Der 16. Workshop der QLiN und angrenzende Stadtstaaten und die Frage nach den neuen Studierenden

Am 05. Und 06.03. fand wieder ein Workshop der Qualitätsoffensive Lehre in Niedersachsen statt, dieses Mal in Lüneburg. Titel der Tagung: „Die neuen Studierenden – was die Zukunft bringt“

Neben verschiedenen Workshops und Arbeitsgruppentreffen wurde das Programm von zwei Vorträgen gerahmt. Während der gesamten Tagung waren zwei Studierende zu Gast, die aus ihrem Studierendenalltag berichteten.

Herr Dr. Ulrich Heublein (Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung Hannover) brachte viele interessante Daten mit, die Hinweise geben, wie die zukünftigen Studierenden aussehen könnten.

Die Entwicklungstrends, die aus diesen und anderen Daten abgeleitet werden können, sind z. B. eine größere Heterogenität der Studierenden (in Bezug auf Alter, soziale Herkunft, Migrationshintergrund und schulische Zugangswege). Dabei zeigt sich eine Differenzierung der Motivlagen der Studierenden, unterschiedliche fachliche Studienvorbereitung sowie unterschiedliche Studienkompetenzen.

Als Möglichkeiten, diesen Entwicklungen gerecht zu werden, benennt Dr. Heublein u. a. eine stärkere Kooperation zwischen Schulen und Hochschulen sowie Bildungsberatung. Außerdem plädiert er für eine Neugestaltung des Studieneinstiegs, z. B. die feste Implementierung einer Orientierungsphase. Während des Studienverlaufs sollte dem Aspekt Studienfinanzierung und Erwerbstätigkeit mehr Beachtung geschenkt werden. Zudem sollte die Feedback-Kultur verstärkt werden und die Förderung der Fähigkeit zum eigenaktiven Lernen gestärkt werden.

Der zweite Vortrag mit dem Titel „GenZ – geht`z noch? Genration Z eine neue Herausforderung für Organisationen“ wurde von Frau Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt (Vizepräsidentin Fernstudium und Digitalisierung, Private Hochschule Göttingen) gehalten.

Frau Prof. Dr. Mörstedt betrachtete die Generationsentwicklung der letzten Jahrzehnte und kontrastierte dabei die Generation Wohlstandsgesellschaft „Baby Boomer“ (geboren 1956-1964), die Verunsicherten „Generation X“ (geboren 1965-1979), die Digital Natives „Generation Y“ (1980-1993) und die Rebellen „Generation Z“ (geboren 1994-2010). Was folgen wird ist Generation A (ab 2010 geboren).

Dabei stellt sie fest, dass die Generation Y und Z die Generationen sind, die auf Augenhöhe erzogen wurden und nun mit einer neuen Erwartungshaltung in die Ausbildung oder ihre berufliche Laufbahn starten. Diese Generationen wünschen sich, dass die Arbeit Spaß machen soll. Hier zeigt sich ein großer Kontrast zur Baby Boomer-Generation, die mit einem ganz anderen Arbeitsethos aufgewachsen ist. Dabei ist gerade die Generation Z mit der sogenannten Multi-Optionsgesellschaft konfrontiert, was die Orientierung besonders schwierig macht. Es zeigt sich zudem, dass dieser Generation von den Eltern viel Verantwortung abgenommen wird. Die Generation Z sieht sich mit der Allgegenwärtigkeit von Krisen konfrontiert, daher ist dieser Generation Sicherheit im Beruf und Bildung wichtig. Auf der anderen Seite und auch als Flucht vor der Unsicherheit „relaxt“ diese Generation auch gerne und beschäftigt sich mit social media.

Frau Prof. Dr. Mörstedt geht davon aus, dass Unternehmen und Universitäten den Auszubildenden und Studierenden von morgen deutlich mehr entgegenkommen müssen (alleine aufgrund der demografischen Entwicklung). Frau Prof. Dr. Mörstedt spricht sich für die Individualisierung von Angeboten aus. Es kann nicht mehr erwartet werden, dass die jungen Menschen so „fertig“ vorgebildet wie gewohnt mit ihrer Ausbildung oder ihrem Studium beginnen. Zudem zeigt sich, dass die Generation Z gerne alleine lernt und erst bereit ist ihr Wissen zu teilen, wenn sie es können. Konzepte wie Inverted classroom kommen dem entgegen.

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