Zum 40. Geburtstag der TUHH

Die Matrikelnummer 1: Als die TUHH vor 40 Jahren ihre Studierenden bekam

Für sie fand die Vorlesung auch mal im Büro des Professors statt, einen Campus gab es nicht, die Mensa war die benachbarte Kantine der Steuerbehörde und sie waren in Harburg bekannt wie bunte Hunde: Dr. Lothar Behlau hatte die Matrikelnummer 1 und gehörte 1982 zu den ersten fünf Studierenden an der Technische Universität Hamburg (TUHH). Er begann an der TUHH sein Studium der Verfahrenstechnik und ist heute Leiter der Abteilung Agenda 2022 der Fraunhofer Gesellschaft.

Wie sind Sie überhaupt auf diese neue TU aufmerksam geworden?

1982 wurde die Lehre an der TUHH aufgenommen, und zwar mit dem Hauptstudium der Verfahrenstechnik, das heißt, es mussten ein Uni-Vordiplom oder adäquate Leistungen vorgewiesen werden. Und da es damals noch kein Internet gab, wurde diese Ankündigung über sehr „normale“ Pressekanäle publiziert. Ich habe davon erfahren, weil in meinem Studentenwohnheim ein Student eine Kurznachricht aus dem Hamburger Abendblatt ausgeschnitten und an die Pinnwand in der Küche geheftet hatte…

Was war Ihre Motivation sich an einer ganz neuen Universität für den Studiengang Verfahrenstechnik einzuschreiben?

Ich hatte an der Fachhochschule Bioingenieurwesen studiert. Das war ein sehr breit angelegter Studiengang, den ich auch mit viel Interesse studiert hatte. Aber der Nachteil dieser Breite war die mangelnde Tiefe. Man wusste von vielem etwas, aber nichts richtig. Man war nirgends Experte. Das schien mir auch für die Berufswahl ein Manko zu sein. Ich hätte dort oftmals mit „richtigen“ Verfahrenstechnikern im Wettbewerb gestanden. Schon während meines Studiums hatte ich mal erwogen zum Studiengang Verfahrenstechnik an der Fachhochschule Hamburg zu wechseln oder nach dem Studium sogar nochmal an der Uni von vorne anzufangen (damals waren Karlsruhe und Erlangen führende Unis für diesen Studiengang). Somit war das Angebot der TUHH für mich ein „Geschenk des Himmels“, denn damals (wie heute) war es unüblich, das Fachhochschuldiplom – mit einigen Einschränkungen – als TU-Vordiplom anzuerkennen. Das war eine einmalige Chance.

Wie war das, in der ersten Studierendengruppe an der TUHH zu sein?

Aufgrund der limitierenden Kriterien gab es nur eine sehr eingeschränkte Zahl von Bewerbern. Das waren meist Absolventen der Fachhochschule Hamburg, denen dann manchmal noch zusätzliche Vorlesungen auferlegt wurden, um ein Äquivalent zum Vordiplom nachzuweisen. Wir fingen also nach einer ersten Auslese mit fünf Studierenden an, nach ein paar Monaten waren wir dann nur vier, die dann alle das Diplom erreichten. Wir fühlten uns nicht als eine Studierendengruppe, sondern eher als ein etwas exotisches Grüppchen (von FH-Absolventen) an einer TU, an der zu 99,7 Prozent geforscht wurde.

Wie war das „Studentenleben“ an und außerhalb der TUHH?

An der TUHH gab es am Anfang kein Studentenleben in dem Sinne, wie es heute wahrscheinlich stattfindet. Ein Campus im Sinne eines Areals, auf dem es vor Studierenden wimmelt, war nicht vorhanden. Es gab das große Hauptgebäude an der Eißendorfer Straße und eine alte Wäscherei, von der die oberen Räume für ein paar Doktoranden angemietet wurden. Unsere „Mensa“ war die benachbarte Kantine einer Steuerbehörde ein paar hundert Meter entfernt.

Auch als ein Jahr später reguläre Studiengänge starteten, gab es noch keine studentische Szene, weder an der TU noch in Harburg, weil die meisten Studierenden auch von überallher pendelten und nur wenige in Harburg wohnten. Man hatte in Harburg durchaus einige Vorbehalte, was die TU dem Ort bringen würde. So mussten wir uns hinsichtlich eines studentischen Milieus selbst genügen. Aber natürlich gab es in Harburg alles, was ein Studierender braucht: Günstige Wohnungen, Kneipen und einen guten Verkehrsanschluss nach Hamburg. Ich war froh, auch diesen Teil von Hamburg kennengelernt zu haben.

Was war für Sie in der Zeit der TUHH ein unvergessliches Erlebnis?

Es gab ja noch keine Vorlesungsräume, sondern wir trafen uns zu den Vorlesungen oftmals in einem bestimmten Besprechungsraum. Dort gab es ein Telefon (mit Wählscheibe!), das mit einer Amtsleitung versorgt war. Da das Telefonieren früher noch teuer war, haben wir das Telefon in den Pausen auch manchmal privat genutzt – bis dann einer meiner Kommilitonen während einer Vorlesung auf diesem Apparat auch zurückgerufen wurde. Das irritierte den Professor doch etwas. Danach war das Telefon weg.

Was nutzen Sie aus dem Studium für Ihren Beruf?

Die Verfahrenstechnik-Ausbildung war aus meiner heutigen Sicht exzellent. Trotz des kleinen Semesters hatten die Professoren das Ziel, für die TUHH einen hohen Standard zu setzen. Ich bin nach dem Studium zur Promotion mit TUHH-Professor Prof. Werner Bauer nach München mitgegangen, der einen Ruf als Leiter eines Fraunhofer-Instituts erhielt. Ich habe die Studien-Inhalte während meiner Promotion im Bereich der Lebensmittelverfahrenstechnik sehr gut anwenden können, so dass die Promotion an der TU-München gut lief.

Heute bin ich im Bereich des Forschungsmanagements tätig und brauche immer wieder auch profunde Ingenieurkenntnisse aus dieser Zeit zur Beurteilung von Forschungsprojekten. Zum Glück vermittelt die Verfahrenstechnik ein breites Verständnis der Natur- und Ingenieurwissenschaften. Die damalige hohe Intensität der Betreuung hat durchaus Spuren hinterlassen, weil man eben zu dritt oder viert permanent aufmerksam sein musste.

Was würden Sie einen allwissenden Forscher oder eine Forscherin aus der Zukunft fragen?

Ich möchte das nicht aus der Perspektive eines Forschungsmanagers beantworten, der sich viel mit FuE-Themen der Zukunft befasst, sondern aus einer eher persönlichen Perspektive: Ich hoffe, wir können in Zukunft die Forschung – auch die in den Gesellschaftswissenschaften – mehr auf die Themen konzentrieren, die eine Lösung für die derzeitigen Probleme herbeiführen. Bisher gibt es viel unkoordinierte Aktivitäten und Forschung, die macht, was physikalisch geht, ohne die Folgen ins Kalkül zu nehmen. In der Konsequenz muss wieder Forschung betrieben werden, um diese Folgen einzudämmen, beispielsweise Endlagersuche oder Cybersicherheit. Ich würde also einen Forscher oder eine Forscherin in der Zukunft fragen, ob man es geschafft hat, die Energie vollständig regenerativ zu erzeugen und ob der Klimawandel gestoppt wurde. Und eine neugierige „technische Frage“ hätte ich auch noch: Hat man das Beamen schon verwirklicht?

Sie sind seit über 27 Jahren im Forschungsmanagement der Fraunhofer Gesellschaft tätig. Wie müssen sich Ihrer Meinung nach die Technischen Universitäten in Zukunft aufstellen?

Neben dem soliden Kompetenzaufbau in einer Disziplin sollte besonders die Vernetzungsfähigkeit mit anderen Disziplinen bereits während des Studiums geübt werden. Als Studierender überblickt man mit einem TU-Studium einen immer kleineren Teil des Gesamtsystems und deshalb muss die Anschlussfähigkeit mit anderen Disziplinen aufgebaut werden – auch mit den Gesellschaftswissenschaften. Diese Methodenkompetenz ist teilweise genauso wichtig wie die originäre Fachkompetenz.

Die TUs sollten ihren Beitrag und ihre Verantwortung für die Gesellschaft deutlich machen: Inwiefern trägt eine TU mit ihrer Lehre und vor allem ihrer aktuellen Forschung direkt zu den drängendsten Problemen der Menschheit bei?

Wie nehmen Sie die TUHH heute wahr?

Als Forschungsmanager einer großen außeruniversitären Forschungseinrichtung gibt es natürlich immer wieder Berührungspunkte mit den großen TUs in Deutschland, wozu die TUHH mittlerweile gehört. So gibt es auch Kooperationen mit der Fraunhofer-Gesellschaft, bei denen ich immer wieder hellhörig werde und mich gerne an meine Anfänge erinnere.

Zur Person / Werdegang

Dr. Lothar Behlau studierte an der Hochschule Hamburg Bioingenieurwesen und an der Technischen Universität Hamburg-Harburg Verfahrenstechnik. Er arbeitete anschließend am Fraunhofer-Institut für Lebensmitteltechnologie und Verpackung in München und promovierte an der TU-München.

Dr. Behlau ist seit 27 Jahren in unterschiedlichen leitenden Positionen im Forschungsmanagement der Fraunhofer-Gesellschaft tätig. Er leitet heute die Abteilung „Fraunhofer Agenda 2022“. Mit dieser Agenda werden sowohl strukturelle und organisatorische Veränderungen angestrebt als auch neue wissenschaftliche Themen für das Fraunhofer-Portfolio identifiziert, um den Impact und die Exzellenz von Fraunhofer zu erhalten und zu steigern.

Neben diversen Fachpublikationen ist Dr. Behlau auch Autor eins jüngst erschienenen Fachbuchs „Forschungsmanagement“ (de Gruyter, 2017).

Dr. Behlau ist beratend für Forschungseinrichtungen im In- und Ausland tätig und lehrt an der Hochschule München, Hochschule Augsburg und der Universität Oldenburg zu den Themen Forschungsmanagement und nachhaltige Entwicklung.

Gratulant(in):
Dr. Lothar Behlau, Leiter der Abteilung Agenda 2022 der Fraunhofer Gesellschaft

Happy 40th Birthday My Dear Alma Mater!

40 years of grooming students to prominence, 40 years of endless strive towards EXCELLENCE is finally here! TUHH has come a long way and worked hard to build a conducive environment to nurture passionate learners and gracious citizens. A special shout out to the faculty and staff who created the sense of bonded community which I really cherish. Thank you for the wonderful education and a ton of wonderful memories my TUHH!

Gratulant(in):
Arsalan Minhas, President Alumni Chapter Munich

Congratulations on your 40th Birthday

On behalf of Tampere University of Technology I would like to congratulate you on your birthday! TUHH has been an important international partner for our university for many years. We are happy to continue our cooperation in the ECIU universities network.

Gratulant(in):
Minna Haka-Risku, Head of International Relations, Tampere University of Technology

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Zum runden Geburtstag gratuliert die Fakultät für Betriebswirtschaft der Universität Hamburg sehr herzlich. Seit 40 Jahren steht das Wirken der Technischen Universität Hamburg für innovative und zukunftsweisende Forschung und Lehre. Viele kluge Köpfe arbeiten täglich daran, Technik für die Menschen im engen Miteinander von Theorie und Praxis zu entwickeln. Zur Fortsetzung des bisherigen sehr erfolgreichen Weges der Technischen Universität Hamburg wünschen wir auch zukünftig viel Schaffenskraft, Ausdauer und Leidenschaft! Wir freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit diesseits und jenseits der Elbe.

Gratulant(in):
Dekan und Verwaltungsleitung Fakultät für Betriebswirtschaft, Universität Hamburg

Congratulations from Gdańsk University of Technology

The International Relations Office of Gdańsk University of Technology – on behalf of the entire academic society of GUT – would like to wish TUHH prosperous further growth and development as well as success on the way to excellence! We are looking forward to further development of our cooperation!

Gratulant(in):
International Relations Office of Gdańsk University of Technology

Happy happy 40th Anniversary, TUHH!

On behalf of all Kiron team, students and volunteers I would like to express my sincere congratulations to your 40th Anniversary!
TUHH has been an important partner university of Kiron Open Higher Education for Refugees. Thank you for your dedication to our shared mission to opening higher education to all. We wish you all the best and continued success for 40 other years to come. We look forward to continually cooperating with you! Have a great celebration!

Gratulant(in):
Heba Ledwon - Head of Academic Partnerships