E-Prüfungen – Chancen und Herausforderungen

Die Tagung GML2 2015 in Berlin beschäftigte sich mit Herausforderungen und Chancen beim Thema computergestützte Prüfungen. In den Vorträgen wurde deutlich: Auf E-Examinations werden große Hoffnungen gesetzt. Schließlich bringt die automatische Auswertung eine große Arbeitserleichterung mit sich. Aus didaktischer Sicht sind vor allem die neuen Aufgabentypen spannend, die mit E-Prüfungen technisch möglich werden.
Keynote Speaker Geoffrey Crisp von der RMIT, Australien, zeigte auf, welche Vielfalt von E-Prüfungsszenarien möglich wäre, gegen die traditionelle Klausuren wenig kompetenzorientiert wirken. Robert Peregoodoff, University of British Columbia unterstreicht, dass Lehrende mittlerweile E-Prüfungsaufgaben entwickeln, „that would not be possible using paper and pencil“. So greifen Studierende beispielsweise in der Prüfung auf interaktive 3-D Modelle von chemischen Strukuren zu und treffen Aussagen, analysieren Kurvendiagramme mit Excel, schauen sich ein Video über einen physikalischen Prozess an und identifizieren die dazugehörigen Kräfte oder programmieren in Java Algorithmen, die dann automatisch ausgewertet werden können.

Ein uneingeschränktes Lob also für die E-Examinations?
Die GML2 hat deutlich gemacht, in welchem Spannungsfeld sich E-Prüfungen derzeit befinden. Prüfungsordnungen müssen angepasst, Räumlichkeiten geplant, Datenschutz und die Durchführungssicherheit müssen gewährleistet werden. Es müssen Entscheidungen über die technische Ausstattung und Software getroffen werden und Lehrende brauchen Support für die Entwicklung von didaktisch stimmigen und technisch umsetzbaren Prüfungsaufgaben. Für all dies braucht es (Personal-)Ressourcen.

Die Einführung von computergestützten Prüfungen bedeutet also zunächst mal: eine Menge Arbeit von verschiedensten Beteiligten. Hierbei lässt sich von den Erfahrungen anderer Universitäten profitieren, die diesen Weg bereits gegangen sind, wie z.B. Berlin, Bremen oder Duisburg-Essen. Zugleich bieten E-Prüfungen Chancen: Für interessante und anspruchsvolle begleitende Tests oder abschließende Klausuren in den Großveranstaltungen sowie berufsnahe und motivierende Lern- und Prüfungsformen, wie das szenariobasierte Lernen in kleineren Veranstaltungen.

 

 

 

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