Die Herausforderung der zukünftigen Mobilität – Studierende evaluieren alternative Kraftstoffe mit dem CBL-Ansatz

Die Herausforderung der zukünftigen Mobilität – Studierende evaluieren alternative Kraftstoffe mit dem CBL-Ansatz

Das Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft hat einen thematischen Schwerpunkt auf der technisch-ökonomisch-ökologischen Bewertung von alternativen Kraftstoffen. Das vorhandene Wissen und die methodischen Ansätze zur Arbeit mit und Bewertung von alternativen Kraftstoffen für die Verkehrswende soll durch das Modul „Advanced Fuels“ den Masterstudierenden der TUHH zur Verfügung gestellt werden. Die Studierenden sollen lernen, mit neuartigen Ansätzen, komplexen Systemen und unsicheren Datengrundlagen umgehen und anschließend reflektierte Aussagen treffen zu können. Die Umsetzung des Moduls wurde für den ersten Durchgang im Wintersemester 2020/21 durch die ECIU und den ZLL Call 17 unterstützt. Ziel ist es, das Modul in den kommenden Jahren den Partneruniversitäten aus der ECIU University zur Verfügung zu stellen und internationale Studierende in den Ablauf des Moduls zu integrieren. Der folgende Gastbeitrag stammt von Daniel Christ.

Am 27.01.2021 fand die dreistündige Abschlussveranstaltung des Moduls „Advanced Fuels“ statt. Über das Semester haben die Studierenden die zukünftig möglichen Pfade der nachhaltigen Kraftstoffbereitstellung beleuchtet. Während der Veranstaltung wurden die vielfältigen Lösungsmöglichkeiten im Rahmen der Energiewende, oder spezieller der Verkehrswende, reflektiert, miteinander verglichen und Indikatoren für mögliche Ausbaupfade erarbeitet. Während des gesamten Semesters haben die Studierenden nach dem Ansatz des Challenge-based Learnings eine dieser Lösungsmöglichkeiten genauer beleuchtet und sich die relevanten Vor- und Nachteile erarbeitet. Das Ziel der Abschlussveranstaltung war, eine spannende und ausgiebige Diskussion zwischen den unterschiedlichen Arbeitsgruppen anzuregen.

Die Studierenden wurden zu Beginn des Semesters in drei Arbeitsgruppen eingeteilt, in welchen sie sich frei und eigenständig organisieren sollten und konnten. Jede Arbeitsgruppe hatte einen der alternativen Kraftstoffpfade als thematischen Schwerpunkt. Die bearbeiteten Kraftstoffpfade waren hierbei Biokraftstoffe, Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe. Als Rahmenbedingung wurde den Studierenden mitgegeben, insgesamt drei Nachhaltigkeitskriterien für den jeweiligen Kraftstoffpfad methodisch zu erarbeitet und anschließend entsprechend anzuwenden. Um eine gewisse Vergleichbarkeit der Kraftstoffpfade zu gewährleisten, wurden die Kriterien CO2-Emissionen als auch Gesamtbetriebskosten nach einer ersten Recherchephase festgelegt. Zusätzlich sollten alle Arbeitsgruppen ein Nachhaltigkeitskriterium, welches spezifisch für den eigenen bearbeiteten Kraftstoffpfad ist, festlegen und die Bedeutung für den jeweiligen Kraftstoffpfad bearbeiten.

Während der Abschlussveranstaltung, welche digital via Zoom stattgefunden hat, wurden zunächst die technologischen Verfahren, die verwendeten Bilanzgrenzen sowie die grundlegenden Vor- und Nachteile der Kraftstoffpfade den anderen Arbeitsgruppen vorgestellt. Anschließend wurden Expertenkommissionen der Studierenden gebildet. Aus jeder Arbeitsgruppe sollte sich mindestens eine Person in die Expertenkommissionen CO2-Emissionen und Gesamtbetriebskosten begeben und dort gemeinsam auf einem Mural (einem kollaborativem Online-Tool) die Ergebnisse und Erkenntnisse der Arbeitsgruppen sammeln und diskutieren. Die eigenständige Organisation innerhalb der Expertenkommission sowie die anschließende Art der Ergebnispräsentation wurde den Studierenden als zusätzliche Herausforderung frei gelassen. Die Vielfalt der gesammelten Ergebnisse und Erkenntnisse kann in dem abgebildeten Mural Board aus der Arbeitsphase entnommen werden. Zum Abschluss der Veranstaltung wurden noch die Kraftstoffpfad-spezifischen Nachhaltigkeitskriterien vorgestellt und die Erkenntnisse der Gruppen gegenseitig reflektiert.

Die Mitarbeit, Eigenständigkeit und Motivation der Studierenden muss während des gesamten Semesters positiv hervorgehoben werden. Besonders sichtbar wurde dies in der Abschlussveranstaltung. Die angeregten Diskussionen untereinander, die vorbildliche Vorbereitung und die adäquate Einordnung der gefundenen Literaturquellen als Grundlage der eigenen Arbeiten sind hier zu nennen. In der abschließenden Feedbackrunde wurde von den Studierenden speziell die Kompetenzerweiterung im Umgang der Reflexion mit Literaturquellen vielfältiger Herkunft genannt. Das Team der Lehrenden ist bereits gespannt auf das kommende Wintersemester und weitere spannende Diskussionen.

Das Beitragsbild “Advanced Fuels Logo” von Anne Rödl ist lizenziert unter CC BY-SA 4.0.

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