Beteiligung in der digitalen Lehre fördern – Prof.-Lounge am 18.3.2021

Beteiligung in der digitalen Lehre fördern - Prof.-Lounge am 18.3.2021

Beteiligung in der digitalen Lehre fördern – so lautete die erste, vom ZLL durchgeführte, Prof.-Lounge in diesem Jahr. Die Veranstaltung wurde von unserer Vizepräsidentin Lehre Frau Prof. Kerstin Kuchta moderiert. Passenderweise fand die Prof.-Lounge online statt.

Als Gastreferenten konnte das ZLL Herrn Professor Dr. Friedhelm Mündemann gewinnen. Prof. Mündemann, Geschäftsführer der Virtuellen Fachhochschule (VFH) und Professor für Angewandte Informatik ist ein erfahrener Experte rund um das Thema Digitale Lehre. Das offen gestaltete Format der Veranstaltung und die große Auswahlmöglichkeit an Themen, die Prof. Mündemann mitgebracht hatte, führten zu einem anregenden Austausch aller Anwesenden.

Im Verlauf der Veranstaltung entspann sich ein sehr gewinnbringender Diskurs rund um die digitale Lehre. Dies bestätigte auch die anschließende Umfrage unter allen Teilnehmenden.

Die Rolle des Lehrenden

Ein Schwerpunktthema bezog sich auf die heutige Rolle des Lehrenden.
Es gab schnell Einigkeit darüber, dass Lehrende neben ihrer “klassischen” Aufgabe, Wissen zu vermitteln, insbesondere auch Lernbegleiter für ihre Studierenden sein sollten in der digitalen ebenso wie in der Präsenzlehre.
Lernen ist auch ein sozialer und emotionaler Prozess und eine gute Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden daher essentiell.

Der Regelkreis

Als heimlicher Star des Abends entpuppte sich die von Prof. Mündemann vorgestellte “Analogie des Regelkreises”, welche in ihrer Beschreibung dem ingenieurswissenschaftlichen Hintergrund der meisten Anwesenden naturgemäß sehr entgegenkam.

 

1 Mündemann, Prof. Dr. Friedhelm (2021): Darstellung Regelkreis aus „Beteiligung in der virtuellen Lehre fördern. Beispiel: Virtuelle Fachhochschule“. Vortrag zur Professorinnen- und Professoren-Lounge der TUHH, Hamburg, 18. März 2021

Sie beschreibt die Doppelfunktion der Lehrenden als Wissensvermittler/in und Lernbegleiter/in und stellt heraus, wie wichtig es ist, Studierende in ihrem Lernprozess zu begleiten, um “Störgrößen”, wie fehlerhaftes Lehrmaterial, Lernblockaden oder technische Probleme beim Lernen zu vermeiden.

Lernt jemand ganz allein, so muss er/sie zwei Rollen gleichzeitig füllen: einmal als Lerner(in) und gleichzeitig als Überwacher(in) des eigenen Lernprozesses (Abb. 1).

Abb. 2: Mündemann, Prof. Dr. Friedhelm (2021): Darstellung Regelkreis aus „Beteiligung in der virtuellen Lehre fördern. Beispiel: Virtuelle Fachhochschule“. Vortrag zur Professorinnen- und Professoren-Lounge der TUHH, Hamburg, 18. März 2021

 

 

 

 

Deshalb sollte ein Lernprozess immer begleitet sein, damit sich der/die Lerner(in) auf den Lernprozess in sich selbst konzentrieren kann (Abb. 2).

Damit beschreibt diese Analogie in etwa die Methode des Just in Time Teaching (JiTT) , die Selbststudienzeit und Präsenzzeit aufeinander aufbauend miteinander verknüpft. Durch das regelmäßige Einholen von Feedback, kann der/die Lehrende die Präsenzveranstaltung besser auf den Lernstand der Studierenden ausrichten.

 

Vorlesungsaufzeichnungen und Datenschutz

Aber auch Vorlesungsaufzeichnungen waren ein Thema. Insbesondere die Frage nach Datenschutz führte bei einigen Teilnehmenden zu Bedenken.

Die VFH nutze für Vorlesungsaufzeichnungen eigene Server, unabhängig vom Internet, die so den unbefugten Zugang und die unerlaubte Distribution erheblich erschwerten, berichtete Prof. Mündemann. Zudem müssen Studierende der VFH im Vorfeld eine Verpflichtung unterzeichnen, dass kein Material weitergegeben werden dürfe.

Grundsätzlich nutzen Studierende gerne den Zugriff auf Vorlesungsaufzeichnungen. Die Möglichkeit, Vorlesungen zu jedem beliebigen Zeitpunkt und im eigenen Tempo ansehen zu können, leistet aus  Studierendensicht einen überzeugenden Mehrwert, sodass diese Verpflichtungen seitens Studierenden problemlos unterzeichnet werden würden, so Herr Mündemann.

e-Prüfungen und Take Home Exams (THE)

Abschließend wurde angeregt über ePrüfungen und Take Home Exams  (THE ) diskutiert. Prof. Mündemann berichtete, wie er eine schriftliche Klausur im Nachgang um eine Reflexionsphase erweiterte. In dieser Reflexionsphase, die in einzelnen Breakout-Sessions (also ein Studierender pro BOS) aufgezeichnet wurde, sollten Studierende neben der Identifikation der eigenen Person auch darüber berichten, wie sie das Lösen der Klausur erlebt haben. Die eigentliche Klausur hingegen fand von Zuhause ohne aktivierte Kamera oder Ton statt und wurde über das Lernmanagement Moodle der VFH mit einem Safe Exam Browser geöffnet, bearbeitet und hochgeladen.

Eine anschließende Plagiatsprüfung habe keine Täuschungsversuche gezeigt. Es scheint, als würden Studierende diesen Vertrauensvorschuss zu würdigen wissen.

 

Kommende Professorinnen- und Professoren-Lounges

Die Veranstaltung endete mit einem Ausblick auf weitere geplante Prof.-Lounges zu den Themen

    • Studierende motivieren
    • Studierende aktivieren
    • Studiengangweiterentwicklung
    • Experimente und Praxisbezug in der Lehre

Die Daten werden auf der Homepage veröffentlicht und via Rundmail verschickt.

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