E-Prüfungs-Symposium in Paderborn

Welche Trends und Herausforderungen sehen Hochschulen beim Thema E-Assessment? Beim e-Prüfung Symposium (ePS) in Paderborn vom 18.-19.11.2015 trafen sich die Akteure, um die rechtlichen, technischen sowie didaktischen Herausforderungen zu diskutieren und miteinander in den Austausch zu gehen. Das ZLL war ebenfalls mit einem Vortrag vertreten. Veranstaltet wurde das Symposium von der Universität Paderborn, in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen, dem Projekt „E-Assessment NRW“ und dem Portal e-teaching.org. Unterstützung kam zudem vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und dem Hochschulforum Digitalisierung.

Der Schwerpunkt lag dieses Jahr auf dem summativen Assessment. Natürlich ist bei Hochschullehrenden ein schlagendes Argument für die Einführung von E-Klausuren immer auch die ökonomische Komponente: Durch bessere Lesbarkeit schnellere Korrekturen, durch automatisierte Auswertung noch schnellere Korrekturen – da können Zeit, Nerven und eventuell personelle Ressourcen gespart werden. Das ist aber nur einer der Vorteile – auf den Tagungen zu E-Assessment stehen mittlerweile noch stärker die didaktischen Potentiale im Vordergrund, die mit der Implementierung von E-Assessment-Strategien einhergehen.

An der TUHH werden zu diesem Zeitpunkt keine elektronischen Abschlussprüfungen angeboten. Gerade deshalb ist der Austausch mit anderen Hochschulen, die damit bereits weiter vorangeschritten sind, besonders wertvoll. Eigene Erfahrungen sammelt das ZLL derzeit in zwei Pilotprojekten, in denen formatives – also prozessbegleitendes – E-Assessment eingesetzt wird.

Eines dieser Projekte haben Katrin Billerbeck und N/A vom ZLL  in ihrem Vortrag “Kompetenzorientierte E-Prüfungen in den Ingenieurwissenschaften” vorgestellt. In der Veranstaltung “Software Engineering” haben Prof. Sibylle Schupp und Timo Kamph aus dem Dekanat Elektrotechnik – Softwaresysteme (Mitautoren des Vortrags) zwei begleitende Projektaufgaben eingeführt, in denen die Studierenden am Beispiel einer Fahrstuhlsteuerung Programmierfähigkeiten lernen. Zu ihren jeweiligen Fortschritten erhalten die Studierenden ein automatisches Feedback, das bei der Weiterbearbeitung der Aufgabe unterstützt. Das Projekt ermöglicht damit aus didaktischer Sicht einen Praxistransfer – zugleich wird über das formative veranstaltungsbegleitende Üben am Ende ein höherer Schwierigkeitsgrad erreicht als zuvor.

Ingesamt haben die kurzweiligen, aber auch sehr reflektierten Vorträge das ePs zu einem interessanten Ereignis gemacht. Hervorzuheben ist auch der Workshop „Digitales Prüfen – Neue Formen“ von Dr. Lutz Goertz (MMB Institut), bei dem diskutiert wurde wie die Akzeptanz von E-Assessment an Hochschulen weiter gestärkt werden kann. Insgesamt wird damit gerechnet, dass die Bedeutung des Themas E-Assessment an den Hochschulen weiter steigt (siehe auch den Konferenzbericht von e-teaching.org). Insofern gilt es auch für die TUHH an dem Thema dran zu bleiben, um zu klären, inwiefern E-Assessment weiter an der Hochschule verankert werden sollte und um weitere Erfahrungen in der Konzeption guter und anspruchsvoller Prüfungsaufgaben mittels E-Assessment zu sammeln.

Autorinnen: Katrin Billerbeck & N/A

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