3 Wochen nach dem digitalen Start – Runder Tisch zu Zoom

Über 20 Professorinnen, Professoren und wissenschaftliche Mitarbeitende der TUHH haben sich am Donnerstag, 7. Mai zum „Runden Tisch zu Zoom“ getroffen – mit Zoom.

Beim Start ins digitale Sommersemester 2020 stand für fast alle Lehrenden zunächst im Vordergrund, ihre Lehrveranstaltungen mithilfe von Stud.IP und neuer Softwarewerkzeuge überhaupt in eine digitale Form zu bringen. Zoom ist dabei als eine Art Multitool zum Einsatz gekommen, wie auch die Vorabumfrage zum Runden Tisch zeigt: als digitaler Hörsaal, zur Betreuung von Übungen und auch als Begleitformat für Seminare und Projekte (s. Abb. 1).

Dabei mussten alle erst einmal damit umgehen, dass die Lizenzen erst kurzfristig zur Verfügung gestellt werden konnten. Lehrkonzepte und Materialien mit Zoom mussten dann ‚aus dem Stand‘ in wenigen Tagen entwickelt werden. Auch eine Softwareschulung konnte unter den Corona-Umständen nur selten wahrgenommen werden.

Nach den ersten erfolgreichen Gehversuchen stellt sich ein paar Wochen nach Semesterstart die Frage, wie einzelne Aspekte der Lehre mit Zoom nachgesteuert oder variiert werden können. Um hierzu einen Austausch zu ermöglichen baute der Runde Tisch auf einigen Befunden aus einer kurzen Umfrage auf, die das ZLL zur bisherigen ZOOM-Nutzung der Teilnehmenden durchgeführt hatte (n=35). Als Schlaglicht: Während rund 66 % Zoom für die digitale Vorlesung nutzen, führen zugleich rund 40 % kleinere Übungen und rund 23 % der Lehrenden PBL-Veranstaltungen mit dem neuen Tool durch.

Abb. 1) Umfrage: Lehrveranstaltungstypen

Moderiert von Dr. Sara Bornhöft und Dr. Klaus Vosgerau kamen für den folgenden Austausch einige Kommunikationsregeln zum Tragen, die bei der Nutzung von Videokonferenzsoftware grundsätzlich zu empfehlen sind. Immerhin 55 % der teilnehmenden Lehrenden hatten solche Regeln in ihren eigenen Zoom-Sessions des digitalen Sommersemesters bereits in der einen oder anderen Variante eingebracht (zum Melden, Muten, sich Mitteilen etc.).

Den ersten Erfahrungsberichten zufolge sind die Veranstaltungen mit Zoom sehr gut gelaufen. Einige Teilnehmenden äußerten sich geradezu begeistert von der neuen Möglichkeit, Vortrag und Lehrgespräch auch digital durchführen und dabei die fachlichen Lernziele wie geplant verfolgen zu können.

Dennoch besteht die Gefahr, dass Vorträge, die die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer/innen bereits als Präsenzveranstaltung an ihre Grenzen bringen, in einer digitalen Form umso mehr der Reizarmut Tribut zollen müssen. Zur Mitte hin wurde der Runde Tisch deshalb in zwei Breakout-Rooms verlagert. In ihnen ging es zum einen darum, wie Interaktion und Motivation in einer Session hochgehalten werden können. Zum anderen wurden weitere Medien und Tools besprochen, mit denen sich das Lernen durch Zoom sinnvoll unterstützen und begleiten lässt, wie Mentimeter, Goodnotes oder Etherpad.

Abb. 2) Umfrage: Didaktische Einbettung

Ein paar interessante Punkte aus den Diskussionen:

  • Viele Bürosprechstunden wurden von Lehrenden bislang zwar angeboten, von den Studierenden aber kaum in Anspruch genommen. Demgegenüber finden digitale Sprechstunden in Zoom deutlichen Anklang, auch als Gruppensprechstunde.
  • Auch die Chat-Funktion bekam viel Lob, da sie Studierenden ermöglicht, synchron Fragen zu stellen und Verständnisschwierigkeiten zu artikulieren, die entweder direkt durch Kommilitonen ausgeräumt oder später durch die Lehrenden bei Durchsicht des Chatverlaufs aufgegriffen werden können. Einige Lehrende sind so über den Umweg des digitalen Semesters das erste Mal mit dem belebenden Instrument des Backchannel in Berührung gekommen (mehr zum Prinzip Backchannel lesen Sie hier).
  • Obwohl physische Clicker in Präsenzveranstaltungen vielfach genutzt werden, erscheinen sie einigen organisatorisch zu umständlich. Demgegenüber lassen sich Umfragen über die Zoom-eigenen Funktion Umfrage oder über Zusatztools wie Mentimeter unaufwändig in den digitalen Lehrablauf integrieren.

Im Anschluss konnten die Lehrenden technische Fragen an einen Vertreter des Rechenzentrums stellen, zum Beispiel zur Lizenzierung (…bald kommt die Campuslizenz, die es auch erlaubt, Tutor/innen als Hosts einzusetzen) oder zum Datenschutz bei Prüfungen (…Empfehlung von BigBlueButton).

Zudem wurde eine Folgeveranstaltung gewünscht, für die Lehrende sehr konkrete Fragen zur Verwendung von Zoom einbringen können.

Das ZLL wie auch das Rechenzentrum stehen gerne für weitere didaktische (ZLL) und technische (RZ) Fragen und Beratung zur Verfügung.

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