E-Mobilität zum Anfassen

Wabernder Stickstoff und Motorräder frisch von der BMW-Produktionsstraße: Herr von Bismarck, der Geschäftsführer von Floh Enterprises, der in Zusammenarbeit mit dem ZLL, der Studierendenwerkstatt und dem Institut von Prof. Weltin einen studentischen Wettbewerb ermöglicht hat (“Elektrisiere den Floh”), hat nicht nur ein Herz für Gewinner: Alle Studierende, die am Wettbewerb teilgenommen haben und das Betreuerteam hat er eingeladen, die Sonderführung Elektromobilität im BMW Werk Berlin anzusehen. Am 30.08. war es dann soweit: 9 Studierende und 2 Betreuende machten sich auf den Weg.

Hier mein sehr persönlicher Reisebericht:

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Verschlafen! Ausgerechnet heute, da ich doch in der Tasche die Gruppenfahrkarten habe! Auf die Sekunde pünktlich komme ich 6:20 Uhr am Hauptbahnhof an. Alle Studierenden sind da. Super! Der Zug fährt heute natürlich von einem anderen Gleis als gedacht, sodass es noch einmal hektisch wird. Zufrieden genießen wir dann die Bahnfahrt, sprechen über das Projekt und wie großartig Projekte insgesamt sind. “Wann machen wir eigentlich das nächste Projekt?”

In Spandau angekommen, gehen wir erst einmal zur Zitadelle (“Frau Simon, was ist eigentlich eine Zitadelle?”) Ich hatte geplant, dass wir da die Wartezeit bis die Führung losgeht mit einem Früstück und etwas Kultur überbrücken könnten. Das Personal will aber auch Eintritt von uns, wenn wir nur in den Innenhof gehen. Wir beschließen stattdessen Spandau kennenzulernen. Wir sind positiv überrascht vom Marktplatz, der sich beschaulich präsentiert. Eine urige Konditorei serviert uns sehr leckeres Frühstück. Angesichts von gefühlt einer Million Frisörläden, die auf dem Weg ihre Dienste anpreisen, sorgt das Urteil eines Studierenden für Gelächter:
“Spandau ist das Harburg von Berlin.”

11:00 Uhr geht es dann richtig los: Wir werden im stickigem Empfangskasten des BMW Werks von einem jungen, redefreudigen Mann begrüßt. “Frau Prof. Simon?” Das ausschließlich Motorräder hier hergestellt werden und die entsprechende Entwicklungsabteilung in München sitzt, ist für mich überraschend. Ich würde als Entwicklerin lieber am Produktionsstandort sein. “Hier ist unser Schauraum für unseren E-Roller. Schauen Sie sich bitte gern um.” E-Mobilität ist nicht die Leidenschaft und auch nicht der Schwerpunkt unseres Guides. Die Präsentation der Firmendaten fiel aufgrund versagender Technik kurz aus.

Der anschließende Rundgang durch die Hallen war dann sehr spannend und interessant: Von menschenfreien Zonen mit automatisierter Roboteraktivität bis hin zu den Produktionsstraßen konnten wir Vieles ansehen. Leider durfte man nicht fotografieren, wie die Kälteschwaden des flüssigen Stickstoffes über die Ränder der Behälter waberten. Hier werden Teile heruntergekühlt, die dann in ein anderes Teil passen und dann sehr fest sitzen, wenn sie wieder Raumtemperatur erreicht haben. Außerdem wird dort die Kurbelwelle bewusst gebrochen, um die Hälften anschließend perfekt und ohne Materialverlust zusammen zu fügen. Jedes Motorrad wird erst bei Bestellung nach individuellen Vorstellungen montiert.

Der Ausklang hat dann in der Motorrad-Lounge stattgefunden, wo die gängigen BMW-Modelle zum Ausprobieren aufgebaut waren. Die Rückreise verlief ohne Zwischenfälle und war aufgrund zahlreicher guter Gespräche sehr kurzweilig. Ein wunderschöner Tag war das, von dem die Studierenden noch lange erzählen werden.

Das Siegerteam des “Elektrisiere den Floh” Wettbewerbs fliegt Anfang Oktober nach China zur Produktionsstätte des Scooters “Floh”. Wir sind gespannt, was die Studierenden von ihrer Woche berichten werden und möchten uns an dieser Stelle noch einmal herzlich für die Einladung des Sponsors und Initiators, Herrn von Bismarck, bedanken.

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