des Lernerfolgs noch ausbaufähig sei, fiel seine Wahl auf dieses Thema. Nun begrüßen wir Ferdinand Kieckhäfer als neuen wissenschaftlichen Mitarbeiter in der Fachdidaktik.

Studierende, die Interesse an einer Abschlussarbeit (Bachelor oder Master) in der Fachdidaktik haben, finden mögliche Themen auf unserer Webseite unter studentische Abschlussarbeiten.

 

 

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