Einsteigen bitte! (Teilauszug aus der Zeitschrift Spektrum 2/2019 der TUHH)

DER BUS FÄHRT AB 11.10.2019 EINEN RUNDKURS
DURCH DIE STADT UND
JEDER KANN AUF DER
STRECKE EIN- UND AUSSTEIGEN.

Nun wird es ernst. Der Bus geht auf die einprogrammierte
Strecke. Am Busbahnhof ZOB ist Start- und Haltepunkt
der bereits eingemessenen Strecke, wie Ingenieur Grote
sie nennt. Der Bus kennt hier jede Kurve, jede Ampel und
die Eigenschaften der Fahrbahn ganz genau. Jetzt fährt er
autonom. Der Fahrlehrer drückt auf „go“ und stellt ebenfalls
per Knopfdruck die Geschwindigkeit ein. Die Steuerung ist
jetzt überflüssig und verschwindet auf einer Ablage. Von
Hand werden jetzt nur noch Klimaanlage und Scheibenwischer
bedient. Beides soll in der nächsten Generation
des autonomen Busses ebenfalls von der Software geregelt
werden. Tatsächlich fährt der Bus jetzt von allein. Alle sitzen.
„Die Ampeln müssen noch mit WLAN ausgestattet werden,
damit sie per Funk mit dem Bus kommunizieren können“,
sagt Grote.
Noch hat der Bus Schwierigkeiten, die Verkehrslichter
zu erkennen, nimmt auch sie nur als Punktehaufen
wahr. Grote sagt: „Über das WLAN kann die Ampel dann
informieren, wie lange sie noch grün ist oder wann die Rotphase
vorbei ist und der Bus weiterfahren kann.“ Auf dem
Monitor erscheint das Streckennetz, auf dem sich der Bus
als kleiner Punkt bewegt. Als zwei Fahrradfahrer von hinten
überholen, wartet der Bus und fährt dann von alleine weiter.
So geht es vorbei am Fürstengarten, am Schloss und zurück
zum ZOB. Zwischendurch hält der Bus vorschriftsmäßig an
den geplanten Haltestellen. Wenn es immer so gut läuft, hat
der Fahrbegleiter nicht viel zu tun, außer am Anfang und am
Ende der Fahrt den „Go“- bzw. den „Stop“-Button zu drücken.
Matthias Grote ist stolz auf sein Projekt. Dafür hat der
studierte Bauingenieur seinen Job in einem Architekturbüro
eingetauscht. „Ich wollte gerne wieder forschen, hatte mich
bereits mit Verkehrsplanung beschäftigt und deshalb nicht
gezögert, mich für die Projektplanung zu bewerben“. Offiziell
läuft das TaBuLa-Projekt noch bis Mitte 2020. „Jetzt während
des Betriebs werden wir Akzeptanzstudien durchführen“,
sagt Grote. Erste Umfrageergebnisse zeigen, dass die Bevölkerung
dem Projekt äußerst positiv gegenübersteht. Und wer
weiß, was sich daraus für neue Einsatzmöglichkeiten für den
Shuttle ergeben.

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