Gruß und Dank zum Jahresende von TU-Kanzler Arne Burda

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

es fällt mir nicht leicht, das zurückliegende Jahr angemessen zu würdigen. Sicherlich kann ich nicht allen Aspekten die ihnen gebührende Aufmerksamkeit widmen. Ein Fazit nehme ich aber gerne vorweg: Ihnen allen möchte ich ganz herzlich Danke sagen! Danke für den guten Einstieg in die TU, den Sie mir im Februar ermöglicht haben! Danke für das Zusammenstehen in schweren Zeiten! Und nicht zuletzt: Danke für Ihr großes Engagement für unsere Universität!

Nach kaum einem Monat im neuen Amt standen wir vor einer Situation, die sich noch kurz zuvor niemand hätte träumen lassen. Die Universität wurde mehr oder weniger sofort von einem Ort des Austauschs, des Lernens und Lehrens, der Forschung und des sozialen Lebens zu einer Ansammlung verschlossener Gebäude. In Rekordzeit mussten neue Lernumgebungen im digitalen Raum geschaffen werden, Forschung war „unter Pandemiebedingungen“ zu gestalten, die Verwaltung wurde zu großen Teilen ins Homeoffice verlagert. Und Sie alle – ob Hochschullehrer:in, Wissenschafler:in oder Mitarbeiter:in in Verwaltung, Technik oder Bibliothek – haben schnell, pragmatisch und unter höchstem persönlichen Einsatz mitgetan. Das Rechenzentrum hat in Windeseile die Nutzung der dienstlichen Infrastruktur von privaten Rechnern aus ermöglicht, Vorlesungen wurden digitalisiert, Hygienepläne für die Arbeit in Werkstätten und Laboren wurden erstellt. Für uns alle waren dies Kraftakte unter belastenden persönlichen Rahmenbedingungen. Schnell mussten wir dann feststellen, dass die Hochschulen zwar als einzige Bildungsanbieter in der Lage waren, ihr Leistungsangebot nahezu bruchlos und vollständig aufrechtzuerhalten, gleichwohl aber bis heute nicht zur kritischen Infrastruktur gezählt werden. Zahlreichen Müttern und Vätern mit Kindern konnten wir zumindest eine Zeit lang den Spaghat zwischen Dienstpflichten und Elternpflichten etwas erleichtern. Ich bedanke mich an dieser Stelle daher auch noch einmal ganz ausdrücklich bei allen, die sich auch privat zerissen haben, um den Fortbetrieb der TU in so großartiger Weise möglich zu machen!

Was haben wir trotz dieser Rahmenbedingungen sonst noch bewegt? Hier kann eine Aufzählung nur unvollständig bleiben, gleichwohl möchte ich einige Schlaglichter aus Kanzlersicht nennen:

Im Sommer erfuhren wir recht kurzfristig vom bevorstehenden Abschied unseres damaligen Präsidenten. Das gerade mit mir neu zusammengesetzte Präsidium musste sich wieder neu orientieren. An dieser Stelle möchte ich daher meinen ganz persönlichen Dank an Andreas Timm-Giel richten, dass er in dieser Situation Verantwortung übernommen hat und in sehr vertrauensvoller Weise die TU bis heute geschäftsführend leitet. Die letzten Monate waren aus verschiedenen Gründen keine dankbaren Monate für diese Aufgabe; gerade daher war seine Entscheidung immens wichtig. Dasselbe gilt für Irina Smirnova, die trotz extrem herausfordernder Rahmenbedingungen bereit war, nebenamtlich und damit zusätzlich zu allen sonstigen Aufgaben die Funktion der Vizepräsidentin zu übernehmen. Was das bedeutet, weiß niemand besser als Kerstin Kuchta, die unter eben diesen Bedingungen Unglaubliches geleistet hat. Mit zwei erfahrenen, zwei neuen Präsidiumsmitgliedern und einem großartigen Team an Unterstützer:innen haben wir m.E. eine sehr gute Basis, die großen Herausforderungen der Zukunft mit Ihnen allen zusammen anzugehen.

Die für uns alle so wichtige Verwaltung der TU habe ich von Beginn an als sehr engagiert erlebt. Es ist beeindruckend zu sehen, was viele einzelne Mitarbeiter:innen mit großem Engagement täglich leisten. In nicht wenigen Fällen werden diese Leistungen allerdings unter strukturellen Rahmenbedingungen erbracht, die einer professionellen Administration nicht hinreichend gerecht werden. Inzwischen haben wir die Leitungspositionen im Finanz- und Rechnungswesen sowie im Liegenschaftsmanagement mit hochschulerfahrenen Profis (nach-)besetzen können. Das Finanzcontrolling werden wir im neuen Jahr mit einer strategischen Finanzsteuerung entscheidend weiterentwickeln. Zudem haben wir uns intensiv mit den Nachbesetzungen der Schlüsselpositionen „Leitung Rechenzentrum“, „Leitung Bibliothek“ und „Leitung Recht“ befasst. Ich bin zuversichtlich, dass der wohlverdiente Ruhestand von Herrn Schößler, Frau Feldsien-Sudhaus und Herrn Moldenhauer mit sorgfältig ausgewählten Nachfolger:innen ohne allzu große Turbulenzen gestaltet werden kann.

Im kommenden Jahr warten große Herausforderungen auf uns. Die finanzielle Ausstattung der Universität durch das Land ist so unzureichend, dass wir alle miteinander Lösungen finden müssen, die uns eigentlich unzumutbar erscheinen. Parallel zu einem harten Konsolidierungskurs sind wir gefordert, unsere Universität weiterhin zukunftsorientiert zu gestalten. Wir haben zahlreiche Professorinnen und Professoren neu gewinnen oder bei uns halten können. Darüber freue ich mich sehr, denn davon lebt und profitiert Wissenschaft an der TU Hamburg. Wir werden neue Studienangebote entwickeln, neue Forschungsfelder erschließen und auch die Verwaltung stetig weiter entwickeln müssen, um unserem Anspruch an eine bestmögliche Unterstützung von Forschung und Lehre gerecht zu werden. Dies wird zu weiteren strukturellen Veränderungen führen, vor allem aber werden wir unsere Regeln, Prozesse und Instrumente hinterfragen. Dass Digitalisierung kein Konzept der Zukunft ist, sondern unsere Gegenwart prägt und uns den Entwicklungsbedarf täglich vor Augen führt, ist spätestens seit Ausbruch der Pandemie mehr als deutlich geworden.

Und hier schließt sich der Kreis: Ich danke Ihnen allen sehr für Ihr großes Engagement und für Ihre Bereitschaft, einen großen Teil Ihrer Lebenszeit und Kraft zum Wohle der Universität in herausfordernden Zeiten zu investieren. Besonders danke ich auch allen, die sich mit wohltuenden oder kritischen Hinweisen am Diskurs beteiligen, die – mal leise, mal laut, aber immer fair, pragmatisch und offen für Argumente – Ihre Meinung und Expertise einbringen, die mir zahlreich ihre Unterstützung angeboten haben. Und – das sei mir gestattet – ganz besonders danke ich meinen Kolleginnen und Kollegen in Verwaltung, Betrieb und Technik. Sie haben im Februar einen neuen Kanzler bekommen, den Sie bislang kaum – schon gar nicht persönlich – zu Gesicht bekommen haben. Wir konnten keine Personalversammlung abhalten, uns nicht in größeren Gruppen austauschen, uns nicht kennen lernen. Das tut mir sehr leid. Ich habe es mir – wie Sie – anders gewünscht. Umso glücklicher bin ich, mich auf Ihre Unterstützung jederzeit verlassen zu können. Danke!

So wünsche ich Ihnen allen nun einen hoffentlich besinnlichen Jahresausklang. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien vor allem Gesundheit. Einigen ist das aktuell nicht vergönnt, andere machen sich große Sorgen um Partner, Angehörige oder Freunde. Gerade auch Ihnen wünsche ich etwas Ruhe, Besinnung und Erholung von dem Wahnsinn dieses Jahres. Der Zusammenhalt in unserer Universität stimmt mich sehr zuversichtlich, dass wir auch die vor uns liegenden Herausforderungen gemeinsam meistern werden. Jetzt aber kommt die Zeit um innezuhalten, Ruhe zu finden und unsere Aufmerksamkeit stärker auf das zu lenken, was außerhalb der Universität noch wichtig ist im Leben. Ich wünsche Ihnen von Herzen eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start in das neue Jahr!

Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Arne Burda

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