Protokoll 6. Sitzung der Wachstums-AG vom 22.08.2018 – Infrastruktur

Protokoll 6. Sitzung der Wachstums-AG vom 22.08.2018 – Infrastruktur

Infrastruktur, ZLL, Startup Dock, Verwaltung & Servicebereiche

 

Der Präsident führt ein und stellt heraus, dass die zentrale Frage der Sitzung lautet: Welche institutionelle, strukturelle und bauliche Infrastruktur benötigen wir für eine wachsende, innovative TUHH? Zu besprechende Punkte sind:

  • Verstetigung des ZLL
  • Verstetigung des Startup Docks
  • Verwaltungsstrukturen und Servicebereiche
  • Unterstützungsstrukturen in den Dekanaten
  • Hafen Campus – Weitere Entwicklung HIP

wobei es für das ZLL, Startup Dock und die Verwaltung/Servicebereiche aus der Bürgerschafts-Drucksache resultierende Vorgaben gibt. Das ZLL und das Startup Dock waren in der Vergangenheit sehr wichtig für die Profilbildung und die Wahrnehmung der TUHH als dynamische TU. Nicht zuletzt aufgrund dieser Außenwirkung ist in der Drucksache die Verstetigung hervorgehoben. Jetzt muss die Weiterentwicklung und Fortführung angegangen werden.

ZLL :

Das ZLL als drittmittelfinanziertes Projekt (10 Mio. Drittmittel in den letzten 7 Jahren) hat in der Vergangenheit erfolgreich zur Profilbildung beigetragen: die TUHH wird als führende TU in der Lehre wahrgenommen. Die zukünftige Rolle des ZLL in der TUHH ist, zur Sicherstellung und zum weiteren Ausbau von Lehrinnovation sowie über innovative Lehre als ein Markenkern zur Gewinnung qualifizierter Studierender beizutragen. Das ZLL muss verstetigt so aufgestellt sein, dass es die positive Profilbildung der TUHH in der Lehre weiterhin vorantreiben kann und eine erfolgreiche Drittmittelakquise möglich wird.

Der Präsident führt dazu aus, dass künftig die HSP-Mittel (HSP 4) nicht nur nach Quantität, sondern auch nach Qualität vergeben werden. Bei einem solchen Paradigmenwechsel bietet das ZLL, das extern als innovativ wahrgenommen wird, gute Chancen, diese neuen Mittel auch zur Weiterfinanzierung einwerben zu können. Den sehr guten Ruf des ZLL gilt es, weiter für die TUHH zu nutzen. Darüber hinaus muss die Verstetigung zum Ziel haben, über die Zuarbeit des ZLL die hohe Qualität in der Lehre beizubehalten. Es wird weiter ausgeführt, dass eine Verstetigung des ZLL auch aus Wachstumsmitteln erfolgen muss. Dies ist eine Vorgabe der Bürgerschaftsdrucksache. Bislang ist die Finanzierung des ZLL bis 2020 gesichert. Wichtig ist, dass bis zum Start von HSP 4 klar ist, wie die künftige Struktur und die Rahmenbedingungen für ein ZLL aussehen sollen.

In der Diskussion herrscht Konsens darüber, dass das ZLL an der TUHH verstetigt werden muss. Dies soll einhergehen mit einer ausgewogenen Mischung aus allgemeiner und ingenieurwissenschaftlicher Fachdidaktik, längerfristigen Projekten und einer angemessenen Personalausstattung. Es sollte eine Einbettung in die Lehrstrukturen der TUHH geben, d.h. die Kooperation mit den SDAs soll eng sein. D.h., die angestrebte Professionalisierung der SDA ist mitzudenken. Die Frage nach der Leitung wird dahingehend beantwortet, dass das ZLL vom VPL geleitet werden sollte und die strategische Arbeit im künftigen ASSL verankert sein soll. Beschlussgremium ist der Akademische Senat.

Diskutiert wird, dass das ZLL so ausgestaltet werden soll, dass der von außen wahrgenommene Ruf, Bestandteil einer innovativen Hochschule zu sein, erhalten werden kann sowie die Fähigkeit zusätzliche Drittmittel für die Modernisierung der Lehre einwerben zu können.

Verwaltungsstrukturen & Servicebereiche

Als Ausgangslage wird festgestellt, dass es Überlast in einigen Verwaltungs- und Servicebereichen der TUHH gibt, ein „Nebeneinander“ von Akademia und Verwaltung und dass die Digitalisierung z.T. nur in Ansätzen implementiert ist. Ziel ist es, gemeinsam innovative Verwaltungsprozesse mit hohem Digitalisierungsgrad, die maßgeschneiderte Serviceangebote für Studierende und Institute (Rechenzentrum, SLS, Bibliothek, Werkstätten, zentrale Dienste und Services) zeitigen, in Gang zu setzen. Dabei ist ein wertschätzendes Miteinander unabdingbar. Nach den Ausführungen der Teilnehmer*innen der Wachstums-AG dazu wird der wertschätzende Umgang von Akademia und Verwaltung als “gelebt“ herausgestellt und das tägliche Miteinander sehr gelobt.

Für den Innovationsprozess in den Servicebereichen/Verwaltung sieht die Bürgerschaftsdrucksache, 10% des Wachstumsbudgets vor. Insgesamt werden die Mittel für die TUHH im Rahmen des Wachstumsprozesses bis 2022 jährlich um 3,8 Mio. Euro aufwachsen. Hieraus ergibt sich ein Aufwuchs im Bereich von Verwaltung und Servicebereichen in Höhe von 380.000 Euro jährlich, sodass am Ende der ersten, 5-jährigen Wachstumsphase zusätzliche jährliche Mittel in Höhe von 1,9 Mio. Euro zur Verfügung stehen, die zur Implementierung innovativer Verwaltungs- und Servicestrukturen eingesetzt werden können. Weitere Rahmenbedingungen sind die in 2019 erforderliche Neubesetzung der Kanzlerposition sowie die Frage, was zukünftig zentral, dezentral oder auch extern organisiert werden soll.

In der Diskussion zeigt der Personalrat auf, dass es Wachstum quantitativ (Studierendenzahlen, Drittmittelaufkommen, Flächen,…) wie qualitativ (Digitalisierung, …) geben wird. Es besteht Einigkeit, dass die Anpassung an das Wachstum einen Verwaltungsanpassungsdruck erzeugen wird, der im Zuge eines längeren Prozesses bearbeitet werden muss. Klar wird, dass neben der Beseitigung von Engpässen auch Organisations- und Prozessabläufe hinterfragt werden müssen. Angeregt wird, die Kernprozesse zu überprüfen und auch den Aspekt Kontinuität nicht aus den Augen zu verlieren. Hierzu wird es, ggf. auch unter Beteiligung externer Unterstützung, einen TUHH-internen Prozess mit den beteiligten Gruppen und mit der neuen Kanzlerin/dem neuen Kanzler geben.

Verstetigung des Startup Dock

Das Startup Dock hat in der Vergangenheit die Außenwahrnehmung der TUHH als dynamische Einrichtung sehr gefördert und auch hier gibt die Drucksache eine Verstetigung vor. Als drittmittelfinanziertes Projekt (3 Mio. Drittmittel/5 Jahre) macht es die TUHH zur einzigen Gründerhochschule in Hamburg; eine von 22 in Deutschland. Die zukünftige Rolle in der TUHH ist, die Förderung von technologiebasierten Ausgründungen an der TUHH und die Interaktion und Vernetzung mit Gründungsaktivitäten an Hamburger Hochschulen und mit Hamburger Gründerprogrammen (beyourpilot, InnorampUp, etc.) voranzutreiben. Das Startup Dock muss so aufgestellt sein, dass es die positive Profilbildung der TUHH weiterhin vorantreiben und erfolgreich Drittmittel akquirieren kann.

In der Diskussion herrscht Konsens darüber, dass das Startup Dock für die TUHH – auch Hamburg-weit – eine wichtige Funktion bei technologiebasierten Ausgründungen spielen soll. Daher trägt eine Verstetigung des Startup Docks in einem angemessenen Rahmen aus den Mitteln des Wachstumskonzeptes dazu bei, Hamburgs Rolle als gründerfreundliche Metropole zu stärken und die Attraktivität der TUHH bei gründungsaffinen Studierenden und Wissenschaftler*innen zu erhöhen. Ein entsprechendes Konzept, das die Rolle des Startup Docks im gesamthamburgischen Kontext definiert, wird derzeit in Zusammenarbeit mit Tutech und Hamburg Innovation erstellt.

Unterstützungsstrukturen in Forschung und Lehre

Ausgangslage ist, das Studiendekanaten wie Kompetenzfeldern eine kontinuierliche strukturelle und operative Unterstützung/Administration fehlt; Optimierungspotenziale bleiben mangels Ressourcen unausgeschöpft. Künftig sollen professionalisierte Studiendekanate Studiengangs(weiter)-entwicklungen, Akademische Selbstverwaltung in der Lehre, etc. verantworten, professionalisierte Kompetenzfelder sollen bspw. die Forschungsstrategieentwicklung vorbereiten und die Unterstützung großer Verbundvorhaben leisten. Diese Unterstützungsstrukturen müssen personell und strukturell so aufgestellt sein, dass die wachsenden Anforderungen in der Organisation und Qualitätssicherung in Forschung und Lehre sicherzustellen sind Es ist für die Forschung ein ZLL-Äquivalent zu schaffen, das professionelle Unterstützung bei der strategischen Weiterentwicklung der Kompetenzfelder bereitstellt. Die entsprechenden Unterstützungsstrukturen sollen in den neuen Ausschüssen ASSL und ASPF näher definiert werden.

Bauliche Infrastruktur Hafencampus im Hamburg Innovation Port (HIP)

Die Grundsteinlegung für den 1. Bauabschnitt war am 18. Juni; der Bezug ist für Mitte 2019 geplant. Generell ist an Ansiedelungen mit hoher Digitalisierungskomponente gedacht. Mögliche Bedarfe ergeben sich durch Verortung von Themen wie Energiesystemforschung, den SFB/Verfahrenstechnik, Materialwissenschaft und Medizintechnik. In die Betrachtung müssen auch Übergangsnutzungen im Falle von Sanierungsvorhaben (z.B. Technikum, Harburger Schlossstr. 20) einbezogen werden. Als Konsens wird grundsätzlich festgehalten, dass es keinen Automatismus gibt, alle neuen Professuren im Binnenhafen zu lozieren. Stattdessen sollen die weiteren Ausbauplanungen auf inhaltlichen Überlegungen basieren, die geeignet sind, die Profilierung der beiden Standorte optimal voranzutreiben. Dabei wird der Hafencampus eine wichtige Rolle spielen, um innovative Kooperationsmodelle von Hochschule und Industrie im Sinne eines effizienten Technologietransfers umzusetzen.

Im Zuge des weiteren Prozesses wird es eine zusätzliche Sitzung der Wachstums AG am 26. September geben, um über den Stand zu berichten. Danach wird der Akademische Senat mit dem Umsetzungskonzept befasst.

Zur Weiterführung und Verstetigung des Wachstumsdialogs ist zum einen die Überleitung und Einbindung der Ergebnisse des Umsetzungskonzepts in die Entwicklung eines Struktur- und Entwicklungsplans in 2019 vorgesehen. Zum anderen soll der mit der Wachstums-AG gestartete Strategieprozess in einem geeigneten Rahmen im jährlichen Rhythmus fortgeschrieben werden.

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