Wachstums-Post: Anonym

Frage

  • Wo ist das Entwicklungskonzept der TUHH für 2050?
  • Wo ist der große Entwurf? Kurz- und mittelfristige (Wachstums-) Konzepte sind die Domäne von Politik und Verwaltung.
  • Wo sind die TUHH eigenen langfristigen Theorien und Analysen für Technik und Gesellschaft etc., die Zukunftsforschung, die Forschungsausblicke – die Domänen einer Forschungsuniversität?
  • Was für eine Gesellschaft haben wir 2050, was für eine TUHH benötigt die Gesellschaft dann?
  • Was bleibt zu lehren (wem wann wo…), wenn durch die Entwicklungen der Digitalisierungen und Life Sciences z.B. Intelligenz und Bewusstsein anders als heute bewertet werden?
  • Wenn Algorithmen mehr Neuerfindungen kreieren als Menschen – und deren Eigentümer sind?
  • Wenn die heutige Vorstellung von Identität einer Person (Institution, Teilchen…) allenfalls noch folkloristischen Wert hat?
  • Wie wird an der TUHH sichergestellt –  strukturell verankert – , dass unsere Organisationsentwicklungsprozesse nicht (nur) mit den Analyseinstrumenten und Maßnahmen von gestern die Probleme von übermorgen angehen?
  • Wo ist die Zukunftsforschung an der TUHH, die jene Veränderungen von Gesellschaft, Individuum, Technik etc. in den Blick nimmt, die mit dem Wachstumskonzept der TUHH herbeigeführt werden?

Antwort

Zunächst können wir ja „nur“ über das Wachstumskonzept sprechen. Dieser Rahmen ist von der Bürgerschaft vorgegeben und bedeutet, dass wir bis zum Ende des Jahres ein Konzept vorlegen müssen, das in der ersten Phase bis 2023 reicht und in der zweiten Phase dann bis 2028. Faktisch bedeutet das, dass sowohl kurzfristige Planungen stattfinden, als auch sehr weitreichende Entscheidungen getroffen werden, die tatsächlich dann weit über das Jahr 2018 hinausreichen werden. Nehmen wir das Beispiel der Neuberufung für eine Professur. In der Wachstums AG werden in der Runde am 4.7. Denominationen vorgenommen, d.h. aus den gesammelten Vorschlägen für die Einrichtung neuer Professuren werden 15 ausgewählt. Gehen wir in unserem Beispiel davon aus, dass die Professur besetzt werden kann im Jahr 2020. Gehen wir ferner davon aus, dass das Alter der Professorin oder des Professors bei 43 Jahren liegt (ein angenommener Wert basierend auf Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs 2017 . Statistische Daten und Forschungsbefunde zu Promovierenden und Promovierten in Deutschland. Bielefeld 2017) – bei Juniorprofessuren würde das Alter eher bei unter 35 liegen – dann würden hier mindestens 25 Jahre Arbeits- und Forschungsleben bevorstehen, d.h. hier ist tatsächlich eine weitreichende Entscheidung getroffen worden, die die Ausrichtung der Forschung und Lehre in der TUHH bis ins Jahr 2045 bestimmt. Und anhand der Erfahrungen mit großen Forschungsgebieten in den Ingenieurwissenschaften reichen bestimmte Forschungsfelder weit über eine Professur – unabhängig von der Person – hinaus. Insofern ist dieses Wachstumskonzept eine Strukturentscheidung, die mit Sicherheit auch bis in das Jahr 2050 reicht. Die gesellschaftlichen Fragen, die „Mega-Trends“ sind ja durchaus Fragen, die auch die TUHH bewegen: Digitalisierung, nachhaltige Produktion, regenerative Energien, neue Konzepte für Verkehr, Transport, Logistik sind Themen, Verstädterung, Ressourcenverbrauch sind Beispiele für Themen, die auch uns aufgenommen sind und die sich vielfach in Forschungsarbeiten widerspiegeln, aber auch aufgenommen sind in der Lehre. Neben der Wachstums AG, die nun weitreichende Planungen und Festlegungen treffen wird, wird es aus dem Wachstumskonzept heraus einen Struktur- und Entwicklungsplan geben. Auch hier werden langfristige Weichenstellungen erarbeitet und festgeschrieben. Trotzdem bleiben Ihre Fragen relevant. Sie berühren die soziale Verantwortung von Forschenden, egal welchen Fachs, sie stellen die Frage nach dem Sinn von Wissenschaft generell. Dies ist sicherlich ein Thema, dass momentan wieder eine neue Konjunktur im gesellschaftlichen Diskurs erfährt, ähnlich wie Ende der siebziger Jahre. Die Folge war die Einrichtung vieler Professuren zum Thema wie etwa Risiko-Folgen, Ethik für bestimmte Wissenschaftszweige und Technikfolge-Abschätzung. Inzwischen sind diese Themen wieder sehr intensiv in der gesellschaftlichen Diskussion. Allerdings haben diese Themen auch allgemein Eingang gefunden in die akademische Lehre. Die Frage, die zugespitzt an die Wachstums AG gehen könnte, wäre, ob dieses Themengebiet, das Sie als „Zukunftsforschung“ beschreiben, für eine Professur im Rahmen des Wachstums oder zum Beispiel in der weiteren Strukturplanung ins Auge gefasst und als relevant angesehen wird?

Hinsichtlich Ihrer Frage zum direkten Bloggen: Wir haben uns entschlossen, den Blog so weit wie möglich zu öffnen, d.h. Sie können durchaus Nachrichten zu Themen schreiben. Sie werden allerdings von uns redaktionell freigegeben. Allein beim Wachstums-Thema haben wir den Weg gewählt, zunächst einmal alle Informationen aus der AG selbst mitzunehmen sowie Fragestellungen zu erörtern. In der AG selbst sind ja alle Gruppen der TUHH vertreten, so dass dort eine offene und ausführliche Diskussion geführt werden kann. Entsprechende Vorlagen einzelner Mitglieder veröffentlichen wir dann auch. Hierzu besteht dann aber für die Leserschaft „nur“ die Kommentar-Möglichkeit. Dieser Weg erschien uns beim Wachstums-Thema als bester Weg, um die Übersichtlichkeit zu wahren und vor allem schnelle Information über das Geschehen in der AG anzubieten.

Wachstums-Post: Anonym

Sehr geehrte Damen und Herren,
der Wissenschaftsrat hat in seinen Empfehlungen zur Weiterentwicklung der MINT-Bereiche an den Hochschulen des Landes Hamburg in Bezug auf die TUHH folgendes festgestellt: „Die matrixförmige Organisationsstruktur ist aufgrund der begrenzten Größe und der fachlichen Dichte der Hochschule
funktional und angemessen, ohne dass dieses Modell als für andere, insbesondere größere Hochschulen problemlos übertragbar erscheint“.
ln wie weit kann nun für eine wachsende TUHH gelten, dass diese Struktur weiterhin funktional und angemessen ist? Wäre es sinnvoll neue Strukturen zu schaffen und ein Wachstum nicht auf alten, sehr organisch gewachsenen Strukturen aufzubauen?
ln Bezug auf die organisch gewachsenen Strukturen ist leider immer wieder festzustellen, dass es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung (SLS und PV) an konkreten Vorgaben fehlt.
Immer wieder erhält man von verschiedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterschiedliche Vorgehensweisen für die gleichen Prozesse. Würde es dem Wachstum nicht helfen, in geordneten
Bahnen (konkrete Prozessbeschreibungen) zu verlaufen, anstatt dass jede oder jeder es so macht, wie sie oder er es schon immer gemacht hat (Zitat einer mitarbeitenden Person aus dem Bereich PV
„ich glaube mal gehört zu haben, dass … „?
Für ein gutes Wachstum braucht es dringend strukturierte Vorgaben für SLS und PV- und sicherlich auf für die Institute, die gar nicht wissen was SLS und PV fordern und somit viele Missverständnisse auf dem Rücken der Studierenden ausgetragen werden.
Mit freundlichen Grüßen.

Antwort:

Die Matrixstruktur der TUHH bezieht sich auf die organisatorisch entkoppelte Lehre (Dekanate) und Forschung (Forschungsschwerpunkte). Größere Hochschulen unterhalten zumeist Fakultäten oder Fachbereiche, in denen Lehre und Forschung gemeinsam koordiniert werden. In diesen Fakultäten oder Fachbereichen sind zumeist aber auch die Institute als kleinste Einheit viel größer als in der TUHH strukturiert. Nicht selten finden sich Institute mit mehreren Professuren. Die Frage wird sich sicherlich weiterhin stellen, wie funktionial und effizient die Matrix-Struktur für eine wachsende TUHH ist. Das oberste Ziel der Matrix-Struktur war, ein hohes Maß an Interdisziplinarität zu ermöglichen. Und unter dem Gesichtspunkt der Forschungspriorität als eines der Gründungsprinzipien war die Matrix-Struktur eine gute Voraussetzung, fachübergreifend die Lehre zu planen. Deshalb ist die Frage interessant, inwieweit diese Matrix-Struktur bestimmte Prozesse in der Verwaltung determiniert. Auf den ersten Blick erscheint die Matrix-Struktur nicht ursächlich für Prozesse oder deren Verbesserung in der Verwaltung.  Ihre Frage scheint vielmehr abzuzielen auf Effektivität und Effizienz in der Verwaltung. Ein interessanter Vorschlag, diese Prozesse und ggf. vorhandene Defizite neu zu betrachten, zu bewerten – auch und durchaus aber unabhängig vom Wachstum. Denn es scheint sich ja um Beispiele zu handeln, die  bereits jetzt im Alltag eine Rolle spielen – ganz unabhängig davon, dass die TUHH wächst.

Wachstums-Post: Anonym

Nun wurde der TUHH für die nächsten Jahre mehr Geld versprochen. Gleichzeitig soll die Anzahl der Studenten und Professoren und Mitarbeiter steigen. Somit stellt sich die Frage, ob man überhaupt mehr Geld pro Student bzw. pro Institut zur Verfügung hat, um qualitativ zu wachsen. Würde es nicht vielmehr der Qualität gut tun, wenn am Ende mehr Geld pro Student (bzw. Institut) zur Verfügung steht?  Wir also weniger wachsen als Geld reinkommt?

Antwort:

Wir als TUHH bekommen ja den größten Teil unseres Haushalts (rund 70 Mio EUR) von der Behörde für Wissenschaft und Forschung. Im Rahmen des Beschlusses der Bürgerschaft zum Wachstum der TUHH sind bereits Feststellungen des Wissenschaftsrates berücksichtigt, die einige Professuren benennen, die neu geschaffen werden müssten (u.a. „Brückenprofessuren“). Verbunden sind damit natürlich auch Ressourcen, d.h. jede neue Professur ist auch mit entsprechenden Mitteln (Sach- und Personalkosten) auszustatten. Mit anderen Worten: Wachstum ohne Wachstum funktioniert nicht, weil man nicht Professuren schaffen kann ohne Geld und umgekehrt. Natürlich hätte es seinen Reiz zu sagen, die TUHH streicht das Geld für das Wachstum, wächst aber gar nicht. Damit wäre aber auch der Ansatz verfehlt, bestimmte Aufträge (durch den Wissenschaftsrat, durch das MINT-Gutachten und durch die Politik) zu erfüllen, die eben nur dann erfüllt werden können, wenn Verstärkungen erfolgen. Dass es aber nicht nur ein personenbezogenes Wachstum geben soll, ist auch klar. Das i-Cube-Modell sieht ja bereits Unterstützung für sich neu bildende Forschungsverbünde vor. Auch mit diesem Modell ist Wachstum verbunden.

Wachstums-Post: C. Wendt (23. Mai)

Erhöhung der Attraktivität der TUHH für Masterstudierende und Promovenden.

Antwort:

Die Erhöhung der Attraktivität der TUHH für Masterstudierende ist ein wichtiger Aspekt und im Wachstumskonzept fest verankert. Für ein starkes Wachstum in den Masterstudiengängen muss die Attraktivität der TUHH weiter erhöht werden. Wir möchten gute Studierende sowohl national als auch international anziehen. Darüber hinaus sind Zusatzprogramme für sehr leistungsstarke Studierende (Honors-Programme) geplant.

Wachstums-Post: Anonym

Erhöhung der internationalen Sichtbarkeit der TUHH über Publikationen und Fachzeitschriften.

Antwort:

Die internationale Sichtbarkeit der TUHH ist ein zentraler Bestandteil im Rahmen des Wachstumskonzeptes und soll insbesondere über die Teilnahme an internationalen Hochschulrankings (THE, U-multirank…), bei denen Fachzeitschriften und Publikationen einen wesentlichen Indikator darstellen, erhöht werden.