Verfahrenstechnik

Ingenieure*innen der Verfahrenstechnik entwickeln, erproben und optimieren Prozesse, in denen Produkte aus Rohstoffen gefertigt werden. Diese Prozesse setzen sie dann im Anlagenbau praktisch um – von der Definition einer technischen Lösung bis zur Konstruktion. Die Bioverfahrenstechniker beschäftigen sich hierbei mehr mit den biologischen Zusammenhängen, also der mikrobiologischen und biochemischen Stoffumwandlungen und bringen diese vom Labormaßstab in die Industrie („Upscaling“).

Verfahrenstechnik wird für die Herstellung fast aller Produkte im Alltag benötigt. Zum Beispiel im Bereich der Lebensmittel, wo Zutaten komplizierte Prozesse durchlaufen, um zum Endprodukt zu gelangen. Gerösteter Kaffee, Schokoriegel, Zucker und Ketchup sind nur wenige Beispiele. Aber auch für die Herstellung von Klebstoffen, jegliches Metall oder Kraftstoffe wird Verfahrenstechnik angewendet. Auch die Bioverfahrenstechnik bereichert unseren Alltag. Hautcremes enthalten Zutaten, die mittels Enzymen gewonnen werden; Wirkstoffe in Medikamenten wie Penicillin heilen Krankheiten; Lebensmittelhersteller benötigen Hefe für Brot oder Pizza. Auch Käse, Quark, Joghurt und Sauerrahm werden alle mit bioverfahrenstechnischen Prozessen aus Milch gewonnen. Wenn du mehr über (Bio-)Verfahrenstechnik in Alltagsprodukten wissen möchtest, dann schau doch mal bei dem folgenden Link vorbei:  Ketchup und Viskosität

Im Kompetenzfeld „Green Technologies“ forscht die TUHH an der Geothermie (Erdwärme) sowie der Bioraffinerie zur stofflichen und energetischen Verwertung von Biomasse. Auch widmen sie sich der Herausforderungen des Gewässer- und Bodenschutz sowie der Erforschung von nachhaltigen und klimaschonenden Techniken. Neben der Entwicklung von Methoden und Prozessen zur Wiederverwendung von Wasser ist auch die Rückgewinnung von Wertstoffen aus Abfallstoffen ein großes Forschungsthema der TUHH.

Im Bachelor lernst du Mathematik, Mechanik, Strömungsmechanik, Thermodynamik, Chemie und Biotechnologischen Grundlagen. In der allgemeinen Verfahrenstechnik wird sich dann noch mehr auf das Konstruieren von Anlagen spezialisiert. In der Bioverfahrenstechnik wird mehr der Aspekt der Biologie vertieft und so liegt ein besonderer Schwerpunkt und der Unterschied zur reinen Verfahrenstechnik in der Verwendung von Zellen oder Enzymen zur Herstellung der Produkte oder als Produkt selbst. Beide Studien beinhalten viele Laborpraktika, bei denen du in einer kleinen Gruppe die Inhalte des Studiums praktisch anwenden kannst. Das Masterstudium bietet dir im Wahlpflichtbereich die Möglichkeit dich nach deinen Interessen zu spezialisieren.

Ein großer Schwerpunkt im Studium liegt auf den naturwissenschaftlichen Grundlagen der Verfahrenstechnik (Chemie, Physik, Biologie). Außerdem viel Mathematik, die die Grundlage für das weitere Studium darstellt. Du solltest also ein Interesse an Naturwissenschaften und Technik haben. Im Studium muss man sich oft selber motivieren etwas zu lernen. Es gibt kaum Anwesenheitspflicht und die Prüfung ist erst ganz am Ende des Semesters. Wer offen ist und sich am Campusleben (z.B. in AGs) beteiligt, findet schnell Lerngruppen und lernt Studierende aus höheren Semestern kennen.

Tala Allababidi, Bioverfahrenstechnik

Ich bin Tala Allababidi, eine Studentin im 4.Semester Bioverfahrenstechnik. Ich komme aus Damaskus, Syrien und bin seit 4 Jahren in Deutschland. Nach der Schule wusste ich zu Anfang gar nicht, welches Studienfach gut zu mir passen könnte. Danach habe ich mir gut überlegt was mich eigentlich besonderes interessiert und wollte eine Kombination von Technik und Biologie haben, weil ich mich immer für diese Fächer interessiert habe. Deswegen habe ich mich entschieden Bioverfahrenstechnik zu studieren.